Neues Vampir-Spiel auf Steam macht aus den Blutsaugern edle Grafen, hat mich stärker gefesselt als erwartet

Mit Vampires: Bloodlord Rising erscheint ein neues Open-World-Adventure mit düsterer Atmosphäre auf Steam. MeinMMO-Redakteur und Hobby-Vampir Benedict Grothaus hat schon vorab reingespielt und ist fasziniert von der Welt, vor allem deswegen, weil Bloodlords Rising einige Dinge sehr anders macht als Genre-Verwandte.

Vampir-Ästhetik gehört zu meinen absoluten Favoriten in Spielen, Filmen und auch überall sonst. Dass ich aber Vampire: Bloodlords Rising entdeckt habe, ist einem Zufall zu verdanken: Als ich mir auf der gamescom 2025 ein neues Wikinger-Dynasty-Spiel angesehen habe, hatte Publisher Toplitz zufällig ein paar Poster von Vampires: Bloodlord Rising dort hängen.

Nach kurzem Gespräch mit PR Manager Mathias Oertel hat dieser mir versprochen, mir sobald wie möglich Zugang zu dem Vampir-Spiel zu geben. Jetzt war es so weit: einige Tage vor dem Early-Access-Release auf Steam am 30. Januar 2026 durfte ich bereits spielen.

Nach tausenden Stunden in verschiedenen Survival-Games, darunter über 40 Stunden in V Rising allein, hatte ich entsprechende Erwartungen an das Spiel und wusste sehr genau, was ich will: ein düsteres Setting, coole Vampir-Kräfte und ein umgekehrtes Macht-Verhältnis, in dem ich nachts das Monster bin und tagsüber der Gejagte.

Ich bin blind ins Spiel gegangen und nach einem – zugegeben etwas trägen – Start, hat mich das Spiel recht schnell gefesselt. Vampires: Bloodlord Rising macht nicht nur viele Dinge anders, die ich von Survival-Spielen gewohnt bin, sondern wirft sogar ein völlig anderes Licht auf meine geliebten Untoten.


Autoplay

Viel mehr als einfach nur ein Survival-Game mit Vampiren

Erst einmal spielt sich Vampires: Bloodlord Rising nicht wie ein klassisches Survival-Spiel wie etwa Conan Exiles oder ARK. Zwar muss ich anfangs immer noch ein paar Ressourcen sammeln und die ersten Gebäude alleine bauen, das übernehmen später aber meine… öh… sicherlich freiwillig „rekrutierten“ Arbeiter.

Im Herzen ist Bloodlord Rising mehr ein Dynasty-Spiel wie Sengoku Dynasty oder Medieval Dynasty, in denen es mehr um Verwaltung der eigenen Ländereien geht und weniger darum, sich selbst um sein Überleben kümmern zu müssen.

Das ist allerdings nicht der Punkt, der mich so begeistert hat. Ich habe damit gerechnet, als Vampir Menschen auflauern zu müssen, um sie auszusaugen – wie in V Rising eben. Ein fieses Monster, vor dem alle Angst haben.

Vampires: Bloodlord Rising ändert das Bild des Vampirs aber. Statt der Schrecken der Nacht bin ich der Graf in seiner Burg, der dafür sorgt, dass das Land erblüht und die Menschen finden das auch noch gut! Ich bin der nette, unsterbliche Blutsauger von nebenan, etwas, das ich absolut nicht erwartet habe.

Ein Survival-Game mit… Story?

Dieses Novum verpackt Vampires: Bloodlord Rising in eine umfassende Singleplayer-Kampagne. Als Vampir Dragos erwache ich aus einem langen Schlaf und soll die alte Herrschaft meines (anscheinend) verstorbenen Vampirvaters wieder aufbauen.

Kurz zur Story: Obwohl wir als Vampir-Dynastie immer gut zu den Leuten waren, abgesehen von dem kleinen Blutzoll, den alle gerne gezahlt haben, wollte die Inquisition uns loswerden. Nach einem kurzen aber harten Krieg wurden wir besiegt und das Land in einen „Silberschleier“ getaucht, der jedem Kind der Nacht schadet.

Jetzt kämpfe ich nicht nur ums Überleben meiner ganzen Blutlinie (höhö), sondern auch gegen die Inquisitoren, die überall ihre Lager aufgeschlagen haben. Was mich hier besonders begeistert: die Menschen in den Dörfern sind alles andere als begeistert von der Kirche, die offenbar deutlich brutaler vorgeht als wir Vampire es jemals getan haben. Viele wünschen sich unsere Herrschaft zurück.

Im Verlauf der Story schalte ich immer neue Gebiete vom Reich Sangavia frei, etwa einen verzauberten Sumpf oder einen verwunschenen Wald. Diese Gebiete dienen als Biome mit ihren eigenen Geheimnissen sowie neuen Ressourcen und damit neuen Crafting-Möglichkeiten.

Das zerstörte Schloss.

Crafting läuft zumeist an Werkbänken.

Die Diener kümmern sich um ihre Aufgaben.

Fähigkeiten steigern sich beim Benutzen – Erkundung, Jagd und Co.

Gerüchte zeigen an, wer was kann.

Hm. Woher kenne ich das?

Du bist nicht du, wenn du hungrig bist.

Auch niedliche Hasen sind eine Blutquelle…

Der Silberschleier hält Vampire ab – und begrenzt die Welt.

Die Bestiensicht ist sehr praktisch.

Cooles Detail: Kein Spiegelbild!

In neuen Gebieten muss ein Außenposten errichtet werden.

Der Nexus muss gestärkt werden, um neue Gebiete freizuschalten.

Vom Blutsauger zum Verwalter von Ländern und Menschen

Dabei kommen etliche Mechaniken zum Tragen, die schon bei anderen Dynasty-Titeln ähnlich oder gleich funktioniert haben. So kann ich etwa von den Siedlungen, die ich beherrsche, Steuern eintreiben, wenn ich mein Volk gut behandle.

Wie „fies“ ich bin, entscheide ich nämlich selbst. Ich kann meine Diener mit Schrecken beherrschen, was es leichter macht, an Blut zu kommen – aber die Steuern senkt, die sie mir abgeben. Im Moment ernähre ich mich und meine Gehilfen rein mit Tierblut.

Dabei ist Vorsicht geboten, denn Menschen sollte ich nur in „Aristokraten“-Form begegnen. Sehen sie mich als „Jäger“ oder erwischen mich sonst wie dabei, wie ich vampirische Dinge tue, fliehen sie und der Wohlstand der Region sinkt.

Dieses Spiel mit den zwei Formen ist zwar recht schnell ein Automatismus, aber sorgt trotzdem für etwas mehr Tiefe. Der Aristokrat kann mit Menschen verhandeln und etwa rausfinden, wer welche Fähigkeiten besitzt, der Jäger kämpft, sammelt Ressourcen oder… verwandelt Menschen, die den gesammelten Gerüchten zufolge nützliche Vampir-Diener wären.

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Echtes Vampir-Feeling mit ein paar kleinen Mankos

Anders als etwa bei V Rising, wo ich ständig als Vampir herumlaufe und alles angreife, was mir vor die Krallen kommt, setzt Vampires: Bloodlord Rising den Fokus auf die Dualität der Blutsauger. Etwas, das, wie ich finde, deutlich zu selten betont wird.

Ohnehin schafft es das Spiel überraschend gut, Vampire darzustellen. Durch Vampirtränen kann ich Fähigkeiten verbessern oder sogar neue Skills lernen, etwa die „Bestiensicht“, die mir Beute in der Nähe anzeigt und sogar ihre Blutgruppe verrät. Ja, es gibt Blutgruppen wie in V Rising mit verschiedenen Effekten, etwa verbesserter Kampfkraft oder Heilung.

Dazu kommen nette Details, etwa dass ich kein Spiegelbild in Pfützen habe. Leider fehlen amüsante Einzelheiten wie das zwanghafte Zählen aus den Sagen. Dafür reichen meine übernatürlichen Krallen, um Bäume, Steine und Metalle zu hacken. Praktisch, wenn man keine Werkzeuge rumschleppen will.

Beim Kampf-System dagegen ist Vampires: Bloodlord Rising etwas… simpler gehalten. Es gibt verschiedene Angriffe und Skills wie das Phantom für hinterhältige Taktiken sowie unterschiedliche Gegner. Aber das Spiel ist spürbar nicht auf Kampf ausgelegt, sondern auf Erkundung, Verwaltung und Ausbau. Kämpfen dient rein der Narrative und als kleines Hindernis für besondere Orte.

Wie das Endgame oder der Koop aussieht – man kann Vampires: Bloodlord Rising mit bis zu 3 weiteren Spielern zocken – weiß ich noch nicht. In der Vorab-Phase kam ich nur wenige Stunden zum Spielen, weil einfach zu viel anderes anstand. Allerdings habe ich schon ein paar Leute verpflichtet, mit mir hineinzuschauen, denn ich will auf jeden Fall weiterspielen.

Die gamescom hat mir übrigens nicht nur Vampires: Bloodlord Rising, sondern direkt noch ein zweites Vampir-Spiel serviert – diesmal allerdings kein Verwaltungs-Spiel, sondern ein waschechtes Rollenspiel von einigen der Witcher-Machern: In einem neuen Rollenspiel mit Vampiren müsst ihr in 30 Tagen eure Familie retten, aber ihr könnt euch trotzdem Zeit lassen

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