MeinMMO-Redakteur Nikolas Hernes hat sich auf der gamescom 2025 eine Parodie zu Escape from Tarkov angeschaut, weil das Spiel Enten hatte. Doch er wurde überrascht, denn nach dem ersten Eindruck weiß er: Es könnte ein kompetentes Survival-Spiel werden.
Um welches Spiel geht es? Schon länger ist bekannt, dass mit Escape from Duckov eine Parodie zum Extraction-Shooter Escape from Tarkov erscheint und das noch dieses Jahr. Auf der gamescom musste ich die Chance natürlich nutzen und das absurde Spiel des Entwicklers Team Soda ausprobieren. Durch einen Playtest konnte ich sogar nach der Messe noch einmal ins Spiel reinschauen.
Ich persönlich bin kein großer Freund von Extraction-Shootern. Ich habe nach knapp 13 Stunden sogar bei Hunt: Showdown aufgegeben, obwohl ich das Setting und die Atmosphäre ziemlich cool finde. Das Spielprinzip ist einfach nicht meins, dafür spiele ich Shooter zu sehr als Casual.
Auch bei Escape from Duckov hatte ich anfangs meine Probleme. Der Gameplay-Loop hat sich mir vorerst nicht erschlossen, und ich rannte herum und versuchte vergeblich, die Gegner auf der Map zu erledigen. Nach mehreren Toden war ich aber fasziniert, denn plötzlich hatte ich Spaß, weil Duckov so anders ist als klassische Extraction-Shooter.
Autoplay
Abseits der Parodie ein kompetentes Spiel
Warum hat es plötzlich Klick gemacht? Ein wichtiger Punkt sind die Kämpfe. Escape from Duckov ist im Kern ein Top-Down-Shooter, und der fühlte sich ziemlich gut an. Es ist ein recht langsames Spiel, doch die Rolle und das richtige Nutzen der Deckung haben gut funktioniert. Auch das Trefferfeedback hat mir gut gefallen, vor allem der Sound.
Die vielen Enten und der eigene Vogel, den man im Editor ziemlich absurd und hässlich gestalten kann, lockern das Ganze auf. Es ist einfach lustig, wenn man die Welt erkundet und plötzlich mit Quaken konfrontiert wird und ein Kampf entsteht.
Nach einiger Zeit funktionierte auch der andere Bereich des Genres gut. Wie in einem Survival-Spiel sammelte ich Loot und traf regelmäßig die Entscheidung, ob ich weitererkunde und meinen Loot riskiere oder zur Basis watschel, um alles in Sicherheit zu bringen. Das lohnt sich auch, denn in der Demo gab es etwa eine Brücke, die ich mit Holzbrettern reparieren musste.
Mein großes Highlight beim Erkunden war ein NPC, den ich in einem Haus gefunden habe. Es war eine muskulöse Ente mit einem Sixpack, die 2 Eier haben wollte. Beim Versuch, sie zu bekommen, wurde ich aber von 2 Enten umzingelt und letztendlich erledigt.
Doch ich war nicht frustriert, denn Escape from Duckov fühlt sich wie ein entspanntes Cozy-Game an, weil es so viel anders macht, als klassische Extraction-Shooter.
Alles, was ich nicht leiden kann, fehlt hier
Was ist anders? Der größte Punkt für mich ist, dass man nicht gegen echte Spieler kämpft. Dadurch bleibt ein gewisser Druck weg. Dennoch ist das Spiel schwer. Man muss aufpassen, wie man sein Equipment nutzt, denn wenn man einmal das falsche Gebiet unvorbereitet betritt, ist man schnell erledigt.
Wenn man stirbt, kann man schnell wieder ins Geschehen und hat noch eine Chance, alten Loot zu ergattern. Es entsteht ein schneller Loop, da man weiß, wo man lang muss oder wo man erst einmal lieber nicht lang sollte. Das schnelle Respawnen sorgt für eine weniger frustrierende Erfahrung als in Onlinespielen, bei denen man sich erst wieder verbinden muss.
Upgrades durch Erfahrungspunkte und Geld sind auch eine befriedigende Belohnung, auch wenn man sich nicht traut, viel zu erkunden.
Das Base-Building habe ich mir nicht angeschaut, aber das verspricht zumindest auf der Steam-Seite diverse Möglichkeiten. Viele Baupläne und Ressourcen, die ich anfangs nicht gebrauchen konnte, untermauern das auf jeden Fall.
Kurz gesagt: Das Spiel bot in der Demo Erfolgserlebnisse, und schon eine kurze Session von 5 bis 10 Minuten hat sich gut angefühlt. Falls ich dann doch Lust auf Nervenkitzel hatte, versuchte ich, eine der Gegnerbasen zu erledigen. Auch wenn das meistens scheiterte. Es war trotzdem ein gutes Spiel für zwischendurch.
Was fehlt noch? Ich konnte zwar nur die Demo spielen, doch ein paar Wünsche für die Zukunft habe ich schon. Ein Koop-Modus könnte auch in der PvE-Struktur gut funktionieren und bestimmt mehr Spaß machen, da man im Kampf anders vorgehen kann.
Ich hoffe auch, dass es mehr Quests gibt, da sie für Spieler wie mich einen roten Faden erschaffen, an dem man sich im Survival-Gameplay hangeln kann. Abseits davon könnte Escape from Duckov ein ziemlich kompetentes und auch lustiges Survival-Game werden, das sogar für Extraction-Hater wie mich interessant ist. Mehr von der gamescom lest ihr hier: Wenn der Gaming-Trend der nächsten Jahre der gamescom 2025 folgt, steht uns eine tolle Zeit bevor
Der Beitrag Ein Spiel auf Steam sieht aus wie die absurde Parodie von Escape from Tarkov, macht erstaunlich viel Spaß dafür, dass man eine Ente spielt erschien zuerst auf Mein-MMO.
