Eat Lead: The Return of Matt Hazard war weder ein gutes Spiel noch war die Third-Person-Ballerei besonders erfolgreich. Diesen Umstand greifen die Entwickler im Download-Nachfolger Matt Hazard: Blood Bath and Beyond auf und nehmen sich selbst auf die Schippe. So bietet der 2,5D-Shooter beispielsweise Dialoge zwischen den acht Levels nur in Textkästen, weil das Budget für die Fortsetzung nach dem Misserfolg des Erstlings drastisch gekürzt wurde. Auch während der Spielabschnitte müsst Ihr mit wenigen, repetitiven Sprachsamples leben.
Matt Hazard ist ein grafisch ansehnlicher Mix aus Old-School-Ballereien à la Contra oder Metal Slug und einer Prise Shadow Complex. Matts Erzfeind General Neutronov hat per Zeitmaschine Euer Alter Ego aus 8-Bit-Tagen entführt und Ihr müsst ihn bzw. Euch selbst retten. Die Logik dahinter ist so bescheuert wie nachvollziehbar: Stirbt Pixel-Matt, ist auch der Polygonheld tot. Statt weiter darüber nachzudenken, stürzen wir uns ins Gemetzel, das im Gegensatz zu Eat Lead mit Blut und Splattereffekten nicht geizt. Während Ihr kanadischen Mountys, Piratenskeletten und femininen Kreuzfahrt-Stewards den Garaus macht, sammelt Ihr Extrawaffen wie Schrotflinte, Maschinengewehr, Raketenwerfer und – besonders spektakulär – einen Flammenwerfer. Gegner hinterlassen nicht nur Lebensenergie und Munition, sondern auch Münzen, mit denen Ihr zwischen den Abschnitten in Ragdoll-Pachinko-Automaten Bonuspunkte ergattert. Den Wiederspielwert erhöhen drei aufspürbare NES-Module pro Level, die Informationen zu fiktiven Spielen aus Matts Karriere freischalten.
Mit gedrücktem linken Trigger schießt Ihr in die Bildtiefe, Granaten liegen in den horizontal wie vertikal scrollenden Levels ebenfalls bereit. Die Abschnitte orientieren sich thematisch an bekannten Videospielen – neben Referenzen an BioShock und Mirror’s Edge ballert Matt auch in einer Mario-Passage. Das ist mal mehr, mal weniger witzig und macht vor allem zu zweit im Offline-Koop-Modus Laune. Wer den Humor von Eat Lead mochte, schlägt zu, denn Selbstironie ist in Videospielen noch immer viel zu selten! Leider ist die Steuerung zu keiner Zeit so präzise wie in eingangs genannten Vorbildern – und nur auf dem einfachsten der drei Schwierigkeitsstufen genießt Ihr den Luxus unbegrenzter Continues und einer Energieleiste, ansonsten tötet schon ein Treffer. Nach zwei Stunden Spielzeit ist bereits Schluss, was Matt Hazard zu einem teuren Vergnügen macht.
An 2D-Hüpf- und -Ballerspiele angelehnte Nonstop-Action mit humorigen Verweisen auf namhafte Videospiele.
Singleplayer70MultiplayerGrafikSound
