Jordan Peele ist heute vielen vor allem als Regisseur von Horrorfilmen bekannt. Doch zuvor absolvierte er bereits eine Karriere als Schauspieler und Autor in Comedy-Formaten. Ein ziemlich schlechter Animationsfilm ließ ihn umdenken.
Wer heutzutage den Namen Jordan Peele hört, denkt vermutlich an einen seiner Horrorfilme. Besonders Get Out, Peeles Regiedebüt aus dem Jahr 2017, kann bereits als moderner Klassiker des Genres bezeichnet werden und hat eine treue Fangemeinde – sogar für Angsthasen ist der Streifen geeignet.
Der spannende Mix aus Horrorfilm und schwarzer Komödie mit gesellschaftskritischem Kommentar überraschte bei seinem Erscheinen nicht nur aufgrund der hohen Qualität, sondern auch, weil wohl nur wenige Menschen dem Comedy-Talent Jordan Peele zutrauten, derart im Horror-Genre zu brillieren.
Er selbst hat jedoch verraten, was der genaue Grund für seinen Ausstieg aus der Comedy-Welt und der Schauspielerei war. Die Antwort: Ein ziemlich mieser Animationsfilm, und eine Rolle, die einfach zu niederschmetternd schien.
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Ein Emoji führt zum Umdenken
Was erzählt Jordan Peele? Im Rahmen der DGA Awards, einem Preis für Regiearbeit, berichtete Peele laut Vanity Fair davon, wie er überhaupt dazu kam, seinen eigenen Horrorfilm zu drehen. Zuvor war er noch im Komödienbereich tätig und bekam eines Tages eine ganz besondere Synchronrolle angeboten.
Er sollte den Charakter Poop in Emoji – Der Film sprechen. Dieser Animationsstreifen erschien 2017 und machte verschiedene bekannte Emojis zu Hauptfiguren in einer quietschbunten Geschichte. Der Film kam ziemlich schlecht an und erhielt von der Fachpresse auf Rotten Tomatoes bei 132 Reviews magere 6 % Zustimmung. Die Zuschauer werten etwas besser, über 25.000 User gaben 36 %.
Der Film zählt deshalb wahrlich nicht zur Sternstunde der Animationskunst. Doch schon bevor er ins Kino kam, stürzte er Jordan Peele in eine Sinnkrise. Er erhielt das Angebot, das Kothaufen-Emoji zu sprechen – ein Umstand, der ihn seine gesamte Schauspielkarriere hinterfragen ließ:
Der Emoji-Film hat mir tatsächlich dabei geholfen, mit der Schauspielerei aufzuhören […] Das ist wahr. Das würde ich mir nicht ausdenken.
Jordan Peele (Quelle: Vanity Fair)
Mit seiner Entscheidung, ob er die Rolle annehmen sollte, ließ er sich einen Tag Zeit. Als er schließlich mit seinem Manager telefonierte, um zu erfahren, wie hoch das Gehalt sei, sagte dieser, dass Peele bereits zu spät dran sei. Die Rolle des Kothaufens sei bereits an jemand anderen vergeben worden. Dieser andere war niemand Geringerer als die Schauspiel-Legende Sir Patrick Stewart.
Das war der Punkt, an dem Peele genug hatte. Er beschloss, mit der Schauspielerei aufzuhören und seinen eigenen, düsteren Horrorfilm zu drehen. Das Ergebnis war Get Out, und Genre-Fans können sich glücklich schätzen, dass der Emoji-Film den Regisseur zu dieser Entscheidung gedrängt hat.
Get Out kann wiederum auf einen hervorragenden Score auf Rotten Tomatoes blicken. 403 Reviews gaben dem Film 98 %, über 50.000 User werten mit 86 %. Damit gehört der Horrorfilm zu den besten seines Genres.
Und Jordan Peele drehte mit Us und Nope zwei weitere Horrorfilme. Ab und an ist er trotz seiner damaligen Entscheidung noch immer als Sprecher oder als Schauspieler zu hören und sehen, etwa in Big Mouth. Und auch am nächsten Projekt von Entwickler-Legende Hideo Kojima ist er beteiligt, das bereits für Vorfreude sorgt: Spieler trauern 11 Jahre lang einem Horror-Game nach, das nie erschienen ist, doch ein Trailer schürt jetzt neue Hoffnung
Der Beitrag Einen der besten Horrorfilme der letzten Jahre gibt es nur, weil ein Schauspieler in einer Komödie einen Kothaufen sprechen sollte erschien zuerst auf Mein-MMO.
