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Während Capcom und Namco bei ihren Straßenkämpfern und Eisenfäusten auf Season-Pässe und neue Download-Figuren bauen, setzt Riot mit seinem Teamprügler 2XKO gleich ganz auf das Free-to-Play-Modell. 6 der aktuell 12 spielbaren Figuren, die allesamt dem auf PC nach wie vor extrem populären League of Legends-Universum entnommen sind, stehen direkt nach dem Download zur Verfügung. Eine weitere könnt Ihr über einen bereits vorhandenen ”Champion Token” freischalten, die anderen müssen dann entweder durch freispielbare Credits oder für Echtgeld erhältliche ”KO”-Punkte erworben werden – ein Charakter schlägt dabei mit etwa 10 Euro zu Buche. Hinzu kommen diverse andere Angebote: Kostüme gehen beispielsweise richtig ins Geld und kosten gerne mal das Doppelte einer Figur, auch Farbvarianten oder Finisher können im Store gekauft werden. Und ebenso gesellen sich Lockmittel wie Season-Pässe oder Pakete dazu, die zum Beispiel auf der erfolgreichen Animationsserie ”Arcane” basieren.
Spielerisch erinnert 2XKO vor allem an Prügler aus dem Hause Arc System Works. Ihr kämpft auf einer 2D-Ebene mit polygonalen Figuren im flachen Look – satte Farben, dynamische Animationen und ein paar schicke Kameraeffekte bei besonders wuchtigen Aktionen gefallen. Zwischen Schlägen und Tritten wird nicht unterschieden, Ihr agiert primär mit schnellen, mittleren und harten Angriffen. Special Moves dürfen ebenfalls nicht fehlen und werden sowohl klassisch als auch vereinfacht ausgeführt. Für Würze sorgt das Tag-System: Vor Kampfbeginn wählt Ihr zwischen diversen Fuse-Modi, erfahrene Kämpfer holen ihre Partner dann auch mal für einen schnellen Angriff in die Arena oder wechseln dynamisch in einer Combo durch. Das System ist komplex und mag gerade beim arg vollen Tutorial zu Spielbeginn etwas überfordernd wirken. Aber habt Ihr erst einmal Eure Champions gefunden, freut Ihr Euch über die gute Lernkurve. Online-Keilereien stehen hier natürlich im Mittelpunkt und dank Cross-Play zwischen den unterstützten Plattformen mussten wir im Test nie zu lange auf einen Kampf warten. Ebenso dürft Ihr aber auch offline gegen die CPU oder menschliche Mitstreiter antreten – lobenswert.
Meinung
Thomas Nickel meint: Ich bin beeindruckt: Aus dem Stand stellt Riot einen Prügler auf die Beine, der sich vor seinen japanischen Kollegen nicht verstecken muss! Die Figuren sind toll modelliert und animiert und auch für Spieler ohne League of Legends-Kenntnisse schnell sympathisch und interessant. Wer am liebsten bei Guilty Gear & Co. zuschlägt, fühlt sich hier ruck, zuck heimisch, das Tag-Element bringt zusätzlich Abwechslung und Würze ins Spiel. Über die Monetarisierung lässt sich streiten: Neue Figuren sind mit etwas Einsatz eigentlich gut freizuspielen, aber Kostüme gehen gehörig ins Geld. Und um bei diversen Währungen, Pässen und Paketen durchzublicken, wäre auch ein ausführliches Tutorial hilfreich. Technisch gibt sich 2XKO nur eine Blöße: Während der Netcode sich gut und flüssig anfühlt, irritiert auf PS5 deutliches Tearing. In einer solchen Intensität haben wir das schon lange nicht mehr beobachtet. Hier wird hoffentlich bald nachgebessert.
Wertung
+ (derzeit) 12 interessante Charaktere
+ flottes Kampfsystem
+ Figuren können gut freigespielt werden
– drei Währungen und Season-Passes sind nicht unkompliziert
– wenig Inhalte für Solo-Spieler
– deutlich sichtbares Screen-Tearing
– neue Kostüme gehen gut ins Geld
Gelungenes Prügel-Debüt des PC-MOBA mit interessanten Figuren, toller Präsentation und ordentlich Komplexität.
Singleplayer83MultiplayerGrafikSound
