Eines der besten neuen Spiele auf Steam erhält über 10.000 negative Reviews an einem Tag, die Kritik kommt aus einem Land

Eigentlich feierte Slay the Spire 2 einen herausragenden Start auf Steam, doch plötzlich sinkt die Wertung auf der Plattform massiv. Wirft man einen genaueren Blick auf die Lage, fällt auf, dass die meisten negativen Stimmen aus einem Land kommen.

Was ist das für ein Spiel? Slay the Spire 2 ist ein Roguelike-Deckbauer, ihr baut euch also ein Deck aus Karten zusammen, mit denen ihr euch durch Gegner metzelt. Wie die Zahl im Namen verrät, handelt es sich dabei um die Fortsetzung des ersten Teils aus dem Jahr 2019.

Slay the Spire 2 ist erst am 5. März 2026 in den Early Access auf Steam gestartet und feiert bereits jetzt einen der besten Indie-Launches aller Zeiten. Laut Alinea Insight hat Slay the Spire 2 nach nicht mal einem Monat mehr Geld eingenommen als Hades 2 und Hollow Knight: Silksong seit ihrem Release.

Auch in den Steam-Reviews zeigte sich dieser Erfolg zu Beginn. Inzwischen hat das Spiel dort allerdings ordentlich eingebüßt. Grund dafür sind über 10.000 negative Reviews, die allein am 20. März 2026 verfasst wurden. Einen Tag später, am 21. März, waren es wieder über 2.500 negative Reviews.

Eine Beta-Änderung sorgt für Ärger

Warum die ganzen schlechten Reviews? Hauptkritikpunkt ist ein Nerf, der es noch gar nicht ins richtige Spiel geschafft hat. Den gibt es bis jetzt nur auf einem separaten Beta-Zweig, wo die Entwickler aktuell einige Balance-Änderungen testen. Darunter befindet sich ein massiver Nerf für eine bestimmte Karte.

Die vom Nerf betroffene Karte heißt „Prepared“ und gehört „Silent“, einem der spielbaren Charaktere. Das ist die Frau mit dem Tierschädel auf dem Kopf, die ihr hier auch im Titelbild seht. Diese Karte erlaubt es euch derzeit, kostenlos eine Karte aus eurer Hand abzuwerfen und einen Ersatz zu ziehen.

In der aktuellen Beta-Version 0.100.0 kostet die Karte, die dort „Prepare“ heißt, eine Energie. Sie lässt euch auch nicht mehr eine Karte durch eine andere tauschen, sondern zwei Karten gegen zwei Energie für die nächste Runde – eine drastische Änderung, mit der viele Spieler unzufrieden sind.

Slay the Spire 2 lässt seine Spieler jedoch direkt über das Spiel Feedback geben und es gibt auch einen offiziellen Discord-Server für derartiges Feedback – warum also die Steam-Reviews damit fluten? Hier lohnt sich ein Blick darauf, woher diese negativen Reviews kommen.

Die allermeisten der kürzlichen negativen Rezensionen wurden in vereinfachtem Chinesisch verfasst – kommen also sehr wahrscheinlich aus China. Das sieht man auch auf einen Blick, wenn man die Reviews nach Sprache filtert. Da fallen die chinesischen Bewertungen nur „Ausgeglichen“ (59 %) aus, während sie auf Englisch auf „Äußerst positiv“ (95 %) stehen.

Die negativen Reviews, die das Spiel fluten, werden vor allem auf Chinesisch verfasst.

Chinesische Spieler fluten die Reviews

Warum gerade Spieler aus China? Hier könnten die zahlreichen Restriktionen Chinas eine Rolle spielen. Den Spielern dort stehen nicht viele Wege offen, ihr Feedback an die Entwickler zu geben:

In der chinesischen Version von Steam sind Community-Features gesperrt, darunter etwa Diskussionsforen, die für solche Fälle gedacht wären

Discord ist in China ebenfalls nicht zugänglich, wenn man nicht gerade einen VPN nutzt – fällt als Option also ebenfalls für viele weg

Dann bleibt nur noch das Feedback-Feature im Spiel selbst. Dort könnte die Kritik der Spieler aber wegen der Sprachbarriere zwischen den Spielern und dem kleinen Indie-Studio (das immerhin nur aus 10 Entwicklern besteht) untergehen – zumindest könnte das eine damit verbundene Sorge sein.

Die Steam-Reviews scheinen diesen Spielern daher wohl der effektivste Weg zu sein, um ihre Kritik über die eigene Ländergrenze hinweg sichtbar zu machen. Eine solch drastische Änderung in der Wertung fällt schließlich auf – selbst, wenn das nicht die eigentliche Funktion von Reviews ist.

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