Der YouTuber Mark „Markiplier“ Fischbach begleitet MeinMMO-Autorin Johanna schon seit ihrer Abitur-Zeit. Umso aufgeregter war sie natürlich, ihn auf einer deutschen Kinoleinwand zu sehen. Am 30. Januar 2026 brachte Markiplier seinen Film Iron Lung für kurze Zeit ins Kino. Johanna hat ihn sich angeschaut und ist von ihrem Lieblings-YouTuber positiv überrascht.
Was ist das für ein Film? Der Film Iron Lung basiert auf dem gleichnamigen Spiel von David Szymanski (auf Steam). In dem Spiel beschränkt sich das Gameplay auf die Steuerung eines U-Boots, das sich in einem Meer aus Blut auf einem fremden Mond befindet. Der Grusel-Faktor kommt vor allem durch die eigene Fantasie, da der Spieler blind navigieren muss.
Der YouTuber Markiplier spielte dieses Spiel ebenfalls, im Jahr 2022. Obwohl das Let’s Play mit nur 45 Minuten recht kurz ist, war der YouTuber von dem Konzept so begeistert, dass er unbedingt einen Film dazu produzieren wollte. Jetzt, ungefähr 4 Jahre später, können wir uns die Früchte seiner Arbeit endlich anschauen.
Am Freitag, dem 30. Januar 2026 konnten Zuschauer sich den Film in ausgewählten Kinos ansehen. Da aber keine große Filmproduktionsfirma hinter dem Film steht, war Markiplier darauf angewiesen, dass seine Fans Kinos fragen, ob sie den Film zeigen. Sogar hier in Deutschland zeigen einige Kinos den Film.
Worum geht es in dem Film Iron Lung? Iron Lung spielt in der Zukunft, in der große Teile der Galaxie verschwunden sind. Die Menschheit ist drastisch reduziert und steht kurz vor dem Aussterben.
Auf einem fremden Mond, dessen Ozeane aus Blut bestehen, wird der Sträfling Simon, gespielt von Markiplier, auf eine Mission in ein U-Boot geschickt. Er soll mit dem U-Boot durch das Blut navigieren und sich ein Bild von dem Meeresgrund machen. Dort muss er schnell feststellen, dass er nicht allein ist.
Autoplay
Markiplier schafft den Sprung auf die Kino-Leinwand
Ich ging voreingenommen in den Film. Schließlich schaue ich Markiplier schon lange und mag ihn als Content Creator. Gleichzeitig war ich allerdings auch skeptisch. Denn auch mein Lieblings-YouTuber ist eben immer noch hauptsächlich ein YouTuber und kein Schauspieler oder Regisseur.
Auch wenn er bereits aufwendige filmische YouTube-Projekte wie A Heist with Markiplier produziert hatte, das hier ist ein anderes Kaliber.
Wie auch das Spiel findet der gesamte Film in dem U-Boot statt. Eine ganz schöne Herausforderung, da man sich immer neue, spannende Dinge ausdenken muss, um die Zuschauer zu unterhalten.
Gerade am Anfang werden die Zuschauer dadurch auf die Probe gestellt. Der Film ist besonders in den ersten 30 Minuten ein echter Slow Burner und nimmt sich viel Zeit, in Gang zu kommen.
Was mich vor allem positiv überrascht hat: die Kameraarbeit. Immer wieder gab es Einstellungen der Kamera, die mich wirklich abgeholt haben. Sie waren abstrakt und kein gängiges „Shot und Gegen-Shot“.
Zum Ende hin zieht sich der Film allerdings. Irgendwann ist das beklemmende Gefühl als Zuschauende nicht nur beklemmend, sondern nervig, und ich möchte, dass es einfach vorbei ist. Somit hätte der Film gut 15 bis 20 Minuten kürzer sein können, denn irgendwann denkt man sich: „Okay, ich hab’s verstanden!“
Iron Lung bricht eine wichtige Film-Regel und macht damit alles richtig
Auch wenn der Schauplatz nur ein U-Boot ist, so schafft es der Film trotzdem, lebendige Charaktere zu zeichnen und uns einen guten Eindruck davon zu geben, wie die Welt da draußen aussieht.
Der hoffnungslose Horror gelingt dem Film, indem er eine wichtige Film-Regel bricht: „Show, don’t tell!“. Filmschaffende, auch Schauspieler, werden häufig dazu angewiesen, Elemente eines Films eher zu zeigen als zu erzählen. So können Zuschauende selbst Gefühle dazu erzeugen, anstatt von Dialogen alles vorgekaut zu bekommen.
Iron Lung macht genau das Gegenteil: Es zeigt uns nichts, außer das Innere eines U-Boots, Blut und den Sträfling Simon. Die Welt, wie sie jetzt ist, und was davor passiert ist, wird uns durch Dialog-Schnipsel nahegebracht.
Das Restliche spielt sich alles in dem Kopf der Zuschauer ab. Und das macht es erst so gruselig.
Dadurch, dass mir die Welt nur beschrieben wird und nicht gezeigt, stelle ich sie mir selbst vor und das erzeugt eine viel größere Hoffnungslosigkeit in meiner Fantasie, als es mir ein Bild jemals geben könnte.
Es gibt zwar immer wieder Schock- oder Ekelmomente, klar, aber der größte Horror entsteht bei einem selbst eben individuell. Wir kennen als Zuschauer nur das Innere des U-Boots. Das ist in dem Moment unsere Welt und gibt uns ein Gefühl der Ausweglosigkeit. Trotzdem kann mit dem Hauptcharakter mitgefiebert werden, darauf dass er eben einen Ausweg findet.
Das Schlimmste: Dadurch, dass der Horror am größten in meiner Fantasie ist, nehme ich die natürlich auch mit nach Hause, sodass ich wirklich Probleme hatte, nach dem Film nachts einzuschlafen.
Fazit: Dieser Film ist nicht für jeden
Dieser Film wird nicht für jeden Zuschauer etwas sein. Gerade wer auf Jumpscares und schnelle Action steht, ist hier fehl am Platz. Der Horror von Iron Lung kommt zum großen Teil durch die Fantasie der Zuschauer und nimmt sich viel Zeit, um in die Welt abzutauchen (pun intended).
Auch wenn ich riskiere, wieder eine Nacht stehend an der Wand vor Angst schlafen zu müssen, würde ich ihn tatsächlich nochmal schauen. Einfach um auch alles zu verstehen und mich noch mal der Beklemmung auszusetzen.
Der Filmmarkt scheint für einige Content Creator immer attraktiver zu werden. So auch für den irischen YouTuber Seán „Jacksepticeye“ McLoughlin, der sich ebenso eines Horror-Films annimmt. Mehr dazu lest ihr hier auf MeinMMO: Ein YouTuber und Streamer folgt Markipliers Beispiel, produziert einen neuen Horrorfilm, der bei Fans für Vorfreude sorgt
Der Beitrag Ich hab mir den Film von Markiplier im Kino angeschaut, jetzt kann ich nur noch im Stehen schlafen erschien zuerst auf Mein-MMO.
