Der größte YouTuber der Welt Jimmy MrBeast Donaldson macht mit seinem Hauptkanal auf YouTube bei jedem Projekt Verlust. Das will er aber auch so. Denn dahinter steckt ein Imperium, das noch ganz andere Währungen benötigt: Reichweite und Image.
Um wen geht es? Jimmy MrBeast Donaldson startete 2012 seinen YouTube-Kanal und wie so viele andere zu der Zeit waren seine ersten Videos Let’s Plays. Seinen Durchbruch hatte MrBeast schließlich im Jahr 2017 und jetzt, im März 2025, hat MrBeast über 471 Millionen Abonnenten. Damit ist er der meistabonnierte Kanal auf der Plattform (Quelle: nindo.de).
Die meisten Videos auf seinem Hauptkanal sind in der Regel mit einem großen Budget verbunden, in denen er Teilnehmern außergewöhnliche Herausforderungen stellt. Es wird in abgefahrenen Locations gedreht und den Teilnehmern winkt ein hochpreisiger Gewinn oder Summen, häufig im 6-stelligen Bereich.
Nun könnte man meinen, dass MrBeast Werbeeinnahmen in Millionenhöhe mit diesem Kanal auf YouTube erzielt. Schließlich sind die meisten seiner YouTube-Videos werbefreundlich und werden stark geklickt. Doch dem ist nicht so; ganz im Gegenteil: Laut einem Bericht des Magazins Quartz macht MrBeast sogar mit jedem Hauptkanal-Video, das er produziert und hochlädt, ein Verlustgeschäft.
Diese Verluste sind jedoch einkalkuliert, denn hinter dem YouTuber steckt eine ausgeklügelte Machinerie.
In Deutschland war Gronkh lange Zeit die Nr. 1 auf YouTube:
Autoplay
So funktioniert die Firma von MrBeast
Was steckt hinter MrBeast? MrBeast ist längst kein gewöhnlicher YouTuber mehr. Er ist ein Unternehmer, der ein Millionengeschäft mit seiner Reichweite aufgebaut hat und weiter aufbauen will. Er besitzt die Firma Beast Industries, die alles umfasst:
YouTube-Videos auf allen Kanälen
Feastables – Schokoladentafeln
Lunchly – eine Snackbox, die er zusammen mit den YouTubern Logan Paul und KSI erstellte
Beast-Spielzeug
Diese Firma ist 5 Milliarden Dollar wert, macht mit den Videos auf dem MrBeast-Hauptkanal allerdings Verluste. Denn dieser Hauptkanal ist nicht dafür da, Geld zu verdienen, sondern dafür, mehr Reichweite zu generieren.
Der Schnitt, die Titel und auch die Thumbnails der Videos sind so konzipiert, dass sie die höchstmöglichen Aufrufe erzielen. Außerdem lässt sich MrBeast seine Videos mithilfe von YouTube in andere Sprachen übersetzen, um für noch mehr Menschen zugänglich zu sein. Das trifft auch auf seine zahlreichen Nebenkanäle wie beispielsweise Beast Gaming oder MrBeast 2 zu.
MrBeast setzt auf Konsum
Womit macht MrBeast Gewinn? Die Bekanntheit, die MrBeast durch seine YouTube-Präsenz generiert, kann er nutzen, um neue Menschen auf seine Produkte aufmerksam zu machen. Schließlich kennen ihn die Leute dann von YouTube, wo er außergewöhnliche Projekte macht, häufig auch philanthropische, und so ein gewisses Vertrauensverhältnis besteht, das zu einer Kaufentscheidung führen kann.
Seine Produkte finden auch immer wieder Platz in seinen YouTube-Videos, die Klicks im 3-stelligen Millionenbereich erzielen. MrBeast oder einfach nur Beast wird so zu einer Marke, die sich in vielen verschiedenen Konsum-Bereichen wiederfindet.
In Zukunft plant MrBeast, in noch viele weitere Branchen einzusteigen. Vor kurzem kaufte er beispielsweise die Finanz-App Step, wie STERN berichtete. Es handelt sich dabei nicht einfach nur um eine Bank in mobiler Form, sondern es umfasst noch andere Funktionen wie Krypto und Kredite.
MrBeast ist nicht ohne Kritik
Im Jahr 2023 sorgte der YouTuber jacksepticeye mit einer Aussage für Aufsehen: Er ist der Meinung, MrBeast habe YouTube ruiniert: Weil es mehr um Klicks, Geld und Popularität ging als darum, Spaß zu haben.(Quelle: YouTube ab Minute 09:54). MrBeast ist eben kein YouTuber, der YouTube als eine Art Tagebuch für seine Leidenschaft nutzt, sondern um hauptsächlich so viel Reichweite wie möglich daraus zu schlagen.
Dieser Charakter von YouTube, das muss man fairerweise dazu sagen, ist schon lange nicht mehr so stark vertreten. MrBeast gilt allerdings als prominentes Beispiel für diesen kommerziellen Charakter der Plattform.
Auch andere Kontroversen umkreisten den YouTuber und Unternehmer in den letzten Jahren:
In der Vergangenheit wurden Anschuldigungen gegen eine Mitarbeiterin von MrBeast, Ava Tyson, laut, die unterstellten, sie hätte Teenager sexuell missbraucht. Diese Anklage wurde allerdings laut der BBC fallengelassen.
Rund um die Beast Games, eine Spielshow, die MrBeast auf Amazon Prime Video veranstaltete, kam eine Sammelklage auf den Unternehmer zu. Wie die BBC berichtete, gab es laut den Teilnehmern mehrere Vorfälle von angeblicher sexueller Belästigung und unsicheren Verhältnissen.
Im Juni 2025 veröffentlichte MrBeast ein KI-Tool, mit dem es für Content Creator einfacher werden sollte, Thumbnails zu erstellen. Dafür musste der KI ein Prompt und eine Vorlage, also das Thumbnail eines anderen YouTubers, gegeben werden, um daraus ein weiteres Thumbnail zu generieren. Das sorgte für einen großen Aufschrei innerhalb der Community, vor allem bei Designern, deren Beruf so in Gefahr schwebte. MrBeast löschte das KI-Tool daraufhin (Quelle: BBC).
Lunchly wies bei vielen Exemplaren Schimmel an dem Käse auf, was dazu führte, dass das Produkt von vielen infrage gestellt wurde (Quelle: Forbes).
MrBeast zeigt also, dass auch der beste Content allein kaum ausreicht, um langfristig tatsächlich lukrativ zu arbeiten. Viele Influencer setzen daher immer mehr auf andere Einnahmequellen, wie Chips oder Getränke.
Außerdem zeigt MrBeast, wie man YouTube und die dadurch entstehende Reichweite auch ein ganzes Imperium aufbauen kann. Nicht nur Geld scheint eine nötige Währung dafür zu sein, sondern auch Reichweite.
Ein solches Imperium anzuführen, kann für niemanden leicht sein. Es ist viel Verantwortung und auch ein enormer Druck, der auf einem lastet. MrBeast selbst meinte einmal, niemand würde das Leben wollen, das er führe: Er wurde mit YouTube zum Milliardär, jetzt sagt er: Niemand will das Leben, das er führt
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