Ein Bauteil in vielen Autos ist so leistungsstark, dass es die Kamera eures Handys irreparabel beschädigen kann, wenn es direkt darauf gerichtet wird

Hersteller verbauen LiDARSysteme in ihren Autos, doch die können eine Gefahr für Handy-Kameras sein. Für das menschliche Auge ist das System übrigens ungefährlich.

Um was für eine Technik geht es? Etliche Hersteller, darunter Volvo, Mercedes-Benz oder Rivian, setzen in ihren Fahrzeugen auf sogenannte LiDAR-Systeme: Lidar steht für Light Detection and Ranging und ist eine Fernerkundungstechnik, die mit Laserlicht Entfernungen misst und daraus ein 3D-Bild der Umgebung berechnet (via IBM.com).

LiDAR nutzt sehr kurze Lichtimpulse, oft im Infrarotbereich, misst die Laufzeit der Reflexion und kann so sehr präzise Abstände, Formen und Positionen von Objekten bestimmen. Doch genau das kann eure Handy-Kamera stark beschädigen.

LiDAR-Technik im Auto kann euer Handy schädigen, wenn ihr nicht aufpasst

Warum ist LiDAR ein Problem für Handys? Ein LiDAR-System in Autos sendet sehr starke, gebündelte Infrarot-Laserimpulse aus. Wenn eine Smartphone-Kamera direkt in diesen Strahl schaut, können die lichtempfindlichen Pixel des Sensors dauerhaft „verbrannt“ werden. Das passiert vor allem bei Nahaufnahmen, wenn man gezielt auf das Lidar-Modul eines Fahrzeugs zoomt oder die Kamera lange darauf richtet.

Handy-Sensoren sind extrem empfindlich und nicht dafür ausgelegt, über einen langen Zeitraum so konzentriertes Laserlicht abzubekommen. Die Beschädigungen lassen sich nicht mehr korrigieren, am Ende ist nur ein Austausch des beschädigten Sensors möglich. In vielen Fällen kommt das fast dem Neukauf eines Handys gleich.

Beispiele für solche Beschädigungen gibt es genug. So berichtet etwa ein Nutzer auf Reddit über eine zerstörte Kamera und auch weitere Nutzer melden sich unter dem Post. Und auf X.com postete kürzlich ein Nutzer ein Video, wo man die Beschädigung der Handy-Kamera ebenfalls deutlich erkennen kann. Davon berichtet etwa das englischsprachige Magazin WCCFTech.com.

Einige Hersteller, darunter etwa Volvo, warnen daher ausdrücklich davor, die Handy-Kamera direkt in das LiDAR-System eines Autos zu halten. Das ist vor allem auf großen Automessen relevant, wo viele mit ihren Handys Fotos von den Fahrzeugen machen.

Wo befinden sich LiDAR-Systeme in Autos? Das ist immer unterschiedlich: Mal sind sie auf dem Dach, mal im Kühlergrill, mal in den Frontscheinwerfern oder in der Nähe des Rückspiegels.

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Kann LiDAR auch für mein Auge gefährlich sein? Bei vielen aktuellen Lidar-Systemen in Fahrzeugen werden Wellenlängen im Nahinfrarot, etwa 1.550 nm, verwendet, und die Leistung wird so begrenzt, dass die zulässigen Grenzwerte für Augensicherheit nicht überschritten werden. In der Regel geht von solchen Systemen keine Gefahr für das menschliche Auge aus. Dennoch sollte man eine gewisse Vorsicht walten lassen, da es sich immer noch technisch gesehen um einen Laser handelt.

China führt ab 2026 eine neue Regelung für E-Autos ein: Damit will man den Export von schlechter Qualität verhindern. Von der neuen Exportlizenzpflicht dürften vor allem große Marken wie BYD, BAIC oder NIO profitieren: China hat genug vom schlechten Ruf seiner Autos, will jetzt den Export von Fahrzeugen minderer Qualität oder ohne Ersatzteile verbieten

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