Jeder kennt Superman. Als fliegender und starker Superheld schafft er unglaubliche Heldentaten. Doch wie realistisch wäre dies in unserer Welt? Dieser Frage stellten sich Physiker in einem Video.
Superman kann fast alles. Er kann fliegen und Leute retten, hat einen Röntgenblick und ist unglaublich stark. Er verkörpert ein bedingungsloses Heldentum. Doch wie realistisch wären seine Fähigkeiten in unserer Welt?
In einem Video auf StarTalk (YouTube) sprachen die Astrophysiker Neil deGrasse Tyson und Charley Liu mit dem Comedian Chuck Nice und dem ehemaligen Fußballspieler Gary O’Reilly über Superhelden und die Wissenschaft dahinter. Liu und Tyson klärten bereits die Frage, ob Godzilla existieren könnte.
Da kam auch Superman zur Sprache und sie versuchten zu ergründen, ob Superman Leute wirklich im Fall retten könnte.
Autoplay
Von Superman gerettet zu werden könnte schlecht ausgehen
Wo liegt das größte Problem? Womöglich jeder Superman-Film hat eine Szene, in der er jemanden im Fall rettet, beispielsweise beim Fall aus einem Hochhaus. Er fliegt hoch und fängt die Person. Doch das wäre im echten Leben grundsätzlich keine gute Idee, wie Charles Liu im Video erklärt.
Das Problem sei, dass Superman als Man of Steel beim Fangen denselben Effekten auf die fallende Person haben würde wie der harte Boden. Die Person würde also sterben. Das Problem sei der Moment des Aufpralls. O’Reilly vergleicht es mit einem Insekt auf der Windschutzscheibe.
Liu führt weiter fort, dass so eine Rettung nur möglich wäre, wenn Superman die Fähigkeit hätte, Bewegung zu absorbieren. Mit so einer Fähigkeit könnte er die Person auffangen und den Aufprall negieren. Es ist, als wären sie gefallen und hätten einfach mitten in der Luft angehalten. Neil deGrasse Tyson vergleicht es mit einem Airbag.
Eine andere Möglichkeit, die Tyson einwirft, ist ein horizontaler Flug von Superman. Dabei wäre eine solche Rettung möglich, wenn Superman genau weiß, wann er eingreifen muss. Damit könnte er den Aufprall auch abfedern, aber laut Liu müsste das Gehirn vom Superhelden so gut sein wie ein durchschnittlicher Computer.
Der Physiker Ben Tippett beschrieb in seiner Arbeit A Unified theory of Superman’s Powers von 2009 (via nbcnews.com), dass der Held während eines horizontalen Flugs den Aufprall abfedern müsste, mit einem leichten Huckel in der Flugkurve. In den Filmen sieht man das aber nicht.
Den Ausschnitt über Superman findet ihr hier:
Superman könnte Röntgensicht haben
Was ist mit anderen Fähigkeiten? Im Video sprechen sie auch über die Röntgensicht von Superman, die in der Interview-Szene aus Superman (1978) (via YouTube) zu sehen ist. Dort fragt Lois Lane den Helden, ob er weiß, welche Farbe ihre Unterwäsche hat. Er antwortet, er kann es nicht sehen, weil sie vor einer Pflanze steht, die aus Blei sei.
Das sei grundsätzlich richtig, da Blei die Röntgenstrahlen absorbiert. Aber selbst wenn da kein Blei wäre, könnte Superman nicht sehen, welche Farben ein Kleidungsstück unter der Kleidung hat. Röntgenstrahlen können so etwas nicht erfassen, da sie durch die Kleidung durchgehen.
Grundsätzlich fallen Röntgenstrahlen durch den Körper auf eine Platte, wie die Stiftung Gesundheitswissen erklärt. Unterschiedliches Gewebe und Knochen lassen dabei unterschiedlich viel Strahlung durch. So sind Knochen etwa hellgrau, Fett ist dunkelgrau.
Charles Liu erklärt im Zuge dessen, dass Röntgenstrahlen auch verschiedene Farben haben. Die unterschiedlichen Spektralfarben besitzen nämlich verschiedene Wellenlängen. So hart rotes Licht eine Wellenlänge von etwa 620 Nanometer, blaues dagegen von etwa 400 Nanometer.
So etwas gibt es auch bei Röntgenstrahlung. Dort wird in harte (Wellenlänge etwa 0,1 nm) und weiche (Wellenlänge etwa 1 nm) Röntgenstrahlung unterschieden, die anders effektiv Materialien durchdringen kann, weil sie sich eben in ihrer Wellenlänge unterscheiden (via LEIFIPhysik). Vergleicht man es mit unserem Farbspektrum, müsste Supermans Röntgensicht verschiedene Röntgenstrahlspektren aufnehmen und wahrnehmen können, um eine Art Bild zu erzeugen.
Während wir Stäbchen- und Zapfenzellen haben, die es uns ermöglichen, Helligkeit, Dunkelheit und Farben zu sehen, bräuchte Superman eine Röntgenvariante davon:
Aber auch Röntgenstrahlen haben unterschiedliche Farben. Einige davon bezeichnen wir als harte Röntgenstrahlen, andere als weiche Röntgenstrahlen. Genauso wie wir Bilder in Rot, Grün und Blau aufnehmen und diese dann zu einem Farbfoto zusammenmischen können, könnte Superman in der Lage sein, Röntgenstrahlen zu erkennen oder sogar auszusenden und zwischen diesen verschiedenen Bändern hin und her zu wechseln, um so ein dreifarbiges Bild zu erzeugen.
Charles Liu darüber, wie Supermans Röntgensicht in der echten Welt funktionieren könnte. (Quelle: StarTalk auf YouTube).
So etwas müsste aber in einem Comic oder einem Film erklärt werden. So wie seine Fähigkeit aber in den Medien dargestellt wird, sollte sie also gar nicht funktionieren.
Natürlich sind das nur theoretische Ideen, die die Astrophysiker erklären. Man merkt, dass auch für die Figur brennen und sie physikalisch besprechen. Superman gehört zu den bekanntesten Figuren der Popkultur. Das liegt auch an vielen starken Geschichten: Einer der mächtigsten Helden starb vor 32 Jahren, und sein Tod ist bis heute eine der wichtigsten Storys von Superman
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