In einem aktuellen Anime poliert eine Prinzessin allen ordentlich die Fresse

Eine Prinzessin muss hübsch, nett und zuvorkommend sein. Oder, wie in diesem Anime, einfach alles mit roher Gewalt ihrer Fäuste regeln.

Es gibt Anime, bei denen denkt man sich: Was zur Hölle schaue ich mir da eigentlich gerade an? Genau nach solchen Anime halte ich oft mal Ausschau – einfach, weil ich gerne etwas neues erleben will und auch weiterhin offen für frische Ideen sein möchte. Da ist eigentlich das letzte, was mir in den Sinn kommt, ein weiterer Ableger des (doch sehr ausgereizten) „Villainess“-Genres.

Aber „May I Ask for One Final Thing?“ hat genau die Art von Twist, die ausreicht, um mich bei Laune zu halten.

Eine Prinzessin wählt den Weg der rohen Gewalt

Worum geht es in dem Anime? Scarlet El Vandimion ist die Tochter eines Grafen und wurde als Kind bereits dem Prinzen ihres Landes als Ehefrau versprochen, sobald sie volljährig sind. Um den Ruf ihres Hauses nicht zu gefährden, erträgt sie dessen Demütigungen.

Auf einem Ball zieht der Prinz dann die ganze Aufmerksamkeit auf Scarlet. Er beschuldigt sie, eine gewöhnliche Frau namens Terenezza Hopkins zu schikanieren und das nur, weil sie das Herz des Prinzen erobert hat. Terenezza lügt offenbar und scheint den Prinzen verführt zu haben. In diesem Moment der Demütigung annulliert er auch die Verlobung mit Scarlet – für die genau das ein Befreiungsschlag ist.

Denn bevor sie den Ball verlässt, fragt sie noch: „Dürfte ich um eine letzte Sache bitten?“

Der Prinz stimmt zu und ihr Wunsch folgt prompt: „Darf ich dieser Schlampe die Fresse einschlagen?“

Ja, und dann … macht Scarlet exakt das. Sie verprügelt nicht nur Terenezza eiskalt, sondern auch alle anderen Adligen auf dem Ball, einschließlich des Prinzens. Blut spritzt, Wände werden eingeschlagen und Menschen fliegen kreuz und quer durch den Ballsaal.

Von ihren sozialen Verpflichtungen befreit, kann sie – sehr zum Leid ihres Bruders und zur Freude des zweiten Prinzen – andere Probleme in der Welt angehen, die sie vorwiegend mit den Fäusten löst. Es gibt eigentlich keine Folge, in der Scarlets Gesicht nicht ein paar Blutspritzer abbekommt.

Scarlet macht kurzen Prozess mit allen, die ihr auf den Keks gehen.

Wo kann man den Anime schauen? Der Anime „May I Ask for One Final Thing?“ ist aktuell auf Crunchyroll zu sehen und umfasst 13 Episoden. Man kann ihn also gemütlich an einem Wochenende durchschauen.

Für wen lohnt sich der Anime? Im Grunde für alle, die einfach mal ein bisschen abschalten und nicht sonderlich viel nachdenken wollen. Die Story ist eher seicht, aber ausreichend unterhaltsam. Die Charaktere sind allesamt „nett“ und interessant genug, um dabei zu bleiben – aber eine komplexe Geschichte sollte man hier nicht erwarten.

Es sind eben die üblichen „politischen Intrigen auf oberflächlichem Niveau in einer magischen Fantasy-Welt“, die es im Grunde in jedem Villainess-Anime gibt – aber eben mit der Besonderheit, dass Scarlet ihre Pläne mit der Gewalt der Fäuste durchsetzt. Das ist ungeheuer befriedigend.

Ist das jetzt der beste Anime, den ich jemals gesehen habe? Nein, ganz bestimmt nicht. Die Charaktere sind mitunter recht eindimensional und irgendwie hat man den Eindruck, dass man die allermeisten davon schon einmal als Archetyp in zwei oder zwanzig Animes gesehen hat. Ich glaube auch, dass die Länge von 13 Episoden perfekt ist, denn irgendwann nutzt sich „Sie verprügelt einfach jeden“ auch ein bisschen ab.13 weitere Episoden hätte es davon auch nicht gebraucht, aber so war die Länge optimal.

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Dennoch hat der Anime genug frische Ideen, um einfach mal „etwas anderes“ zu sein. Der Umstand, dass die Protagonistin in ihrer Welt beheimatet ist und eben nicht „die Auserwählte, die aus einer anderen Welt beschworen wurde“, ist ein neuer Twist. Überhaupt ist die Idee, dass die „Isekai“-Person mal der Bösewicht ist, eine schöne Sache.

Das „Villainess“-Genre hat sich extrem schnell abgenutzt und gehört durchaus zu den Anime-Vertreter, bei denen man sagen kann: „Kenn ich einen, dann kenn ich alle“ – da ist Scarlet mit ihrer Haudrauf-Mentalität eine Neuerung, die zumindest über 13 Episoden unterhalten kann.

Die vergangene Anime-Saison war vielleicht ein wenig schwach, aber zumindest ein paar kleine Lichtblicke wie „May I Ask for One Final Thing?“ sorgen dafür, dass es sich doch lohnt, die eine oder andere Serie genauer unter die Lupe zu nehmen.
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