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Michael Bays Transformers-Krachbumfilme resultierten in wenig prickelnden Actionspielen, doch Activision ist keine Firma, die eine Lizenz deswegen so schnell aufgibt: Weil vorerst kein dritter Kinoausflug fertig wird, erkundet Transformers: Kampf um Cybertron kurzerhand die Vergangenheit. Deshalb spielt das Geschehen auf dem Heimatplaneten der Blechbüchsen und es erzählt nach, wieso diese ihn verlassen mussten. In einer etwa zehnstündigen Kampagne schlüpft Ihr in die Metallhüllen beider Fraktionen: Erst richtet Ihr als schurkische Decepticons Unheil an, bevor in der zweiten Hälfte die Autobots das Schlimmste zu verhindern versuchen. Alle namhaften Roboter wie Megatron, Optimus Prime & Co. tauchen auf, in jeder der zehn Missionen sind aber nur drei aktiv: Einen davon steuert Ihr, die anderen beiden übernehmen entweder im Online-Koop-Modus zwei Freunde oder sie werden von einer halbwegs intelligenten KI kontrolliert. Je nach Bauart stehen Euch unterschiedliche Grundwaffen und Fertigkeiten zur Verfügung, dicke Brocken bewegen sich z.B. spürbar träger, haben aber dafür mehr Feuerkraft – vernünftig in Deckung gehen kann aber keiner der Metalkolosse. Action steht im Mittelpunkt, in typischer Third-Person-Manier stampft Ihr durch Techno-Umgebungen und ballert Feinde zu Schrott. Ein Schuss Taktik kommt vor allem über die begrenzte Munition ins Spiel, außerdem ladet Ihr Eure Fähigkeiten durch das Sammeln von Energieresten verblichener Kontrahenten wieder auf. Natürlich könnt Ihr Euch jederzeit in einen fahrbaren Untersatz verwandeln, was aber im Solo-Einsatz selten notwenig ist. Nur in zwei Abschnitten müsst Ihr zwingend mit einem Flug-Transformer ran, der dann freundlicherweise über unendlich Munition verfügt.
Die Kampagne lockert das ballerlastige Geschehen gelegentlich mit Hüpfeinlagen und besonders dicken Bossen auf, trotzdem fühlt sich Transformers über weite Strecken gleichförmig an. Hauptgrund dafür ist das Szenario auf Cybertron: Außer rot-lila schimmernden Metallumgebungen bekommt Ihr nicht viel zu sehen – die sind technisch zwar tadellos umgesetzt, aber abwechslungsarm. Für längere Beschäftigung packten die Entwickler wohlweislich einige Mehrspieler-Modi mit ins Spiel: ’Eskalation’ ist die Transformers-Variante der beliebten ’Horde’- bzw. ’Firefight’-Matches, bei denen immer stärkere Feindwellen abgewehrt werden müssen. Ansonsten tretet Ihr mit bis zu neun Mitspielern bei einem halben Dutzend Standard-Onlinematchtypen an, die recht flott und hektisch verlaufen. Willkommene Elemente wie unterschiedliche Roboterklassen, Erfahrungspunkte sammeln und das Zusammenstellen des eigenen Kämpfers sorgen hier für Motivation.
Meinung
Ulrich Steppberger meint: Im dritten Anlauf bastelt Activision endlich ein Transformers, das man als gelungen bezeichnen kann. Klar, originell ist die Third-Person-Ballerei nicht gerade, doch dank viel Action und tadelloser Technik stört das kaum. Schade finde ich, dass die eigentlich schicke Optik so monoton aussieht – der kalte metallische Look überzeugt, doch Abwechslung findet Ihr auf Cybertron kaum. Auch die Fahrzeugfähigkeiten der Stars bleiben weitgehend irrelevant, sieht man von den Flugabschnitten ab. Ein Lob gibt es für die launigen Online-Spielmodi, die sich vom Aufbau her erkennbar beim Firmenkollegen Modern Warfare 2 bedienen und ebenso dynamisch wie hektisch ablaufen. So ist der Kampf um Cybertron ein Schritt in die richtige Richtung und interessant genug, dass nicht nur Transformers-Fans Spaß damit haben.
Wertung
lange Kampagne mit jeweils 5 Missionen für Autobots und Decepticons
Koop für bis zu 3 Spieler
durchdachtes Online-System mit 4 Charakterklassen, Aufleveln, Herausforderungen
Krachige Third-Person-Action mit den Kampfrobotern – technisch gut und vor allem online launig, aber auf Dauer eintönig.
Singleplayer77MultiplayerGrafikSound
