Die Streamerin Kunshikitty wollte mit ihren knapp 225.000 Followern auf Twitch Silvester feiern. Doch während sie in Köln unterwegs war, wurde sie mehrmals mit Knallerbsen beworfen. Der Vorfall verbreitete sich in den sozialen Medien und wurde dort instrumentalisiert.
Das war die Situation: Die Twitch-Streamerin Kunshikitty veranstaltet jedes Jahr am 31. Dezember einen Silvester-Stream. Der Jahreswechsel nahm diesmal jedoch eine unschöne Wendung: Kurz vor Mitternacht wurde die Streamerin mehrmals attackiert.
Gegen 23:45 wurde Kunshikitty von einem Unbekannten mit einer Knallerbse beworfen, und am Kopf getroffen. Die Streamerin schrie auf, fasste sich an den Kopf. Wenige Minuten später wurde sie erneut getroffen.
Kunshikitty ließ sich von dem Vorfall nicht entmutigen und führte ihren Stream fort. Mitschnitte verbreiteten sich allerdings rasant auf Social Media und wurden zum Teil hunderttausende Male gesehen, wie etwa hier auf X.
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Angriff auf Streamerin wird instrumentalisiert
Der Vorfall wurde auch international im Subreddit r/LivestreamFail diskutiert, der größten Streaming-Community auf Reddit. Der Thread erhielt dort mehr als 32.000 Upvotes, viele der Kommentare mussten jedoch von Moderatoren entfernt werden, ehe die Kommentare ganz geschlossen wurden.
Die Behauptung des Thread-Erstellers, Kunshikitty habe ihren Zuschauern beweisen wollen, dass es als Frau möglich sei, sicher an Gruppen von feiernden Männern vorbeizulaufen, lässt sich nicht nachvollziehen. Stattdessen hatte die Streamerin bereits im Vorfeld erklärt, dass es an Silvester in Köln heftig zugehe. So sprach sie davon, sich „ins Kriegsgebiet“ zu begeben und gestand, Angst vor dem Feuerwerk zu haben.
Unmittelbar, bevor sie ein zweites Mal getroffen wurde, sagte Kunshikitty, es sei traurig, dass man als Frau nicht einmal in männlicher Begleitung sicher davor sei, abgeworfen zu werden. Sie mutmaßte, dass derjenige sich wohl nicht getraut hätten, wenn sie ein „Zwei-Meter-Türsteher“ wäre.
In einem Stream am 1. Januar 2026 stellte Kunshikitty klar, dass sie nichts habe beweisen wollen. Jegliche Behauptungen dieser Art sollten demnach nicht ernst genommen werden. Auch Meldungen, sie wolle rechtliche Schritte einleiten, entsprächen nicht der Wahrheit (X).
Im deutschsprachigen Streaming-Subreddit r/Laesterschwestern mussten Moderatoren ebenfalls durchgreifen, nachdem es zu rassistischen Kommentaren gekommen war. Die verbliebene Diskussion dreht sich vor allem um Kritik am Verhalten der Verantwortlichen. Einige Nutzer fordern, dass der Angriff zur Anzeige gebracht wird, andere sprechen sich für ein Böllerverbot aus. Schließlich hätte die Sache wortwörtlich „ins Auge“ gehen können.
Im Zusammenhang mit dem Angriff auf Kunshikitty kommt es erneut zu Diskussionen rund um IRL-Streams. Dabei verlassen Streamer ihre Gaming-Zimmer und begeben sich „ins echte Leben“. Das klingt zwar harmlos, sorgt aber immer wieder für Probleme.
So fühlen sich einige Passanten gestört von den filmenden Streamern – schließlich will nicht jeder ohne Einverständnis tausenden Menschen im Internet präsentiert werden. Für die Content Creator kann es sogar richtig gefährlich werden: So kam es in der Vergangenheit schon zu mehreren Übergriffen und „IRL Stream Sniping“, bei dem Zuschauer herausfinden, wo sich die Streamer gerade aufhalten.
Hinweis: Das Thema ist aufgrund der sexuellen Übergriffe, die sich am 31. Dezember 2015 in Köln ereigneten, stark politisch aufgeladen. Der Angriff auf Kunshikitty wird in diesem Zusammenhang instrumentalisiert. Wir haben uns daher entschieden, die Kommentare geschlossen zu halten, da wir die Moderation mit der Feiertagsbesetzung nicht gewährleisten können.
Danke für euer Verständnis.
Der Beitrag Twitch-Streamerin will Silvester in Köln zeigen, wird mehrmals attackiert – Muss sich gegen üble Behauptungen wehren erschien zuerst auf Mein-MMO.
