Schon 102 Jahre vor Dune sagte ein Schafzüchter die Gefahren der KI voraus

KI ist heutzutage ein allgegenwärtiges Thema. Sei es in Filmen und Serien, aber mittlerweile auch im alltäglichen Leben. Dabei gibt es nicht nur großes Potenzial, sondern auch einige Gefahren. Vor 162 Jahren erschien der Brief eines Schafszüchters, der vieles davon bereits vorhergesehen hat.

Die Probleme und Diskussionen rund um KI sind seit ein paar Jahren ein allgegenwärtiges Thema. Doch schon lange vorher warnten Schriftsteller oder Filmemacher vor möglichen Gefahren. Im Jahr 1863, also über 70 Jahre vor einem der ersten Computer, dem Z3 aus dem Jahre 1941 (Quelle: swb.de), ahnte ein britischer Schriftsteller und Schafzüchter die Gefahren offenbar voraus.

Vor 162 Jahren veröffentlichte Samuel Butler unter dem Pseudonym Cellarius den Brief Darwin among the Machines (zu Deutsch: Darwin unter den Maschinen), der in der Zeitung The Press veröffentlicht wurde.

Damals existierte das Konzept der heutigen KI nicht, und Butler schrieb über Maschinen. In dem Brief erklärte er etwa, dass die Menschen den Maschinen Tag für Tag unterwürfiger werden, dass sie zu Sklaven werden, die sie bedienen müssen. Noch passender zur heutigen KI ist der folgende Abschnitt:

Wir schaffen selbst unsere Nachfolger; wir tragen täglich zur Schönheit und Feinheit ihrer physischen Organisation bei; wir verleihen ihnen täglich mehr Kraft und versorgen sie mit allerlei raffinierten Vorrichtungen mit jener selbstregulierenden, selbsttätigen Kraft, die für sie das sein wird, was der Intellekt für die Menschheit gewesen ist.

Ausschnitt aus Darwin among the Machines von Samuel Butler (Quelle: iflscience.com)

Diese Idee und Meinung über die Maschinen sind ein zentrales Thema vieler Science-Fiction-Geschichten. Knapp 100 Jahre später, 1965, erschien das erste Dune-Buch von Frank Herbert. Auch wenn keine offizielle Verbindung gibt, hat die Vorgeschichte des Buches einige Elemente aus dem Brief von Butler.

Der Krieg gegen die Maschinen

Was hat das alles mit Dune zu tun? Wer in Dune genauer hinschaut, bemerkt: Es gibt keinen großen technischen Fortschritt, obwohl Weltraumreisen und andere Sci-Fi-Ideen möglich sind. Das liegt am Butlerian Jihad. 201 Jahre vor der Gründung der Raumfahrergilde kam es in Dune zu einem großen Sklavenaufstand der Menschen gegen die Maschinen.

Die dazugehörige Technologie wurde im Krieg zerstört und man entschied sich, keine Maschinen mehr zu bauen, die wie Menschen denken können. Am Ende seines Briefes schreibt Butler:

Ihnen sollte unverzüglich der Todeskampf erklärt werden. Jede Maschine jeder Art sollte von den Wohlwollenden seiner Spezies zerstört werden. Es darf keine Ausnahmen geben, keine Gnade … Wenn man einwendet, dass dies unter den gegenwärtigen Umständen unmöglich ist, beweist dies sofort, dass das Unheil bereits geschehen ist, dass unsere Knechtschaft ernsthaft begonnen hat.

Ausschnitt aus Darwin among the Machines von Samuel Butler (Quelle: themarginalian.org)

Butler selbst fordert in seinem Brief also den Krieg gegen die Maschinen, bevor es zu spät ist. Vor dem „Butlerian Jihad“ wurden Menschen also von den Maschinen unterworfen. Auch dazu hat Butler interessante Visionen gehabt, die er mit Haus- und Nutztieren verglich:

Der Mensch wird für die Maschine das sein, was das Pferd und der Hund für den Menschen sind. Er wird weiter existieren, sich sogar weiterentwickeln und unter der wohlwollenden Herrschaft der Maschinen in seinem domestizierten Zustand wahrscheinlich besser dran sein als in seinem gegenwärtigen wilden Zustand.

Ausschnitt aus Darwin among the Machines von Samuel Butler (Quelle: themarginalian.org)

Vor dem Butlerian Jihad wurden Menschen von den denkenden Maschinen versklavt und wie Tiere gehalten. Unter ihnen gab es privilegierte Menschen, die die anderen Sklaven beaufsichtigen sollten. Hrethgir war dabei ein abfälliger Begriff. Der Begriff beschreibt die chaotische und irrationale Natur der Menschen (Quelle: Dune Wiki).

Man könnte in Bezug auf Dune sogar vermuten, dass die Bezeichnung „Butlerian Jihad“ eine Anspielung auf Samuel Butler ist, doch dazu gab es nie eine Bestätigung von Frank Herbert.

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Gibt es noch andere Filme, in denen man die Konzepte von Samuel Butler erkennt? In vielen Sci-Fi-Filmen über KI und intelligente Maschinen kann man die Ideen aus seinem Brief erkennen.

In Filmen wie Matrix oder Wall-E kommt die Menschheit auch in die Situation, dass sie von der künstlichen Intelligenz versklavt oder gänzlich von ihr abhängig ist. Auch wenn diese Werke vielleicht nicht direkt auf Butler basieren, zeigt es aber, wie weit seiner Zeit voraus der Schriftsteller war. Mehr zu Dune könnt ihr euch schon dieses Jahr im Kino anschauen: Dune 3: Trailer, Release und Cast – Alle Infos zum Science-Fiction-Film mit Timothée Chalamet

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