Elrond kennt so gut wie jeder Fan von Herr der Ringe. Doch sein Bruder ist mindestens ebenso wichtig, wenn nicht sogar noch wichtiger, denn er begründete ein Reich, das auf Arda sehr bekannt ist.
Elrond hatte einen Bruder namens Elros, der im Laufe seines 500 Jahre umspannenden Lebens einiges durchgemacht, aber auch Großes erreicht hat.
Er war, genauso wie sein heute wesentlich bekannterer Bruder Elrond, ein Halbelb. Beide wurden im Jahr 532 des Ersten Zeitalters geboren, einer Epoche, während der es düster aussah. Der große Oberbösewicht Morgoth beherrschte Beleriand, eine Region im Nordwesten von Mittelerde.
Der Vater von Elros, Eärendil, musste auch der letzten Bastion der Elben, der geheimen Stadt Gondolin, fliehen. Er zog nach Süden zu den Häfen des Sirion. Dort traf er die Halbelbe Elwing, die er zur Frau nahm und mit ihr zwei Kinder gebar: Die Zwillinge Elrond und Elros.
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Eine Gefangennahme und wichtige Entscheidung
Wie erging es Elros? Schon während seiner Kindheit musste Elros, aber auch sein Bruder Elrond, Schlimmes miterleben. Die Häfen von Sirion wurden angegriffen, als die beiden Kinder erst sechs Jahre alt waren. Die Angreifer waren die Söhne von Feanor, die auf der Suche nach den Simaril waren und wegen des Schwurs ihres Vaters an dieser Aufgabe festhielten.
Nun war es so, dass Elros Mutter Elwing im Besitz eines Simaril war. Diesen hatte sie sie von ihrem Vater Dior erhalten, dem König des Sindar-Reiches Doriath. Der Simaril war in die Kette Nauglamir eingesetzt und war Grund für den zweiten Sippenmord, der den Untergang von Doriath herbeiführte. Elwing entkam damals mit dem Simaril.
Und nun sorgte der Edelstein abermals für großes Leid. Der nächste Sippenmord geschah, also Kämpfe unter den verschiedenen Elbengruppen: Die noch überlebenden Söhne Feanors griffen die Flüchtlinge in den Häfen von Sirion an, weil Elwing den Silmaril nicht herausrückte.
Elros und Elrond wurden von Angreifern gefangengenommen und in eine Höhle verschleppt. Doch anstatt sie dort zu töten, entstand besonders eine besondere Beziehung: Ausgerechnet der Sohn Feanors Maglor entwickelte zu den Kindern eine tiefe Beziehung. Er rettete sie und zog sie fortan auf.
Nachdem der Krieg des Zorns, der große Konflikt am Ende des Ersten Zeitalters, endlich beendet war, durften sich Elros und Elrond entscheiden: Entweder sie bleiben Elben und somit unsterblich, oder entscheiden sich für ein sterbliches Leben als Mensch. Diese Entscheidung war ein Geschenk der Valar an sie, zum Dank für die Taten ihres Vaters Eärendil.
Während Elrond sich bekanntermaßen für das Dasein als Elb entschied, wählte Elros den anderen Weg. Aus den Jahren, die ihm auf Arda blieben, machte er aber Großes.
Das Reich von Númenor
Was geschah im Zweiten Zeitalter? Die Valar schenkten den noblen Menschen, genannt Edain, eine Insel namens Elenna im Westen von Arda. Elros führte seine Anhänger dorthin, angeführt vom Stern seines Vaters Eärendil, der nach Valinor (unsterbliches Reich) gegangen war, doch dank seines Simaril weithin leuchtend am Himmel gesehen wurde.
Auf der Insel gründete Elros schließlich das Reich von Númenor und wurde im Jahr 32 des Zweiten Zeitalters der erste König. Er gab sich selbst einen neuen Namen und nannte sich fortan Tar-Minyatur. Es wurde zur Tradition, dass sich auch Elros Nachfahren einen Namen in der Elben-Sprache Quenya gaben.
Mit sich und seinem Volk hatte Elros eine Reihe von Artefakten mitgebracht. Darunter Barahirs Ring – der Mensch Barahir hatte ihn vom Elb Finrod Felagund, dem ältesten Bruder von Galadriel, erhalten. Danach ging der Ring an Barahirs Sohn Beren, von wo er vermutlich an dessen Sohn Dior ging. Schließlich gelangte er in den Besitz von Elwing, die den Ring bei ihren Söhnen ließ.
Unter der Herrschaft von Elros wurde Armenelos erbaut, die Stadt der Könige, die das Zentrum von Númenor darstellen sollte. Von dort aus regierte Elros und zeugte mit seiner Frau, die namentlich leider unbekannt geblieben ist, drei Söhne und eine Tochter: Vardamir Nólimon, Manwendil, Atanalcar und Tindómiel.
Sie alle sollten, so wie es für das Volk der Númenor üblich war, deutlich länger leben als ein gewöhnlicher Mensch. Elros selbst herrschte ganze 410 Jahre, ehe er schließlich den Wunsch verspürte, zu sterben. Das geschah, als er im Jahr 442 des Zweiten Zeitalters seinen 500. Geburtstag bereits hinter sich hatte.
Auf dem Thron folgte ihm zunächst sein ältester Sohn Vardamir – jedoch nur kurz, da dieser selbst bereits 381 Jahre alt war. Deshalb gab er das Amt an seinen eigenen Sohn Amandil ab.
Das Reich der Númenor wurde eines der mächtigsten auf Arda und bestand noch lange Zeit weiter, ehe es im Jahr 3319 des Zweiten Zeitalters zugrunde ging. Ob sich Elros und Elrond noch einmal gesehen haben, nachdem die Brüder vor der Abreise nach Númenor getrennter Wege ging, ist leider unbekannt. Fest steht jedoch, dass die beiden in Verbindung zu Aragorn stehen: Wusstet ihr, dass Argorn und Arwen eigentlich verwandt sind?
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