Nach 20 Jahren gehört Malcolm Mittendrin zu den besten Comedy-Serien aller Zeiten, obwohl sie mit dem Hauptcharakter eigentlich alles falsch macht

Nach fast 20 Jahren kehrt Malcolm Mittendrin mit einer neuen Miniserie zurück. Bis heute erinnern sich viele Zuschauer gerne an die Comedy-Serie zurück. Aber was hat sie eigentlich so gut gemacht? MeinMMO-Redakteur Nikolas Hernes schaut sich genau das an.

Zwischen 2000 und 2006 beglückte Malcolm Mittendrin die Fernsehwelt. Es entstanden 7 Staffeln und mit der 151. Folge endete die Serie. Jetzt kehren Malcolm und seine Familie für die Miniserie Malcolm Mittendrin: Unfair wie immer zurück.

Das trifft auf viel Fanliebe und wenn man sich die Ur-Serie heute anschaut, merkt man, dass sie auch nach 20 Jahren etwas Besonderes ist.

Den Trailer zur neuen Miniserie seht ihr hier:


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Malcolm in the Middle: Unfair wie immer zeigt im Trailer, warum Malcolm sich vor seiner Familie versteckt

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Die etwas andere Sitcom-Familie

Malcolm Mittendrin wirkt auf den ersten Blick wie die klassische Sitcom-Familie: Im Fokus steht der junge Malcolm, der nicht nur mit seinem Schulalltag, sondern auch mit seiner Familie klarkommen muss. Aber diese Serie ist anders. Malcolm Mittendrin gibt sich der Anarchie hin und statt klassische Probleme zu behandeln, wird es absurd.

Auf Plattformen wie TikTok gibt es diverse Meme-Videos, die sich mit der durchschnittlichen Malcolm Mittendrin-Folge beschäftigen. Meist wird Malcolm gezeigt, der irgendwelche Schulprobleme hat, und im Kontrast ist eines seiner Familienmitglieder, das die absurdeste Nebenhandlung hat, die man sich vorstellen kann: Etwa sein Bruder Reese, der in der 6. Staffel plötzlich verkleidet in Afghanistan landet – alles nur, weil Malcolm ihm die Freundin gestohlen hat.

Das funktioniert als humorvoller Kontrast auf der oberflächlichen Ebene, und die einzelnen Folgen haben verschiedene Fallhöhen. Gleichzeitig sorgen die normalen Probleme von Malcolm dafür, dass die Welt der Serie gerade so noch glaubwürdig ist.

Fast alle Nebenfiguren sind spannender als Malcolm, die titelgebende Hauptfigur. Eigentlich ist das ein Problem, das Serien schaden würde, aber die Comedy-Serie schafft es damit, eine besondere Erfahrung zu erzeugen, die bis heute einmalig ist.

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Malcom ist wie wir: total langweilig

Malcolms Probleme in der Serie sind meist bekannte Themen: die erste Liebe, Probleme in der Schule oder Konflikte mit seiner Mutter oder seinen Brüdern. Im Vergleich zu Hal, der eine Bande von Bodybuildern zähmt, Reese, der sich in einem Paket nach China verschickt, oder Dewey, der sich eine Orgel aus gestohlenen Alltagsgegenständen baut, wirken das wie Nichtigkeiten, die man in den Folgen gar nicht sehen möchte.

Die Serie schafft es aber immer, ein gutes Tempo zu finden, damit die Handlungen sich nicht ziehen oder gegenseitig beißen. Sie weben sich ineinander ein. Dabei hilft es, dass Malcolm ständig die vierte Wand bricht. Er schaut in die Kamera und kommentiert das Geschehene. Man kennt es heutzutage am ehesten von Deadpool.

Das ist nicht einfach nur ein Gag, sondern ein Anker für die Zuschauer. Malcolm scheint der einzige Normale zu sein, in einer Familie und Welt, die sich dem Chaos hingegeben hat. Malcolm ist im Vergleich langweilig, aber das sind wir als Zuschauer auch. Er verstärkt die anarchistischen Nebenhandlungen, weil er ganz anders ist. Man könnte ihn mit Jim aus The Office vergleichen, nur dass sich Malcolm Mittendrin mehr traut, sich die Kontraste zu eigen zu machen.

Malcolm wird bewusst als langweiliger dargestellt als der Rest seiner Familie. Dennoch zeigt die Serie, dass er trotzdem wichtig ist. Auch seine Probleme sind bedeutend und demnach auch die von uns langweiligen Zuschauern. Die Serie wäre aber nicht bis heute so bekannt, wenn der Kern fehlen würde, den jede gelungene Sitcom braucht.

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Familie steht weiterhin im Mittelpunkt

Trotz all der Konflikte und schlimmen Taten, die einige Figuren in der Serie begehen, hat Malcolm Mittendrin einen liebevollen Kern: Egal, was passiert, die Familie bleibt Familie. Daraus entstehen schöne Momente, wie das Finale von Folge 3 aus Staffel 4. Hals Familie behandelt Lois ziemlich mies, wie eine Außenseiterin.

Malcolm, Reese, Francis und Dewey sehen ihre Mutter weinen und entscheiden sich dazu, Rache zu nehmen. Sie nehmen einen Golfwagen und verwüsten die gesamte Geburtstagsfeier. Die Szene zeigt, dass sie trotz allem eine Familie sind.

Und allgemein verstecken sich in diesen völlig verrückten Handlungssträngen eben doch die Themen, die klassische Sitcoms behandeln: Es geht um Lebenskrisen, kindliche Rebellion, Liebe und Mobbing. Das alles steckt in Malcolm Mittendrin, aber eben ohne das Bild einer perfekten Familie zu kreieren, wie man es aus alten Sitcoms kennt.

Dafür müssen die Chemie der Schauspieler, das Timing der Szenen und auch das Drehbuch stimmen, und genau diese Leistung gelingt Malcolm Mittendrin meist wunderbar.

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Malcolm Mittendrin sollte nicht funktionieren, tut es aber trotzdem und genau das passt wohl zu den vielen Episoden der Serie. Ob die Fortsetzung genau das schafft, kann man ab dem 10. April auf Disney+ sehen. Auch eine andere Comedy-Serie ist zurückgekehrt: Die neue Staffel von Scrubs fängt ziemlich gut an, doch eine Entscheidung kann ich trotzdem nicht verzeihen

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