Die Generation Z entdeckt gerade Hobbys neu, die lange als „Oma-Hobbys“ galten. Stricken, Vogelbeobachtung oder Handarbeit werden plötzlich zum Trend und sogar mit Videospielen verglichen.
Was genau steckt hinter dem Trend der „Oma-Hobbys“? Unter dem Begriff versteht man Hobbys, die traditionell eher mit älteren Generationen verbunden wurden – etwa Häkeln, Stricken, Sticken, Gartenarbeit oder Vogelbeobachtung. In den letzten Jahren entdecken vor allem Menschen aus der Generation Z genau diese Aktivitäten wieder für sich.
Die Idee dahinter ist simpel: Viele junge Erwachsene wollen bewusst mehr Zeit ohne Bildschirm verbringen und suchen nach Aktivitäten, die sich analog anfühlen und echte Konzentration erfordern (Quellen: Fortune & Focus).
Eine der Personen hinter dem Trend ist etwa Emma MacTaggart. Sie arbeitete lange im Investmentbanking und merkte, dass ihre freie Zeit fast ausschließlich am Smartphone stattfand. Schließlich begann sie mit Needlepoint – einer traditionellen Sticktechnik, auch Gobelinstickerei genannt – und blieb dabei.
Es war eine wirklich therapeutische Art, sich von Stress abzulenken und etwas mit den Händen zu tun, statt einfach nur zu doomscrollen.
MacTaggart im Interview mit Fortune
Ironischerweise verbreitet sich der Trend ausgerechnet über Social Media, wo Millionen Videos zu Stricken, Häkeln, Töpfern oder Bastelprojekten geteilt werden (NBCNY).
Andere Formen, wie das Puzzlen, hatten schon mit Beginn der Pandemie 2020/21 ein echtes Revival. Auf diesen Trend ist damals auch die Content-Creatorin Mirella Precek aka Mirellativegal aufgesprungen und hat mit Willa Wunst eine eigene Puzzle-Marke gegründet.
Autoplay
Analog > Digital
Warum vergleichen manche Menschen Vogelbeobachtung mit einem Videospiel? Der Künstler Isaiah Scott (Instagram) beschreibt im Interview mit Fortune sein Oma-Hobby deutlich mit Gaming-Begriffen. Für ihn fühlt sich Birdwatching an wie ein digitales Spiel.
Der Grund liegt für ihn im Aufbau des Hobbys. Wer Vögel beobachtet, sammelt im Laufe der Zeit immer mehr Arten und führt häufig eine Liste aller Tiere, die er bereits gesehen hat. Jede neue Art fühlt sich dabei wie ein Fortschritt an.
Viele Hobby-Ornithologen (so nennt man Vogelforscher) nutzen dafür sogar Apps wie die NABU-App oder in den USA eBird, mit denen sie ihre Sichtungen dokumentieren und mit anderen teilen können. Das erinnert stark an Sammelmechaniken aus Spielen.
Die Struktur ähnelt damit deutlicher klassischen Spieleprinzipien: Man erkundet neue Orte, entdeckt seltene „Funde“ (in diesem Fall Vögel) und erweitert Schritt für Schritt seine Sammlung.
Studien zeigen sogar, dass das regelmäßige Sehen und Hören von Vögeln das Wohlbefinden messbar steigern kann.
Warum greifen so viele Menschen plötzlich zu analogen Hobbys? Der Trend hat mehrere Gründe. Ein zentraler Punkt ist der Wunsch nach einem Ausgleich zum digitalen Alltag.
Smartphones und Social Media sorgen mitunter dafür, dass viele Menschen kaum noch echte Pausen haben. Analoge Hobbys bieten genau das Gegenteil: Sie verlangen Geduld, Aufmerksamkeit und bieten eher langsame Fortschritte (br).
Jaime Kurtz, Psychologieprofessorin an der James-Madison-Universität, betont die Bedeutung von Hobbys für das psychische Wohlbefinden. Aktivitäten, die Konzentration erfordern und eine gewisse Herausforderung darstellen, könnten laut Kurtz dazu beitragen, Angst und Stress zu reduzieren sowie ein Gefühl der Erfüllung zu erzeugen.
Sie weist darauf hin, dass Hobbys von vielen Menschen vernachlässigt oder zeitlich nicht ausreichend priorisiert werden – dabei lohne es sich bereits, kleine Zeitfenster dafür einzuplanen (Fortune).
Habt ihr selbst ein Hobby, bei dem ihr komplett abschalten könnt?
Auch wenn Warhammer 40.000 nicht unbedingt ein klassisches Oma-Hobby ist, hat das Tabletop doch viele Gemeinsamkeiten mit den analogen Freizeitbeschäftigungen, die gerade wieder im Trend liegen. Kein Wunder also, dass auch Stars wie Henry Cavill darauf schwören. Ihr wollt euch ein Hobby mit Henry Cavill teilen? Dann gelingt euch so der Einstieg in Warhammer 40K
Der Beitrag Gen Z entdeckt die Hobbys von Oma für sich und sagt: „Fühlt sich an wie ein Videospiel im echten Leben“ erschien zuerst auf Mein-MMO.
