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Das Kartenspiel Dominion etablierte 2008 das Prinzip des Deckbuilders. Seitdem wurde dieses Konzept, bei dem Ihr mit einem einfachen Kartendeck startet und es im Verlauf des Spiels optimiert, erweitert oder reduziert, auf unzählige Arten sowohl im analogen als auch im digitalen Raum adaptiert. Eine dieser Interpretationen ist das 2017 veröffentlichte Heart of Crown. Das fiel Spielekennern zunächst durch ein paar Artworks von Etrian Odyssey-Illustrator Yuji Himukai auf und entpuppte sich nach ein paar Proberunden als angenehm eigenständige Variation der Thematik – das gilt ebenso für die nun erschienene digitale Fassung. Eure Aufgabe ist es, eine der Thronanwärterinnen auch tatsächlich in die Regierung zu bugsieren. Dafür spielt Ihr Karten aus, die in jeder Runde ein Guthaben bringen, von dem Ihr weitere kauft. Ab einem gewissen Punkt erklärt Ihr Eure Unterstützung für eine der Prinzessinnen und profitiert dann von deren Bonuseigenschaften. So sammelt Ihr Ressourcen und Einfluss, um schließlich die Krönung auszurufen.
Die Spielregeln werden recht ordentlich (auf Englisch) vermittelt und nach zwei, drei Runden sitzt Ihr spielerisch fest im Sattel. Die Umsetzung ist solide, mehr Zoomstufen wären aber nett gewesen, damit Ihr tatsächlich auch auf den ersten Blick erkennt, welche Karten im Marktplatz ausliegen. Ihr könnt zwar jede Karte per Tastendruck vergrößern, etwas komfortabler und übersichtlicher hätte man das allerdings gestalten können. Solisten spielen gegen KI-Gegner oder versuchen sich am neuen Szenario-Modus. Wer gegen Freunde antreten will, kann dies jedoch nur online tun, lokale Mehrspieler-Modi werden hier leider vermisst.
Meinung
Thomas Nickel meint: Ich habe schon etliche analoge Runden Heart of Crown hinter mir und mich daher sehr über diese Umsetzung gefreut. Der Look des Kartenspiels wurde sauber übertragen und der Szenario-Modus ist eine willkommene Neuerung. Bis auf die etwas kleinteilige Standardansicht entpuppt sich die Portierung auch als gut spielbar und dank gelungener Spielmechanik und zahlreichen Karten als angenehm anspruchsvoll, ohne gleich zu überfordern. Was mich aber doch fuchst, ist der Verzicht auf einen lokalen Multiplayer-Modus – Ihr dürft nur online gegeneinander antreten, damit verschenkt das Spiel leider Spaßpotenzial.
Wertung
+ gelungenes Spielprinzip
+ Szenario-Modus
+ hübsches Design
– reguläre Ansicht ist etwas kleinteilig
– keine lokalen Mehrspieler-Modi
Gelungene Kartenspiel-Portierung mit motivierender Spielmechanik, leider ohne lokale Multiplayer-Option.
Singleplayer78MultiplayerGrafikSound
