Wenn ihr das neue Spiel von Jeff Kaplan nicht spielen wollt, haltet euch lieber zurück. Denn Kaplan schießt scharf auf Kritiker, die nicht konstruktiv sind.
Jeff Kaplan dürften viele noch aus Overwatch-Zeiten kennen. Er war der Game Director und häufig in „Developer Updates“ des Spiels zu sehen, wo er auf recht ruhige Art erklärte, was sich im Spiel änderte – auch wenn seine Videos oft aus dem Kontext gerissen wurden, um lustige Parodien zu erstellen.
Doch so ruhig und gelassen, wie er sich damals immer gab, ist er nicht. Denn er kann auch ganz anders und hat jetzt eine klare Nachricht an alle, die sein neues Spiel The Legend of California gar nicht spielen wollen: Haltet eure verdammte Fresse.
Autoplay
Was ist The Legend of California? The Legend of California (Link zur Steam-Seite) verspricht ein Open-World-Shooter zu werden, der mit einigen Survival-Elementen gepaart ist. Ihr könnt Ressourcen abbauen und Gebäude errichten, während ihr in Kalifornien zur Zeit des Goldrausches eure eigene Legende formt – sei es bei Überfällen oder eher friedliebend.
So richtig viele Details gehen aus dem Trailer noch nicht hervor, es bleibt also noch abzuwarten, wie sich das Spiel entwickelt.
Aber das nur am Rande – denn eigentlich geht es eher darum, wie Kaplan mit „Hatern“ umgeht und dafür findet er drastische Worte.
Wer Kaplans Spiel nicht spielen will, soll die Fresse halten
Was sagt Kaplan zu Kritikern? In einem 10-stündigen Live-Stream auf Twitch fand Kaplan deutliche Worte. Er ist über die Jahre ziemlich frustriert geworden, wie Meinungen im Internet geäußert werden – vor allem aber dann, wenn es um Videospiele geht, für die man sich selbst gar nicht interessiert, die man nie gespielt hat und auch gar nicht spielen will, aber dennoch der Welt mitteilt, dass man es ganz sicher nicht spielen wird. Zu diesen Leuten sagt Kaplan:
Ich verstehe, dass man die eigene Meinung kundtun will. Aber ehrlich, wenn ein Spiel rauskommt und du willst es nicht spielen und hast es auch vorher nie gespielt, halt einfach deine verdammte Fresse. Niemanden interessiert das. Wir brauchen nicht zu hören, dass es dich nicht interessiert.
Seine Meinung scheint da auch ziemlich zementiert zu sein, denn er fügt noch an:
[Wenn du so handelst], drehst du so am Rad, dass es keinen Wert darin gibt, dir überhaupt zuzuhören.
Es gibt Foren, wie Reddit und so, wo man sich einfach sagt: Ja, was auch immer, der Typ ist jetzt einfach für ewig auf Ignore. Der ist in keinster Weise produktiv. Das ist einfach nur, wer die meisten Punkte dafür kommt, dass er sich aufregt. Das langweilt mich so sehr.
Dabei ist Kaplan sich durchaus bewusst, dass er mit seinen Worten vielleicht minimal über das Ziel hinausschießt:
Ich werde vermutlich ein paar Probleme wegen dem bekommen, was ich gerade alles gesagt habe, aber ich bin an dem Punkt in meinem Leben und meiner Karriere, dass es mich einfach nicht mehr kümmert. Das, was bei mir einer Midlife-Crisis am nächsten kommt, ist dass ich einfach einen Scheiß drauf gebe.
War Kaplan schon immer so? Viele kennen die „Origin Story“ von Jeff Kaplan gar nicht mehr so richtig. Denn dass er überhaupt erst zu Blizzard kam, lag vor allem an seiner (lautstarken) Frustration über das erste EverQuest. Dort war er unter dem Namen „Tigole“ bekannt und ein ziemlich erfolgreicher Gildenleiter, der aber gerne in den Foren mal die Beherrschung verlor. Er erklärte den Entwicklern in sehr aggressiver Sprache, wie sie denn ihr Spiel zu entwickeln hätten und was für Fehler und Probleme behoben werden müssten.
Diese – wenn auch oft toxische – Leidenschaft für ein MMORPG war im Grunde seine Einladung zu Blizzard, wo er später große Teile der ursprünglichen World of Warcraft formen würde.
Cortyn meint: Mir gefällt diese ungefilterte Offenheit von Jeff Kaplan sehr gut. Man merkt förmlich, wie er jetzt all die Dinge sagen kann, die in einem großen Unternehmen wie Blizzard nicht möglich gewesen wären. Da mag ich es auch sehr, dass er kein Blatt vor den Mund nimmt und klar benennt, was ihn an Gaming-Communitys aktuell stört, denn mir geht es ähnlich.
Wenn bei neuen Releases direkt auf ein Spiel draufgehackt wird und überall Beiträge aus dem Boden schießen, die nur sagen „Sieht scheiße aus“ oder „Wird das nächste Concord, spiel ich nicht“ – dann ist das ungeheuer ermüdend und ziemlich respektlos den Leuten gegenüber, die Jahrelang an einem Spiel gearbeitet haben. Natürlich muss konstruktive Kritik erlaubt sein, doch in vielen Fällen ist das nur „Haten um zu Haten“ – und das hat noch keiner Diskussion irgendwie geholfen.
Wie Kaplan seine Zeit bei Blizzard beschreibt, ist vor allem in den letzten Jahren interessant. Denn er wurde von einem Chef mit einer schier unlösbaren Aufgabe betraut, an der das Schicksal von 1.000 Mitarbeitern hing. Kaplan bezeichnet diesen Moment als „das größte ‘Fick dick’ meines Lebens“.
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