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Bei der Ankündigung wunderten sich alle über die kuriose Kooperation, doch das Resultat entpuppt sich als durchdachte Kombination der einzelnen Ingredienzen. Knackpunkt ist, dass deutlich mehr Rock Band als Lego-Klamauk im Produkt steckt. Habt Ihr Mikrofon, Gitarre und Schlagzeug an Eure Heimkonsolen angeschlossen, spielt sich der Bandspaß genauso wie die ’erwachsenen’ Brüder. Einziger nennenswerter Unterschied: Fliegt ein Musikant durch zu viele Fehler raus, muss er nicht darauf hoffen, dass ihn seine Kollegen rechtzeitig retten. Stattdessen solltet Ihr hier einfach bei den folgenden zehn Noten möglichst viele treffen, schon seid Ihr wieder mit dabei.
Die Karrierestruktur erinnert stark an Rock Band 2: Absolviert Auftritte und sammelt Fans, Geld und Sterne, um weitere Gigs zu ergattern oder Vehikel zu kaufen, mit denen es anderswo hingeht. Stellt Roadies und weitere Helfer ein, die Eure Werte verbessern, und gewinnt Mobiliar für Euer Hauptquartier. Das lässt sich in bester Lego-Manier liebevoll verzieren, auch die Musiker und ihre Instrumente können neu ausgestattet werden. Habt Ihr bestimmte Bedingungen erfüllt, tretet Ihr zu Rock-Power-Herausforderungen an, die besonders witzig inszeniert sind. Weil Lego Rock Band auch jüngere Spieler ansprechen soll, wurde die Songliste poppiger angelegt, die Notenspuren auf höheren Schwierigkeitsstufen stellen aber auch Experten zufrieden. Zum Schutz der lieben Kleinen sind keine Online-Duelle möglich und es können (nur auf PS3 und Xbox 360) nur jugendfreie Songs aus dem Store bzw. den alten Rock Band-Teilen übernommen werden. Ach ja: Ein Instrumenten-Set gibt es nicht, Gitarre & Co. müsst Ihr Euch anderweitig kaufen.
Die DS-Fassung benötigt im Gegensatz zum mobilen Guitar Hero keine Peripherie, es wird das Konzept von Rock Band Unplugged (PSP) in abgewandelter Form verwendet: So spielt Ihr immer nur eine Instrumentenspur. Trefft Ihr genug Noten, läuft diese eine Weile automatisch weiter und Ihr könnt zu den anderen Bandmitgliedern wechseln. Das hat mit den gängigen Musikspiel-Prinzipien nur wenig gemein, funktioniert aber prima. Ansonsten wurde die Karriere etwas gestrafft und mangels Modulplatz die Songzahl reduziert: DS-Klötzchenrocker müssen mit 25 statt 45 Titeln auskommen.
Meinung
Ulrich Steppberger meint: Bei den ’normalen’ Lego-Spielen macht sich bei mir inzwischen Müdigkeit breit, doch Lego Rock Band finde ich prima. Das Grundkonzept funktioniert so gut wie immer, das Klötzchen-Drumherum dient als Basis für eine gelungene Karriere – und wer den Look nicht mag, kann auf PS3 und Xbox 360 die Songs in andere Rock Bands importieren. Schade finde ich aber, dass die Entwickler bei der Menge knauserten (45 Lieder für einen nicht Interpreten-spezifischen Titel ist wenig) und Online-Modi fehlen – am angepeilten Jugendschutz allein kann das doch nicht liegen? Im direkten Vergleich bietet Band Hero mehr Inhalt, doch in Sachen Charme und Witz liegen die Klötzchen-Rocker bei mir vorn.
Die Songs
All American Rejects – ”Swing, Swing”
Blur – ”Song 2”
Carl Douglas – ”Kung Fu Fighting”
Counting Crows – ”Accidentally in Love”
David Bowie – ”Let’s Dance”
Europe – ”The Final Countdown”
Good Charlotte – ”Girls & Boys”
Iggy Pop – ”The Passenger”
Jackson 5 – ”I Want You Back”
Kaiser Chiefs – ”Ruby”
Katrina & the Waves – ”Walking on Sunshine”
KT Tunstall – ”Suddenly I See”
P!nk – ”So What”
Queen – ”We Are the Champions”
Queen – ”We Will Rock You”
Rascal Flatts – ”Life is a Highway”
Ray Parker Jr. – ”Ghostbusters”
Spin Doctors – ”Two Princes”
Sum 41 – ”In Too Deep”
Supergrass – ”Grace”
The Automatic – ”Monster”
The Primitives – ”Crash”
Tom Petty – ”Free Fallin‘”
Vampire Weekend – ”A-Punk”
We the Kings – ”Check Yes Juliet”
Wertung
25 Originalsongs
19 klotzige Auftrittsorte
9 Rock-Power-Spezialauftritte
Songs von und zu anderen ”Rock Band”-Teilen auf PS3 und 360 transferierbar
Launiges Musikspiel, das die Stärken beider Marken gelungen vereint – nur die Songzahl ist niedrig.
Singleplayer74MultiplayerGrafikSound
