Dank der Liebe zu MMOs habe ich die Liebe meines Lebens gefunden

World of Warcraft und Star Wars: The Old Rebublic haben im Leben von unserem ehemaligen MeinMMO Autor Kevin sowohl für privates, als auch für berufliches Glück gesorgt. Das ist die Geschichte dazu.

Der Artikel erschien im Rahmen unserer Aktion Find Your Next Game: Love Edition vom Februar 2023.

Im Leben trifft man viele Entscheidungen und sehr oft wissen wir erst hinterher wie gut oder schlecht diese waren. Manche von diesen verändern sogar das Leben so sehr, dass man sich gar nicht vorstellen mag oder kann, wie es ansonsten gelaufen wäre. Um die Liebe meines Lebens zu finden, musste ich vor allem eine Entscheidung treffen, von der ich damals niemals gedacht hätte, dass sie mich zu ihr führt.

Ich möchte euch daher die kleine Geschichte erzählen, wie ich die Frau kennengelernt habe, die ich dann auch heiraten durfte und mit der ich mittlerweile ein wunderbares Kind habe.

WoW entfachte meine Liebe zu MMOs

Der Release von World of Warcraft im Jahr 2005 hat mein Leben in eine ganz andere Richtung gelenkt. Damals war ich 17 und musste bei meinen Eltern darum betteln, dass sie das monatliche Abo von WoW bezahlen. Gar nicht so einfach den Eltern zu erklären, warum sie jetzt 13 Euro pro Monat dafür bezahlen sollen, dass ihr Kind noch deutlich mehr Stunden vor dem Rechner hängt als sowieso schon. Glücklicherweise haben sie aber irgendwann doch nachgegeben. Tägliches Nerven und stundenlanges davon Reden wie wichtig mir das ist, hat wohl funktioniert.

Es war mein erstes richtiges MMORPG und vor allem das Erste, was mich in seinen Bann gezogen hat. Die riesige offene Welt, die Möglichkeit mit anderen zu spielen, der schnelle und recht einfache Einstieg, sowie all die Dinge, die man entdecken konnte. Es war einfach unglaublich aufregend, weil für mich alles unbekannt und neu war. Sowas hatte ich zuvor im Gaming noch nicht gesehen.

Das war mein erster Charakter in WoW. Ein Paladin, der es bis Level 40 schaffte – aber mit einer Schaufel als Waffe!

Es folgten über die Jahre unzählige Stunden im Spiel und im TeamSpeak. Gerade letzteres ist für mich Teil der ganzen Nostalgie rund um WoW Classic. Bis nachts um 4 Uhr mit anderen im TS zu hängen, dabei in Ironforge mit seinem Charakter im Kreis zu laufen, während man über Gott und die Welt sprach – das war eine besondere, unvergesslich schöne Zeit. Damals war ich zudem noch Raucher und in diesen Nächten wurden die Kippen schneller vernichtet, als ich Lemminge in Lemmings in den Tod stürzen lassen habe. Definitiv unvergessen wie die Tastatur durch die Asche der Zigaretten aussah.

Lemmings war ein Spiel für den Amiga.

Bis heute habe ich über 20.000 Stunden in WoW verbracht. Wie viele ich davon im Kreis gelaufen bin, wäre mal interessant zu wissen. Schlussendlich entfachte WoW ein Feuer in mir für MMOs und im Speziellen für MMORPGs. Entsprechend habe ich danach alles probiert, was als WoW-Killer auf den Markt kam – Herr der Ringe Online, RIFT, Warhammer Online und wie sie alle hießen. Doch eines hat mich ebenfalls in seinen Bann gezogen und wie schon WoW mein Leben in eine neue Richtung gebracht – Star Wars: The Old Republic.

Star Wars und ein neues MMO? Das muss ich spielen!

Das waren meine Gedanken 2009, als ich zum ersten Mal so richtig wahrgenommen hatte, dass es Star Wars: The Old Republic von EA und Bioware geben würde. Natürlich kannte ich Star Wars Galaxies. Allerdings war der Zug zu lange an mir vorbeigefahren, sodass ich bei SWTOR die Chance sah in diesem tollen Universum Fuß zu fassen, denn ich liebe Star Wars.

Damals habe ich mich auf verschiedenen Gamingseiten und durch Magazine über Spiele informiert. 2010 bin ich dann irgendwann per Zufall auf Oldrep.de gestoßen. Vielleicht kennt noch der ein oder andere von euch diese SWTOR Fanseite von gamona, die später dann unter SW-Planet.de weiter existierte. Jedenfalls suchten sie damals freie Mitarbeiter auf ehrenamtlicher Basis, um über SWTOR zu berichten.

Zu der Zeit war ich Student, hatte Zeit und wollte einmal wissen wie es ist, redaktionell zu arbeiten. Meine Studiengänge Germanistik und Skandinavistik würden vielleicht einen redaktionellen Karriereweg nahelegen. Allerdings habe ich mich mehr aus einer Laune heraus beworben und weniger wegen einer konkreten Karrierevorstellung. Oldrep.de schien für mich die Möglichkeit etwas zu schreiben und das über ein Thema, das mich brennend interessierte.

Oldrep.de wurde damals zu SW-Planet.de und beschäftigte sich mit Star Wars allgemein.

Als jemand, der etliche Stunden in MMOs verbrachte und bereit war kostenlos Artikel zu schreiben, war ich schlussendlich wohl ein guter Kandidat für die Seitenbetreiber. Sie haben jedenfalls nicht lange gezögert und mich ins Team aufgenommen. Kostenloser, leidenschaftlicher Mitarbeiter und MMO-Nerd – muss damals traumhaft geklungen haben.

Wie wichtig die Entscheidung war mich damals zu bewerben und das einfach mal zu machen, hat sich erst später gezeigt. Ohne diese Bewerbung hätte ich weder meine Frau kennengelernt, noch würde ich voraussichtlich meinen heutigen Beruf ausüben. Entsprechend war meine Arbeit damals zwar ohne Vergütung, für mein Leben war sie dennoch ein absoluter Gewinn.

Ich bin Gildenleiter – willst du nicht in meine Gilde?

Meine Frau spielte zu der Zeit Aion und Guild Wars. Mit beiden Spielen fand sie ihre Leidenschaft für MMOs und hat einiges in den beiden Games erspielt. Ich bin heute noch erstaunt mit welcher Leichtigkeit sie Dinge in Spielen ergrinden kann – da stinke ich dagegen total ab. Jedenfalls interessierte sie sich auch für SWTOR und hatte während ihres Masterstudiums ein Praktikum bei gamona. Sie war dann Teil von Oldrep.de und dort lernten wir uns kennen.

Das war zunächst eine rein berufliche Zusammenarbeit und blieb eine längere Zeit so. Wir kommunizierten als Team damals über Google Hangouts und mehr steckte erstmal nicht dahinter. Geändert hat sich das erst nach dem Release von Star Wars: The Old Republic. Denn meine Frau suchte nach der Veröffentlichung nach einer Gilde und wie es der Zufall so wollte, war ich damals Gildenleiter einer tollen Gilde namens Calacyria. Wir kamen aus WoW und hatten einfach Lust auch SWTOR zu spielen.

Also sagte ich damals zu meiner Frau: “Hey, ich bin Gildenleiter einer Gilde – willst du nicht in meine Gilde kommen? Das ist kein Problem, ich kann dich einfach dazu holen”. Warum ich das mit dem Gildenleiter betont habe, weiß ich nicht mehr. Als wäre das irgendeine Art von besonderem Merkmal oder eine Auszeichnung. Zum Glück hat sie sich von dem “Schau mal her, wie cool ich bin” nicht stören lassen und ist in die Gilde gekommen.

Was gehört wirklich dazu, eine große Gilde in einem MMORPG zu leiten?

Die beiden SWTOR-Charaktere von meiner Frau und mir auf Makeb.

In der Gilde verbrachten wir logischerweise mehr Zeit miteinander im Spiel, mehr Zeit im TeamSpeak. Wir spielten Dungeons, Raids, erarbeiteten uns hart verdiente Credits und ließen als Kopfgeldjägerin und Sith-Krieger keine Überlebenden zurück – es war großartig. Mit der Zeit entwickelte sich zwischen uns einfach mehr daraus und es kam dazu, dass sie mich auch im wirklichen Leben besuchen kam. Was soll ich sagen: Sie hat mich umgehauen.

Damals war ich mir nicht sicher, ob ich eine Beziehung wollte. Meine letzten paar Beziehungen waren zwar schon zwei bis drei Jahre her, aber irgendwie war ich unschlüssig. Was ich aber wusste: Gehe ich eine Beziehung ein, dann eine, die potenziell mit Hochzeit und Kinder enden könnte. Ich hatte keine Lust mehr auf Kurzgeschichten. Das habe ich ihr damals alles genauso offen und ehrlich gesagt. Es hat sie nicht abgeschreckt und wir gingen eine Beziehung ein, die nun seit über 10 Jahren besteht.

Wir haben uns also über die Arbeit kennen und dann mit der Zeit über SWTOR lieben gelernt. Heute spielen wir zusammen World of Warcraft, da ich sie nach einer bescheidenen Entwicklung von SWTOR davon überzeugen konnte, dass dies unser spielerisches Zuhause sein könnte.

Traumfrau und Traumberuf

Das kleine Zubrot habe ich natürlich nicht vergessen. Dass ich meine Frau gefunden habe, hatte noch einen weiteren entscheidenden Einfluss auf mein Leben. Die Entscheidung, mit ihr ein gemeinsames Leben aufzubauen, hat auch bewirkt, dass ich heute selbstständig bin (in den Bereichen Redaktion, Online-Marketing und Projekt-Management) und für GameStar, GamePro, Mein-MMO und weitere arbeite. Diese Selbstständigkeit wäre ohne sie nie möglich gewesen.

Meine Frau war es, die damals nach dem Studium einen ersten Trainee-Job hatte und damit unser Leben finanzierte. Meine Selbstständigkeit warf in den ersten Monaten nur rund 200 bis 300 Euro pro Monat ab. Entsprechend musste sie uns beide finanzieren und durchbringen. Mittlerweile steht meine Arbeit auf festen und erfolgreichen Beinen. Sie hat ebenfalls einen großartigen Karriereweg bestritten und ist sehr erfolgreich.

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Dennoch ist sie bis heute diejenige, die mich in schweren Momenten der Selbstständigkeit stützt. Ohne sie würde ich meinen Traumberuf nicht ausüben – das weiß ich. Dafür bin ich ihr auf ewig dankbar. Ich kann mich täglich glücklich schätzen eine starke, liebevolle und fantastische Frau zu haben.

All das nur, weil ich 2005 mit WoW angefangen habe, die Liebe zu MMOs entdeckte und daher an SWTOR interessiert war. Mich dann aus der Laune heraus auf eine freie Stelle bei Oldrep beworben habe und das Glück hatte, dass meine Frau über manches “Macho-Ding” hinwegsah. Es sind diese Entscheidungen im Leben, von denen ich hinterher dachte: “Wow, das hat jeweils echt alles verändert”.

Ich freue mich auf die nächsten Abenteuer mit meiner Frau. Ein ganz großes ist aktuell unser Kind und was dann noch kommt, wird sich zeigen. Nur eines ist klar: MMOs werden immer ein Teil unseres Leben sein und wir sind ein verdammt tolles Team. Ehepaar erzählt uns, wie sie sich im MMORPG getroffen haben: “Das größte Problem war natürlich die Entfernung”

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