Eigentlich wollte MeinMMO-Redakteur Benedict Grothaus das neue Starfinder: Afterlight auf Steam testen. Hat er auch – aber wegen etwas, das ein NPC in einem Nebensatz hat fallen lassen, kam plötzlich die Lust auf ein altes Rollenspiel wieder auf: Pathfinder: Wrath of the Righteous.
Wie ihr vielleicht schon mitbekommen habt, freue ich mich total auf das kommende Starfinder: Afterlight, ein cRPG von einem spanischen Indie-Studio, das sich die Hilfe von Baldur’s-Gate-3-Star Neil Newbon an Land ziehen konnte.
Starfinder ist die Sci-Fi-Version von Pathfinder, einem der größten Konkurrenten von Dungeons & Dragons mit einem deutlich komplexeren System. Die Welt ist völlig abgedreht mit den seltsamsten Aliens, die ihr euch vorstellen könnt.
Mit Afterlight setzen die Entwickler von Epictellers Entertainment vor allem auf die Begleiter und ihre Geschichten, mit einem Fokus auf Erzählung und der Beziehung zwischen Spieler und Begleiter. Genau das hat mich schon bei der Vorstellung so gepackt, dass ich quasi im ständigen Austausch bin, um möglichst alle neuen Infos aufzusaugen.
Jetzt wurden wir eingeladen, ein paar Neuerungen vorab zu sehen und vor allem den anstehenden Spieltest schon jetzt zu spielen. Viel gab es im Spiel noch nicht zu tun und es ist… noch sehr roh, aber trotzdem habe ich richtig Bock. Starfinder: Afterlight weiß ganz genau, welche Knöpfe es bei mir drücken muss.
Autoplay
Eine einzige Anspielung weckt geliebte Erinnerungen
Der Spieltest ist nur genau das: ein Test in einem sehr frühen Stadium des Spiels. In einer Stunde oder weniger ist man durch den Content, den es im Playtest gibt, bereits durch:
Zur Verfügung stehen drei vorgefertigte Charaktere mit festen Archetypen und Waffen, eine Charaktererschaffung gibt’s erst später.
Man lernt zwei der Begleiter kennen, die Weltraumheuschrecke Preach, eigentlich G’og N’o (samt einer putzigen, sehr aufgeweckten Larve), und Sterling.
Es gibt einen Tutorial-, einen Boss- und einen optionalen Kampf.
Zum Erkunden gibt es einen kleinen Teil der Stadt Akiton sowie etwas Info zum Plot rund um die verschwundene Kapitänin Khali.
Ein paar kleinere Entscheidungen führen zumindest zu einigen alternativen Pfaden.
Der Erzähler, Roger Clark, der auch Arthur Morgan aus Red Dead Redemption spricht, nimmt einen großen Teil der Narrative ein.
Bereits in einem der ersten Gespräche hat jedoch die Barkeeperin des Schuppens, in den ich direkt zu Anfang gehe, ein einziges Wort fallen lassen, das mich direkt hat aufschrecken lassen: Iomedae. Durch den Dialog habe ich mich durchgeklickt und nochmal neu angefangen, nur um sicherzugehen, dass ich richtig gehört habe.
Ein Mouseover über das Textfeld und das unterstrichene Wort „Iomedae“ bestätigt, was ich geglaubt habe: es geht tatsächlich um eine Göttin aus der Welt von Pathfinder. Und um eine, die ich nur zu gut kenne.
Schon 400 Stunden in Wrath of the Righteous, jetzt wird’s nochmal mehr
Iomedae ist eine der zentralen Figuren in Pathfinder: Wrath of the Righteous und eine der möglichen Schutzpatrone für einen gläubigen Spielercharakter – mit entsprechenden Anspielungen im Spiel selbst, wenn man sei verehrt.
Für mich zählt Pathfinder: Wrath of the Righteous zu den absolut besten Rollenspielen überhaupt, auch wenn es gerade für Anfänger mit seiner Komplexität unübersichtlich sein kann. Eigentlich habe ich das Spiel schon zweimal durch und mehrere Runs angefangen, aber direkt nach dem Playtest von Starfinder habe ich es direkt nochmal installiert für einen neuen Durchgang.
Pathfinder: Wrath of the Righteous hat einen enormen Umfang an Content, den man in nur einem Durchgang nicht sehen kann, denn vieles hängt von den eigenen Entscheidungen ab:
Es gibt verschiedene „mythische Pfade“, die man beschreiten kann und die teilweise den Verlauf der Geschichte ändern können – buchstäblich.
Böse, Gute, chaotische und rechtschaffene Handlungen beeinflussen, wie NPCs auf mich reagieren und teilweise sogar, wie die Stadt aussieht, die ich verwalte. In meinem ersten Durchgang etwa war ich ein Lich und recht viele meiner Bürger waren… nicht mehr ganz lebendig.
Das Verhalten den Begleitern gegenüber spielt natürlich auch eine Rolle, sowie, mit wem ich eine Beziehung eingehe und mit wem nicht.
Schon beim ersten Durchgang damals habe ich mich kaum entscheiden können, welchem Weg ich folgen will. Mittlerweile kenne ich die Geschichten des Lichs und des Aeons – jetzt ist mein Ziel, einen Trickster zu spielen, der selbst genau weiß, dass er in einem Spiel steckt und entsprechende Handlungen vornehmen kann. Darauf habe ich so richtig Bock!
Starfinder weckt das richtige Gefühl, ist aber noch ziemlich roh
Dass ich jetzt wieder Pathfinder verfalle, liegt nicht allein an dem Wort „Iomedae.“ Epictellers Entertainment hat sich die Spiele von Owlcat und Larian zum Vorbild genommen und das merkt man schon in dem kurzen Spieltest.
Es gibt viele vertraute Details, etwa einen sichtbaren Würfel bei Proben und natürlich das UI, das sich allerdings viele cRPGs teilen. Die Atmosphäre, die von Starfinder ausgeht, hat mich aber direkt an Pathfinder – und auch Rogue Trader als Science-Fiction-Vorbild – denken lassen.
Trotzdem bin ich nicht bei Starfinder geblieben, sondern habe auf Pathfinder gewechselt. Warum? Die einfache Antwort: weil ich den Test durch habe. Viel mehr gibt es schlicht noch nicht zu sehen. Dazu ist das Spiel im aktuellen Zustand noch recht ungeschliffen.
Kämpfe sind etwas „awkward“, weil es kaum ordentliche Hotkeys gibt, Angriffe müssen manuell mit Klicks auf Waffe und Gegner geschehen. Ein Tutorial fehlt, speichern kann man auch nicht. Und Loot-Fenster schließen klappt nicht mit Escape, nur mit einem Llick auf eine sehr kleine Schaltfläche, ähnlich wie bei nervigen Pop-Up-Ads.
An solchen Dingen muss Epictellers unbedingt noch arbeiten und das hier soll als Info für euch dienen: wenn ihr den Playtest selbst spielt, erwartet nicht zu viel. Schaut euch die Welt an, aber denkt dran, dass das Spiel noch weit weg ist vom Release. Für den Playtest könnt ihr euch auf Steam anmelden, er startet dann am 19. März. Der Early Access ist noch für dieses Jahr geplant.
Für Starfinder bin ich zugegebenermaßen etwas biased, weil ich will, dass dieses Spiel gut wird. Trotzdem bin ich überzeugt, dass das Spielgefühl schon einmal auf einem guten Weg ist und mit ordentlicher Politur richtig stark werden kann. Dann wieder habe ich nur eine Stunde gesehen und hoffe auf mehr.
Bis Starfinder endlich erscheint – oder auch andere Rollenspiele, auf die ich sehnlich warte – gibt es zumindest schonmal einen neuen Titel, den ich mir sicherlich irgendwann ansehen werde, der aber euch die Wartezeit verkürzen könnte, Solasta 2: Neues Rollenspiel ist perfekt für Abende, an denen euch eure DnD-Runde abgesagt hat
Der Beitrag Ein einziges Wort in einem Spieltest auf Steam lässt mich wieder ein RPG spielen, in das ich schon 400 Stunden versenkt habe erschien zuerst auf Mein-MMO.
