Falls ihr euch jemals die Frage gestellt habt, ob eure Würfel in Dungeons & Dragons einen eigenen Willen haben und sich entweder für euch einsetzen oder gegen euch wenden könnten: MeinMMO-Redakteurin Caro wird euch beweisen, dass manche Würfel tatsächlich nur bezahlte Schauspieler sind.
Es gibt Situationen in Rollenspiel-Momenten wie auch in Dungeons & Dragons, in denen man sich fragt: Wie zur Hölle hat das geklappt? Welche Würfelgötter oder -dämonen hatten da ihre Finger im Spiel?
Ich selbst glaube nicht an außerweltliche Würfel-Entitäten, es ist nämlich um einiges simpler: Manche Würfel sind schlichtweg bezahlte Schauspieler, die sich trotz jeglicher Wahrscheinlichkeitsrechnung für das Ergebnis entscheiden, für das sie Lust und Laune haben.
Um euch das zu beweisen, möchte ich euch von einem Moment aus unserer D&D-Kampagne erzählen. In dieser Situation hat die Entscheidung der Würfel trotz einer Wahrscheinlichkeit von nur 0,01 % – also 1 in 10.000 Mal – für einen unglaublich unwahrscheinlichen, aber perfekt inszenierten Moment gesorgt. Und dieser gilt für mich auch nach einem Jahr immer noch als einer der erinnerungswürdigsten Momente der Reise unserer Abenteurer.
Diesen Hinweis möchte ich euch jedoch bereits im Voraus geben: Lasst eure Barden trotz der folgenden Ereignisse bloß nicht so leichtsinnig sein wie die Bardin meiner Freundin.
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Autoplay
Neugier geht über Vorsicht – zumindest für leichtsinnige Idioten wie wir
Um euch für den Moment abzuholen: Wir befinden uns gemeinsam bei einer langen Rast. Die Gruppe ist während eines Besuchs im Feywild auf glitzernden Feenstaub gestoßen, den vor allem unsere Bardin, der Charakter meiner Freundin, am meisten beäugelt.
Ihre Bardin ist stark an eine bekannte Rocksängerin der 70er/80er-Jahre angelehnt – sie besitzt nicht ohne Grund den Namen „Nikkie Steves” – und hat daher ein wenig „Erfahrung” mit der Substanz, die wir als Gruppe aufgesammelt haben. Was wir unter Feenstaub verstehen, muss daher vermutlich nicht weiter erklärt werden.
Zurück zur Szene: Nikkie ist vollkommen begeistert, endlich mal wieder dieses Zeug zu Gesicht zu bekommen, und entscheidet sich dazu, nach der längeren Dürre ein wenig Feenstaub zu „konsumieren”. Und das trotz der Sorge mancher ihrer Begleiter, die sich jedoch nicht von Neugier freisprechen können, was dadurch passiert.
Unsere DM (Spielleiterin) möchte, dass meine Freundin einen W100 wirft, ähnlich wie bei einem ausgelösten Einsatz von Wilder Magie. Das bedeutet, dass der Effekt zufällig aus einer Tabelle entnommen wird, je nachdem, welche Zahl geworfen wird.
Nikkie zieht, sie würfelt … sie schrumpft. Eine Kopfgröße lang, nichts Wildes. In Anbetracht all der namensgeblich wilden Auswirkungen von Wilder Magie ein recht milder Effekt. Gut gegangen. Doch da will Nikkie noch nicht aufhören.
„Ich kenn das Zeug bereits, mach dir nicht so ‘nen Kopf.”
Von dem Nervenkitzel der Gefahr gepackt oder einfach nur durch rücksichtlose Neugier will meine Freundin, dass ihre Bardin erneut Feenstaub nimmt. Nun werde aber auch ich nervös, denn das Glück sollte man nicht nochmal herausfordern, vor allem nicht, wenn Wilde Magie im Spiel ist!
Meine Hexenmeisterin fragt sie daher, ob das wirklich so eine gute Idee sei, schließlich könnte es gefährlich sein, doch Nikkie besteht darauf. Sie kenne sich seit Jahren mit dem Zeug aus und es sei noch nie etwas Schlimmes passiert. Es gäbe daher nichts, worüber man sich Sorgen machen müsse.
Um ihren Standpunkt zu verteidigen, greift sie erneut zum Feenstaub und muss erneut würfeln. Die Gruppe starrt gebannt auf die Bardin, alle am Tisch starren auf unsere DM und Nikkie …
… wächst einfach wieder auf ihre normale Größe zurück.
Sie hat genau die Zahl auf der Tabelle geworfen, die sie einen Kopf wachsen lässt, also genau den nötigen Effekt, um den vorherigen rückgängig zu machen. Zweimal hintereinander warf sie mit einem W100 genau die Zahlen, um ihren gefährlichen Feenstaub-Konsum deutlich harmloser erscheinen zu lassen, als er sein könnte. Eine „Hundertstel-einer-Hundertstel“-Chance. Also 1 zu 10.000 oder auch 0,01 %,
Ich wusste nicht, ob ich froh sein sollte oder mich einfach nur verarscht fühlte, als ich mit den Worten „Siehst du, alles halb so wild” frech angegrinst wurde.
Und die Moral der Geschichte? Die Folgen von leichtsinnigem Konsum: nichts. Unsere Bardin hat absolut nichts gelernt und hatte dabei auch noch tatsächlich recht. Danke, Würfel.
Habt ihr selbst solche absurden Momente durch absolut unwahrscheinliche Würfe erlebt? Leben eure Würfel etwa auch? Lasst es uns gern in den Kommentaren wissen! Lasst euch durch Nikkies Glück nicht beirren und von ihrem Leichtsinn einstecken. Dungeons & Dragons kann je nach der Gnade eures Spielleiters schnell nach hinten losgehen, wenn ihr rücksichtlose Entscheidungen trefft.
Auch wenn es sich bei der Situation um keine starke Lektion handelte, sorgte sie für einen sehr erinnerungswürdigen Moment, der mich regelmäßig den Kopf schütteln lässt, wenn meine Hexenmeisterin ihrer dreißigsten Nat 1 der Session entgegenblickt. Die kann sich übrigens auch nicht von allen Fehltritten freisprechen, doch trotz klischeebehaftetem Edgelord-Faktor versuche ich, niemandem am Tisch den Spaß zu verderben: Ich bin die düstere Klischee-Hexenmeisterin in unserer D&D-Gruppe, schaffe es aber damit nicht allen auf die Nerven zu gehen
Der Beitrag Anstatt meine Freundin für ihren Leichtsinn in D&D zu bestrafen, stellten sich die Würfel auf ihre Seite – und das bei einer Chance von 1 zu 10.000 erschien zuerst auf Mein-MMO.
