Ich werde gerade zum virtuellen Scalper auf Steam – und ich liebe es

Im TCG Card Shop Simulator auf Steam kann ich genau das machen, was ich im echten Leben verabscheue. Und das ohne schlechtes Gewissen und mit viel Spaß.

Scalper sorgen in vielen Bereichen heutzutage für schlechte Laune. Sie kaufen Produkte, die in begrenzter Anzahl verfügbar sind auf und versuchen diese für höhere Preise weiterzuverkaufen. Dieses Verhalten ist beispielsweise bei den Pokémon-Sammelkarten seit längerer Zeit zu beobachten und sorgt dafür, dass Amazon solche Produkte nur noch auf Einladung verkauft.

Durch diese Schwierigkeiten, musste ich mir eine andere Möglichkeit suchen, um dem Hobby nachzukommen. Und dabei bin ich über den TCG Card Shop Simulator gestoßen. Hier kann ich nicht nur Karten sammeln, sondern auch selbst zum Scalper werden. Doch die Leidtragenden sind keine Menschen, die einem Hobby nachgehen wollen, sondern NPCs. Und das macht auch noch verdammt viel Spaß.

Den Trailer zu einem anderen TCG-Spiel mit virtuellen Karten seht ihr hier:

Abkaufen, verkaufen, Profit

Was fesselt mich an dem Spiel? Das Ziel des Spiels ist es, den ultimativen Laden für Sammelkarten aufzubauen. Dafür müssen Produkte geordert und auf entsprechenden Verkaufsflächen veräußert werden, nachdem die Preise festgelegt wurden.

Am Anfang kaufte ich mir also ein paar Verkaufsflächen und startete mit dem Verkauf von einfachen Boostern und Displays. Während der Wartezeit auf neue Kunden ließ ich es mir zudem nicht nehmen, natürlich selbst auch ein paar Booster aufzumachen und eine eigene Sammlung aufzubauen.

Später wurden Lizenzen für neue Produkte erworben, damit ich das Sortiment für meine Kunden stetig erweitern kann. Auch Zubehör, Plüschtiere und Artikel aus der Welt von Tabletop-Spielen sind so Stück für Stück in meinem Sortiment gelandet.

Während einige Kunden an Tischen gegeneinander spielten, gab es die ersten Kunden, die mir ihre eigenen Karten verkaufen wollten. Und genau das stellte sich als höchst lukrativ heraus. Während ich die Karten für Preise weit unter dem Marktwert erwerben konnte, verkaufte ich sie im Anschluss direkt wieder mit einem Aufpreis von 20 % über dem Marktwert. Selbst schuld, wenn die Kunden so doof sind.

Mit jedem Verkauf und jedem Spieler, der an einem Tisch bei mir spielte, gab es mehr Geld und neue Erfahrungspunkte, die für immer neue Shop-Level sorgen. Dadurch konnte ich noch mehr Produkte und Einrichtungsgegenstände freischalten, um den Shop immer größer und die Produktauswahl immer vielfältiger zu gestalten.

Der Verkaufsbereich meines Shops

Wie wichtig ein Puffer in dem Spiel ist, hat mir eine Situation eindrucksvoll bewiesen, in der mich meine Gier fast in den Ruin getrieben. Nachdem ich eine, zu diesem Zeitpunkt für mich, sehr teure Karte für einen soliden Preis gekauft habe, war ich fast pleite. Durch laufende Einnahmen konnte ich noch die Lager auffüllen, doch dann kam der Tag, an dem die Miete bezahlt werden musste.

Während ich immer wieder zum Verkaufstisch mit der Karte, die ich für 5.500 € verkaufen wollte, starrte, verging die Zeit unaufhaltsam. Niemand wollte die Karte haben. Und als ich die Hoffnung schon fast aufgegeben habe, stand er da: der Kunde, der wieder einmal doof genug war, die Karte für einen horrenden Preis mitzunehmen.

Die Freude, die ich in diesem Moment verspürt habe, war unbeschreiblich. Nicht nur, dass ich erneut erfolgreich eine Karte mit einer riesigen Gewinnspanne verkauft habe. Nein. Dieser eine Kunde, der sich augenscheinlich nicht so sehr mit den marktüblichen Preisen auskennt, hat meinen Laden buchstäblich vor dem Untergang bewahrt. Und mir eine ordentliche Portion Endorphine beschert.

Genau das liebe ich an diesem Spiel. Es ist ein ständiger Wechsel zwischen der Gier, der Gefahr der Insolvenz und der Freude über eine Strategie, die immer wieder am Ende doch aufgeht.

Immer wieder ein Highlight: Karten kommen vom Grading zurück

Mit der Zeit wurde es dann auch Zeit, die ersten Mitarbeiter einzustellen. Diese kümmern sich inzwischen darum, dass die Verkaufsflächen mit Produkten aus dem Lager befüllt werden und um die Kasse. Schließlich brauche ich neues Geld, um weitere Kunden schamlos abzuzocken.

Natürlich müssen auch Abgaben wie Miete, Strom und Gehalt an die Mitarbeiter eingeplant werden. Doch dank meiner treuen Kunden, die mir immer wieder gutgläubig ihre Karten anvertrauen, ist das natürlich kein Problem.

Wo gibt es das Spiel? Das Spiel ist auf Steam, der Xbox Cloud sowie am PC über Geforce Now verfügbar und befindet sich aktuell noch im Early Access. Es wurde am 15. September 2024 veröffentlicht und genießt auf Steam aktuell (12. März 2026, 10:40 Uhr) eine beeindruckende Bewertung von 96 % positiven Rezensionen bei 43.919 abgegebenen Stimmen.

Wie sieht die Entwicklung des Spiels aus? Wie bereits erwähnt ist das Spiel aktuell noch in der Early-Access-Phase. Dementsprechend ist das Spiel noch nicht fertig und in der Entwicklung. Bei einer Spielzeit von knapp 47 Stunden konnte ich persönlich bisher keine großen Probleme oder Abstürze feststellen.

Ein genaues Datum für die Vollversion des Spiels ist bisher noch nicht bekannt. Es fließen jedoch regelmäßig Updates mit neuen Inhalten in das Spiel.

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