Ein Anime aus 2025 ist so finster, dass ich ihn in einer Nacht durchschauen musste

Der Schein trügt bei einem Anime aus 2025. Denn hinter niedlicher Fassade steckt Dramatik, Finsternis und emotionale Zerstörung.

Hinweis: Dieser Artikel und der besprochene Anime behandeln düstere Themen wie Suizidgedanken und Misshandlungen. Wenn dir solche Themen Schwierigkeiten bereiten, lies bitte nicht weiter.

Falls dich dunkle Gedanken plagen: Du bist nicht allein. Hol dir bitte Hilfe. Zum Beispiel bei der Telefonseelsorge unter 0800/111 0 111 oder der Online-Seelsorge, bei der du auch einen Chat nutzen kannst. Das ist kostenlos und gilt bundesweit.

Das Angebot an Anime ist in den letzten Jahren groß. So groß, dass es eigentlich nahezu unmöglich ist, alle Serien zu verfolgen, wenn man noch irgendwelche anderen Hobbys oder sozialen Verpflichtungen hat. Daher muss auch ich öfter mal filtern, was ich mir noch anschaue.

Im Jahr 2025 ist bei mir der Anime „Takopi’s Original Sin“ komplett durchs Raster gefallen. Ich habe nur einen Blick auf das Titelbild geworfen, sah irgendein kleines, niedliches Vieh mit einem eher kindlichen Zeichenstil und dachte mir: Ja, den sparst du dir einfach.

Erst durch den YouTuber „Gigguk“ wurde ich dann noch einmal auf den Anime aufmerksam. Gigguk ist mit seinen Videos ist für mich immer so eine Möglichkeit, noch einmal auf das vergangene Quartal oder Jahr zu schauen und Serien kennenzulernen, die ich vielleicht verpasst habe. Als er „Takopi’s Original Sin“ in seine Top 10 aus 2025 auf YouTube gewählt hatte, wusste ich, dass ich daran nicht vorbeikomme.

Takopi hat kleine Gadgets, mit denen er allen helfen will. Aber er weiß zu wenig von Menschen.

Ich war nach wie vor von dem Zeichenstil nicht gerade angetan und das pinke Knuddelmonster auf dem Titelbild sagte mir auch weiterhin deutlich: Das ist nicht für dich gemacht.

Doch die Serie war ab 16 freigegeben, also war mir im Grunde klar, dass es einen düsteren Kern geben muss. Einen, der vermutlich an Anime wie „Made in Abyss“ erinnern würde.

Weil die Serie auch nur 6 Folgen hat, dachte ich mir gestern Nacht: „Ach, eine schaust du noch vor dem Schlafengehen und wenn es dann nichts ist, lässt du es sein.“

Tja, was soll ich sagen: 3 Stunden später hatte ich alle Episoden noch gesehen und bereue es heute nur, weil mir dadurch viel zu viele Stunden Schlaf fehlen.

Ein Alien, das Freude bringen will und Leid erfährt

Worum es in Takopi’s Original Sin geht, ist auf den ersten Blick banal und leicht erklärt – es folgen ein paar Spoiler aus der ersten Episode.

Ein kleines, knuddeliges Alien vom Planeten „Happy“ will den Menschen auf der Erde Fröhlichkeit bringen und alle glücklich machen. Auf der Erde wird es aber zur leichten Beute und muss sich verstecken. Erst nach einigen Tagen kommt es mit dem Mädchen Shizuka Kuze in Kontakt – die auffällig wenig lächelt, sich aber um „Takopi“, wie sie das Alien tauft, kümmert.

Takopi versucht, Shizuka zum Lächeln zu bringen, doch das erweist sich als ausgesprochen schwer. Denn in der Schule wird sie gemobbt. Ihr Tisch ist verschmiert mit Aufforderungen wie „Stirb“ und „Verreck“, jeden Tag wieder werden ihre Schulnotizen geklaut und häufiger wird sie verprügelt und von ihren Mitschülerinnen schikaniert.

Das Alien versteht von der menschlichen Kultur zu Beginn nichts. Wenn Shizuka von ihren Mitschülerinnen misshandelt wird, freut es sich sogar, weil die Kinder miteinander reden – und „miteinander reden“ ist für Takopi eine gute Sache, um Probleme aus der Welt zu schaffen.

Als Takopi endlich erkennt, dass Shizuka immer wieder von einem Mädchen namens Marina schikaniert wird, holt er ein „Happy Gadget“ hervor – ein langes Freundschaftsband, das zwei Freunde miteinander verbindet und für Glück sorgen soll.

Shizuka nimmt das Band mit leeren Augen an und will es verwenden, worüber Takopi sich sehr freut – nur um am nächsten Morgen diese Entdeckung zu machen: Shizuka hat sich in ihrer Wohnung erhängt und ist verstorben. Der Anime zeigt die möglichen Folgen der Grausamkeit, welche die Kinder erleben, sehr deutlich auf, dessen solltet ihr euch vor dem Schauen bewusst sein.

Und das, meine Lieben, sind nur die ersten rund 15 Minuten der ersten Folge. Das ist nur ein kleiner Vorgeschmack auf das, was in der Serie auf euch wartet. Denn wenn man glaubt: „Ab jetzt muss es ja besser werden“ – Nein, das wird es nicht.

Was macht Takopi’s Original Sin so gut? Die Geschichte ist ungeheuer fesselnd. Auch wenn ich in den ersten 5 Minuten mehrmals die Augen rollen musste, weil mir Takopi mit seiner übertrieben niedlichen Art ordentlich auf den Keks ging, ist genau dieser Kontrast zwischen der Niedlichkeit und der Grausamkeit der emotionalen Welt der Kinder absolut fantastisch.

Ein Kreislauf des Leidens – da hilft auch das niedliche Gesicht von Takopi nicht.

Doch Takopi’s Original Sin ist keine leichte Kost. Hinter jedem Kind in der Serie steckt ein Trauma aus Brutalität, Kindesmisshandlung oder emotionaler Zerstörung. Jede so vermeintlich unbegründete Tat des Mobbings oder der Qual ist nur eine Reaktion auf bereits vorhandenes Leid. Es ist alles, aber keine „Gute Laune“-Serie. Gerade der komplett harte Bruch zwischen dem so niedlichen, naiven Takopi, der weder die Menschen noch das Leben auf der Erde richtig begreift und den Kindern, die im nächsten Moment vor der emotionalen Zerstörung stehen, sorgt für so manchen Kloß im Hals.

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Wenn ihr in den kommenden Tagen mal ein paar Stunden Zeit habt und eine emotionale, tiefgreifende, beklemmende und auf sonderbare Weise doch wunderschöne Geschichte erleben wollt, dann schaut euch Takopi’s Original Sin an – die Serie wird auf Crunchyroll angeboten. Spätestens nach der zweiten Episode wisst ihr ganz sicher, ob ihr diese Reise bis zum Ende verfolgen wollt. Denn was die namensgebende Sünde von Takopi eigentlich ist, kann man da noch gar nicht erahnen …
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