Gamer baut sein eigenes DnD-Spiel für eine 27-jährige Konsole, die ihr wahrscheinlich noch im Keller habt

Spieleentwicklung ist nicht für jeden etwas, doch ein Programmierer wollte es wissen: Er entwickelte ein DnD-Spiel für den Game Boy Color, und nach einigen Monaten harter Arbeit dürft ihr nun selbst in die pixelige Fantasywelt eintauchen.

Um welches Spiel dreht es sich? Ein neues Spiel für eine ikonische Konsole: Labyrinth of the Dragon heißt der Titel, und dieser wurde vom Programmierer Ryan vom YouTube-Kanal „NesHacker“ für den Game Boy Color entwickelt.

Es handelt sich dabei um einen 8-Bit-Dungeon-Crawler, der im Universum von Dungeons & Dragons angesiedelt ist. Was die Handlung angeht, so findet ihr euch als Held in einem Dungeon wieder und müsst Rätsel lösen, Gegner besiegen, Bosse herausfordern, Items sammeln und natürlich überleben.

Er selbst beschreibt dabei die Entwicklung als spannend, denn, obwohl das Spiel jetzt draußen ist und simpel aussieht, so liegen tausende Reihen an Code und monatelange Arbeit hinter ihm. Das Ergebnis lässt sich aber sehen, und wer Lust hat, kann das Spiel sogar selbst testen und zocken.

Ein kleines DnD-Abenteuer für unterwegs

Was bietet das Spiel? Labyrinth of the Dragon bietet euch eine Menge Inhalte, denn ihr könnt Folgendes erwarten:

12 Monster/Bosse

8 erkundbare Dungeons (mit allerlei Rätseln)

4 spielbare Charaktere

Das einzige Problem, das es gibt, ist die fehlende Option, das Spiel zu speichern. Denn schließt ihr es, müsst ihr beim nächsten Einschalten eurer Konsole oder eures Emulators wieder von vorn beginnen. NesHacker teilt jedoch auf itch.io mit, dass er daran arbeitet, ein Speicherfeature zu implementieren.

Wie lief die Entwicklung ab? Die Entwicklung teilte sich Ryan auf. Er selbst war für den Code sowie den Zusammenbau des Spiels verantwortlich. Für die Designs engagierte er einen professionellen Künstler und finanzierte diese mithilfe von Spenden aus der Community.

Um das Spiel (den Code) zu bauen, ging es jetzt an die Wahl der Engine, doch Ryan wollte kein vorgefertigtes Programm verwenden. Deshalb entschied er sich, in der Programmiersprache C und unter Verwendung des GBDK (Game Boy Development Kit) seine eigene zu bauen.

Nun gab es aber verschiedene Probleme:

Die Map muss pro Dungeon ein großes Labyrinth laden und das braucht viele Ressourcen.

Durch Voranschreiten der Entwicklung wurde das Verwalten verschiedener Items wie Truhen und ihrer unterschiedlichen Sprites (Computergrafik) schwierig.

Das Kampfsystem soll an den klassischen JRPG-Stil erinnern und in der First Person stattfinden, doch die Realisierung gestaltete sich als komplex.

Wie wurden die Probleme behoben? Was die Map anging, so teilte er diese in ein 16×16 Pixel-Gitter-System ein, um Speicher zu sparen. Zusätzlich nutze er das „Stream-Loading“-Verfahren, das dem Spiel ermöglicht, die umliegende, nicht sichtbare Map zu laden, während sich der Protagonist bewegt – so wie in Mario.

Was die Verwaltung und Aktualisierung der einzelnen Sprites angeht, so nutzte Ryan eine Hashtabelle. Hashtabellen sind Datenstrukturen, die dafür sorgen, dass Daten effizient gespeichert werden, um darauf zuzugreifen. Das beschleunigte sein Vorhaben. Zusätzlich nutzte Ryan noch die dynamische Speicherallokation, auch bekannt als Heap. Diese sicherte ihm Speicherplatz im RAM zu, um Daten und Grafiken temporär abzuspeichern, deren Größe während der Kompilierung noch nicht bekannt ist.

Zu guter Letzt ging es noch um das Kampfmenü, denn dieses hatte mehrere Areale wie das Haupt-, Sub- und Kampfmenü. Je nach Situation möchte man schnell zwischen diesen Menüs wechseln können, und um das zu schaffen, nutzte Ryan einen Trick.

Er bemächtigte sich des „Interrupt“-Befehls in C. Dadurch wird ein Split-Screen-Scrolling erzeugt, um Menüelemente schnell ein- und auszublenden. Das Ergebnis: eine nahtlose Kampferfahrung mit nostalgischem Touch.

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Wie kann ich das Spiel selbst zocken? Das Spiel könnt ihr auf itch.io kostenlos herunterladen (Quelle: neshacker.itch.io) und mit einem Emulator auf eurem Handy oder PC zocken. Wer jedoch eine Flash-Card besitzt, kann das Spiel sogar auf diese Karte ziehen und auf dem Game Boy Color sowie auf dem Nintendo DS zocken.

NesHacker stellt zudem den Quellcode seines Spiels auf GitHub zur Verfügung damit ihr, falls ihr Kenntnisse besitzt, das Spiel noch weiter entwickeln und erweitern könnt. Wer also noch zusätzliche Bosse implementieren will, kann das ruhig tun, vor allem wenn man sich die Möglichkeiten aus DnD anschaut: Dungeons & Dragons: 10 mächtige Bösewichte, die ihr kennen solltet

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