Der Kern von ARC Raiders ist das Looten und Leveln. Die Entwickler haben deshalb ein Feature gestrichen, das diesem Prinzip geschadet hätte.
Was ist das für ein Feature? Viele Spiele, besonders MMOs, verfügen über ein Auktionshaus. Hier könnt ihr verschiedene Items zum Verkauf oder Tausch anbieten und selbst auf die Suche nach Gegenständen gehen, die euch noch fehlen.
Der Handel wird dann vor allem zwischen Spielern vollzogen. So habt ihr auch ohne Loot-Glück die Möglichkeit, beispielsweise eine Werkbank auszubauen, wenn ein anderer Spieler die benötigten Materialien im Auktionshaus anbietet.
Jetzt hat Virgil Watkins, der Design-Lead von ARC Raiders, in einem Interview mit GamesRadar verraten, dass der Extraction-Shooter beinahe ein Auktionshaus bekommen hätte, aber die Entwickler es wieder entfernten, weil es das Spiel ruiniert hätte.
Autoplay
„Man geht nur noch los, um die wertvollsten Gegenstände zu finden“
Inwiefern hätte das Feature ARC Raiders ruiniert? Watkins erklärt, dass Embark mit einem Auktionshaus experimentiert habe, es jedoch den Spielfluss des Shooters veränderte:
„Wir haben früher schon einmal ein Handelssystem wie [ein Auktionshaus] geprüft und sogar teilweise aufgebaut. Aber letztendlich führte das dazu, dass es im Spiel nur noch um Münzen ging. Man geht nur noch los, um die wertvollsten Gegenstände zu finden, sie [gegen Münzen] einzutauschen und sich einfach die Dinge zu kaufen, die man eigentlich will.“
Aktuell ist es in ARC Raiders so, dass ihr bestimmte Gegenstände hauptsächlich an dafür festgelegten Orten findet. Wenn ihr etwa eure Waffenstation verbessern wollt, benötigt ihr unter anderem verrostete Zahnräder. Diese findet ihr in Industrie-Loot-Zonen wie dem Laugerhaus-Komplex auf der Map „Das Blaue Tor“. Idealerweise geht ihr also in eine entsprechende Loot-Zone und durchsucht dort Container, statt einfach auf eine Map zu spawnen, ohne Ziel herumzulaufen und nur zu looten, was den höchsten Verkaufswert hat.
Watkins stellt fest, dass sich dieser Spielfluss durch ein Auktionshaus geändert hätte:
„Plötzlich ist es einem fast egal, ob man loszieht, den richtigen Ort erkundet und die richtigen Behälter durchsucht – oder dieses coole Gefühl zu haben: ‚Oh, endlich! Genau das habe ich gebraucht, und jetzt kann ich das andere machen, was ich damit vorhatte.‘“
So könnte es doch noch Handel geben: Wenn Spieler derzeit in ARC Raiders „handeln“ wollen, legen sie Items einfach auf den Boden. Das sei zwar okay, doch Watkins spricht auch über eine Alternative: „Wir wollen unbedingt ein Angebot umsetzen, bei dem man den Gegenstand hinhält und jemand tatsächlich mit dem Ding in deiner Hand interagiert, um es dir abzunehmen.“
Das sagt die Community dazu: Auf Reddit wird die Entfernung des Auktionshauses von einem Teil der Community diskutiert. Ein Nutzer ist überzeugt, dass es eines der grundlegenden Elemente des Spiels – das Finden von Looten und das dann folgende lebendige Extrahieren – komplett gestoppt hätte.
Einige Spieler sind zudem der Meinung, dass Marktplätze und Auktionshäuser bereits anderen Spielen wie Diablo 3 und Dark and Darker geschadet haben. Viele befürworten deshalb die Entscheidung der Entwickler.
Watkins hat zuletzt einige interessante Einblicke in die Entwicklung von ARC Raiders gegeben und seine eigenen Eindrücke zu dem Extraction-Shooter geteilt. Er selbst ist sich etwa bewusst, dass ARC Raiders weiß, eine Sache fehlt, und gesteht: Er spielt stattdessen mit Gratis-Loadouts
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