Hey Blizzard, World of Warcraft hat ein Patch-Problem und die Leute merken es

MeinMMO-Dämon Cortyn findet den Zustand der neusten Patches in World of Warcraft erschütternd. Ein Trend setzt sich damit leider fort.

Seit einigen Wochen ist der Pre-Patch 12.0 von World of Warcraft Midnight nun live und das Feedback ist deutlich gemischt. Während gerade die Fans vom Housing im siebten Himmel unterwegs sind und Magiertürme, verfluchte Höhlen oder einfach abgedrehte Häuser bauen, knirscht es an allen anderen Ecken.

Das neue Interface macht Probleme, Disconnects kommen vermehrt vor, das neue Talent-System ist teilweise fehlerhaft und die neue Verschlinger-Spezialisierung legte zum Launch eine Bruchlandung hin. Das ist alles ziemlich peinlich, für ein über 20 Jahre altes MMORPG, das zwar inzwischen deutlich mehr Content liefert, aber über 3 Jahre nach dem Release von Dragonflight noch immer nicht die Qualität dieser Patches sicherstellen kann.

Außendarstellung und Wirklichkeit clasht hart

Ich mag Videos wie den „State of Azeroth“ vor einigen Tagen. Dort haben die Entwickler rund 30 Minuten über das aktuelle und künftige World of Warcraft gesprochen. Klar, die meisten Informationen waren bereits bekannt, wenn man halbwegs regelmäßig News verfolgt. Dennoch halte ich so eine regelmäßige Kommunikation mit der Community für wichtig – denn nicht jeder arbeitet (wie ich) in dem Bereich oder saugt jede WoW-Info wie ein Schwamm auf.

Doch zwischen „So präsentieren wir das Spiel“ und „So ist das Spiel gerade in Wirklichkeit“ herrscht eine ziemliche Realitätsschere:

Das Interface gibt häufig LUA-Fehler aus bei vielen Spielerinnen und Spielern – auch ganz ohne installierte Addons. Manche empfehlen deswegen ein absurdes Makro.

Der Verschlinger-Dämonenjäger war die ersten Tage ein totaler Reinfall. Sowohl spieltechnisch als auch in puncto verursachter Schaden – Leveln mit ihm war kaum möglich, da es keine Waffen während der Level-Phase für ihn gab.

Disconnects kommen vermehrt vor, egal ob beim Fliegen, im Housing oder einfach beim Springen, wie auch heute wieder viele im Subreddit von WoW berichten.

Ein Bug sorgte dafür, dass man Spieler-Charaktere gegen ihren Willen wegporten konnte.

Das Pre-Event musste direkt am ersten Tag gepatcht werden, weil einige seltene Feinde verbuggt waren und die notwendige Zeit für erspielbare Belohnungen unfassbar lang.

Nein, Patch 12.0 ist sicher nicht der qualitativ beste Pre-Patch, den World of Warcraft je gesehen hat. Ich glaube zwar auch nicht, dass es „der mit Abstand schlechteste Pre-Patch aller Zeiten“ ist – aber er ist einfach nicht gut.

Das ist ungeheuer schade.

Der neue Dämonenjäger war ein Flopp – und brauchte erst einmal große Hilfe.

Community wird zum Test-Team, Patch-Tag zum Reinfall

Einmal mehr hat die Community gemerkt, dass sie im Grunde als „zweite Beta-Tester“ benutzt wurden und noch immer werden. Wenn man in einem Video groß ankündigt, wie toll es gerade in World of Warcraft ist, wie spannend das Pre-Event und wie gut die Talent-Überarbeitung, dann ist es einfach eine Schade, wenn man im Spiel:

Ein Pre-Event erlebt, bei dem man 10 Minuten nach jedem Rare-Mob warten muss, um dann 1 Abzeichen zu erhalten, von denen man 40 für ein einziges Item braucht.

Talentbäume sieht, die „rot“ leuchten, weil sie als Voraussetzung angeblich Talente benötigen, die mit dem Patch entfernt wurden.

Eine neue Spezialisierung sieht, die eintönig ist, keinen Schaden verursacht und unfertig wirkt.

Ja, viele dieser Dinge wurden inzwischen behoben. Der Verschlinger-Dämonenjäger ist besser geworden, beim Pre-Event erscheinen die Feinde nun alle 5 Minuten, droppen 2-3 Marken und die Kosten der Items wurden gesenkt. Aber das hat Zeit gebraucht.

Am Patchtag einzuloggen und festzustellen, dass alles nicht so richtig funktioniert oder schlecht ausbalanciert ist, das ist inzwischen leider Tradition bei World of Warcraft.

Ausnahmslos jedes Event, das World of Warcraft in den letzten 3 Jahren gebracht hat, war zu Beginn schlecht kalkuliert. Das Verhältnis von „investierter Spielzeit“ zu „Welche Belohnungen bekomme ich dafür?“ ist jedes Mal ein kompletter Reinfall.

Nur um das noch einmal am Pre-Event in Zahlen festzumachen:

Die Anzahl der Marken für seltene Feinde wurde von 1 auf 2-3 erhöht (also +100 % bis 200 %).

Der Timer von seltenen Feinden wurde von 10 Minuten auf 5 Minuten reduziert (also x2, da doppelt so viele Feinde, die Marken hinterlassen).

Die Kosten für Items wurden von 40 auf 20 gesenkt, also um 50 % reduziert (also x2, da doppelt so viele Items für die gleiche Menge an Marken).

Wenn man diese Zahlen nun zusammennimmt, dann hat Blizzard das Event und die Belohnungen durch die seltenen Feinde um mehr als 600 % gesteigert.

Oder, um das mal in notwendiger Zeit auszudrücken:

Vor den Änderungen musste man 6 Stunden und 30 Minuten für ein einziges kaufbares Item farmen.

Nach den Änderungen sind es nur noch 45 Minuten (im schlechtesten Fall) oder 30 Minuten (im besten Fall).

Blizzard ist hier nicht „knapp am Ziel vorbeigeschrammt“ – die haben in eine ganz andere Richtung gezielt.

Weil es gerade ganz aktuell ist: Frisch heute (4. Februar 2026) hat Blizzard sogar dieses Ziel noch einmal komplett eingerissen, indem sie sich sinngemäß einfach „Jetzt ist auch alles egal“ gesagt haben: Zweit-Charaktere bekommen die Marken nun auch für Weekly- und Welt-Quests. Das heißt, man kann mit dem ganzen Event innerhalb von wenigen Stunden komplett fertig sein, wenn man einfach auf 3-4 Charakteren spielt.

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Der Patch wird in der Live-Umgebung getestet

Wie man es auch dreht und wendet: In das Belohnungssystem dieses Patches ist gar keine erkennbare Arbeit geflossen.

Der Patch-Tag sollte der Tag sein, auf den man sich freut – an dem man einen „Hype“ spürt. Kleine Fehler kann man verzeihen. Doch wenn Events und neue Inhalte strukturell schlecht ausbalanciert oder fehlerhaft sind, ist das schädlich.

Midnight sieht richtig gut aus. Ich freue mich unwahrscheinlich auf den Release des neuen Addons und glaube, dass wir da eine der besten Erweiterungen aller Zeiten bekommen werden. Aber das entschuldigt nicht, wie dieser Patch gelaufen ist.

Denn die enttäuschende WoW-Realität, mit der wir leben müssen, ist aktuell: „Oh, ein neuer Patch ist da? Warte lieber noch 2 Wochen, bevor du den spielst.“ Das müsste einfach nicht sein.
Wir wissen zwar, dass nicht alle die Weltenseelen-Sage überleben werden – aber es wäre doch schön, wenn das auch auf die Bugs zutrifft.

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