Viele Charaktere aus Die Simpsons wurden zu ikonischen Figuren der Serie. Doch nur wenige sterben permanent. Einer der traurigsten Tode ist dabei auch einer der besten Gags und eine Ehrung für eine der bekanntesten Stimmen des Kinos.
Um welchen Charakter geht es? In der 6. Folge der ersten Staffel (1990) lernt Lisa Zahnfleischbluter Murphy kennen. Er ist eine wichtige Nebenfigur, weil er Lisa nachhaltig beeinflusst hat. Lisa traf ihn und er weckte in ihr die Liebe zum Jazz und zum Saxofon, einem ihrer Markenzeichen.
Er war also ihr Vorbild. In der 22. Folge von Staffel 6 (1995) kam es aber zu einer der traurigsten Episoden der Serie. Als Bart im Krankenhaus ist, trifft Lisa dort auch Zahnfleischbluter Murphy. Sie spielen zusammen am Saxofon und die Szene verdeutlicht noch einmal, wie nahe sich die beiden stehen. Doch danach stirbt Murphy (off-screen) im Krankenhaus.
Das stürzt sie in eine Sinneskrise, weil sie darüber nachdenkt, dass sich niemand an Murphys Musik erinnern wird. Er war kein berühmter Musiker. Doch am Ende der Folge nutzt man einen emotionalen Moment, für einen ziemlich guten Gag, der auch den Sprecher ehrt.
Autoplay
Eine ungesehene Ikone
Was ist das für ein Gag? Am Ende der Folge schafft es Lisa, einen Song von Murphy im Radio abzuspielen. Danach sieht sie in einer Wolke den Verstorbenen. Er dankt ihr, doch plötzlich tauchen 3 andere Figuren auf:
Mufasa aus König der Löwen, der sagt: Du musst meinen Tod rächen, Kimba. Äh, ich meine Simba.
Darth Vader aus Star Wars, der sagt: Luke, ich bin dein Vater
Der Schauspieler James Earl Jones, der sagt: This is CNN (übersetzt: Das ist CNN)
Hier verstecken sich gleich 2 Gags drin: Zum einen sagt Mufasa Kimba. Das spielt auf die Anime-Serie Kimba, der weiße Löwe an, die zum ersten Mal 1965 lief. Die Ähnlichkeit der beiden Franchises sorgte in der Vergangenheit für Kontroversen, ob Disney Elemente nicht geklaut habe (Quelle: The Hollywood Reporter).
Der andere Gag versteckt sich in der Stimme. Alle Figuren, auch Murphy, werden von James Earl Jones gesprochen, weswegen es kein Zufall ist, dass sie alle in der Wolke auftauchen. Damit ehrt die Folge nicht nur den Charakter Murphy, sondern auch Jones als Ikone des Kinos.
Was hat James Earl Jones alles gemacht? Der Schauspieler, der am 9. September 2024 verstorben ist, arbeitete seit 1962 als Schauspieler und Synchronsprecher. Er lieh nicht nur den Figuren Mufasa (auch im Remake von 2019) und Darth Vader seine Stimme (bis 2022 in Obi-Wan Kenobi), er hatte auch einige Rollen vor der Kamera.
So spielte er etwa Thulsa Doom in Conan der Barbar oder King Jaffe Joffer in Prinz von Zamunda (auch in der Fortsetzung aus dem Jahr 2021). Sein Satz in der Folge spielt darauf an, dass er für das Intro des Senders CNN im Jahr 1994 das Intro eingesprochen hat (Quelle: YouTube).
Warum ist der Gag so gut? Es ist kein Witz, bei dem man lachend auf dem Boden liegt, aber er hat mehrere Ebenen. Er zerstört nicht die emotionale Stufe der Folge, ehrt sogar die Stimme hinter Murphy. Dieser Gag funktioniert auch nach über 30 Jahren, auch nach dem Tod von James Earl Jones.
Die Folge im Ganzen zeigt die große Stärke der frühen Simpsons-Staffeln: Man ist albern, oftmals dämlich, aber man behandelt die eigenen Figuren meist mit Respekt und erzeugt so eine einzigartige Liebenswürdigkeit.
Unter den US-Cartoons gibt es auch eine gewisse Rivalität, die man manchmal nach außen trägt. Für fiese Seitenhiebe gegen Family Guy belohnten die Simpsons einen Konkurrenten: Die Macher von South Park machten sich in einer Spezial-Folge über Family Guy lustig, erhielten dafür Blumen von den Simpsons-Autoren
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