Nioh 3 – im Test (PS5)

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Spiel:Nioh 3Publisher:Koei-TecmoDeveloper:Team NinjaGenre:Action-RollenspielGetestet für:PS5Erhältlich für:PS5USK:18Erschienen in:3 / 2026

Der Release von Nioh 2 ist sechs Jahre her und seitdem hat Elden Ring das Soulslike-Genre kräftig aufgemischt – unter anderem mit einer offenen Welt, größerer Zugänglichkeit und denkwürdigen Bosskämpfen. Quasi ein Best-of-FromSoftware, das sich über 30 Millionen Mal verkauft hat.

Auf Nioh 3 hatte diese Entwicklung offensichtlich großen Einfluss. Denn auch Team Ninja setzt nun auf einen Open-World-Ansatz und Veränderungen in Kampfsystem und Spielablauf, die den Einstieg in das knallharte Fernost-Action-RPG erleichtern. Und ja: Teil 3 ist ein Best-of-Nioh geworden, das mit seinen in Zeitaltern eingeteilten ­Regionen gute 100 Stunden Spielspaß verspricht. Logisch, dass es auch einen ”New Game+”-Modus gibt.

Die augenscheinlichste Neuerung betrifft das Weltendesign. Statt wie bislang abgeschlossene lineare Missionen zu bestreiten, werdet Ihr nach dem Tutorial in eine semi-offene Landschaft entlassen. Semi-offen deswegen, weil Euch Grenzen etwa durch verschlossene Tore oder zwingende Story-Bosse gesetzt und viele Wege vorgegeben werden (vor allem in den Fegefeuer-Abschnitten), da sie von unüberwindbaren Lava-, Fels-, Schlucht- oder Wasserbarrieren eingefasst sind. Die Illusion, sich meist frei bewegen zu dürfen, ist aber gut gelungen. Zur Bewegungsfreiheit trägt auch der neue (Doppel-)Sprung bei, auf eine Reittier-Option wie in Elden Ring wurde jedoch verzichtet. Dafür schaltet Ihr nach einiger Zeit einen superflinken Spurt frei, der Laufwege dramatisch verkürzt. Das gilt auch für die Schnellreise zwischen den zahlreichen Gebetsschreinen, dem Pendant zu den Souls-Lagerfeuern.

Die Haupt- und Nebenmissio­nen sind angenehm organisch in die Welt eingebettet und reichen von Hol- und ­Bringdiensten für NPCs über Duelle mit ­diversen Meistern, dem Räumen von feindlichen Lagern bis hin zu Bosskämpfen mit Menschen und Dämonen. Manchmal begleitet Euch ein Story-NPC und natürlich könnt Ihr Euch auch menschliche Koop-Hilfe (bis zu zwei weitere Personen, Story-Progress nur für den Host) holen oder an ­blauen Gräbern einen CPU-Helfer beschwören, wenn Euch ein Abschnitt oder ein Boss Probleme bereiten.

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Für Orientierung sorgt dabei eine clevere Karte, auf der nach und nach immer mehr Sammelgegenstände auftauchen, sofern man fleißig erkundet. Erkundungsstufen-Aufstiege bringen dabei auch Attributspunkte für Eure selbst per Charakter-Editor erstellte Spielfigur und andere Belohnungen. Akribisches Aufstöbern von Schatzkisten, Kodama-­Figuren, als Bälle im Himmel schwebenden Wieseln und Co. ist für das Freischalten von ­neuen Moves, Talenten und vielerlei Buffs essenziell. Oder anders formuliert: Die Entwickler haben eine äußerst gelungene, ineinander verschachtelte Erkundungs-Auflevel-Motivationsspirale geschaffen.

Nioh 3 bietet unzählige hochkomplexe Spielmechaniken für die beiden jederzeit auf Knopfdruck wechselbaren Kampfgrundtypen Samurai und Ninja, ausufernde Skilltrees für jede Klasse und jede einzelne Waffe, selbstverständlich auch levelbare Attribute wie Kraft und Ausdauer, anpassbare Begleiter-Geister, eine Waffenschmiede, Trainingsmissionen, Händler, die Option, einem von vielen Clans beizutreten (bringt unterschiedliche Boni), und, und, und. Einsteiger können zum Glück viele Feinheiten erst mal ignorieren und einfach losspielen, Profis feilen dagegen über Monate an ihrem perfekten Build.

Und das wie erwähnt für zwei Spielstile, die sich grundlegend unterscheiden: Der Samurai ist die Fortführung der bisherigen Nioh-Spielmechanik, die nun mit einer Sekiro-ähnlichen ­Parierfunktion (muss man erst freischalten) erweitert wurde. Man verfügt über unterschiedliche Haltungen, achtet stark auf das Ki-Management (Ausdauer) und ist moderat flott unterwegs. Als Ninja stehen Schnelligkeit, Ausweichen und die Ninja-Talente (etwa das Werfen von Bomben und Shuriken) im Vordergrund.

Dass die beiden Spielstile nicht nur ein weiteres Add-on sind, offenbart sich spätestens in den hervorragend designten Bosskämpfen. Ja, man kann jeden Brocken als Samurai oder Ninja bezwingen. Allerdings laden einige Bosse gerade dazu ein, das neue Parieren zu nutzen oder eher superflink aus größerer Entfernung zu agieren. Versteift Euch also besser nicht auf eine Figur und passt Euch der Situation an.

Nioh 3 ist technisch in der PS4-Ära stehen geblieben. Wählt man den Bildraten-Modus, erhält man zwar stabile 60 fps, die Landschaften sehen aber nicht ansatzweise so schick aus wie etwa in Elden Ring. Dafür gibt es via Kopfhörer tollen 3D-Sound und die feinen Rumble-Effekte sorgen für eine klasse Immersion.

Meinung

Oliver Schultes meint: Nioh 3 hat sich einiges von Elden Ring abgeschaut – und dabei vieles richtig gemacht. Wer bislang vor Team Ninjas Japan-Action-RPG zurückgeschreckt ist (”zu komplex, zu schwer!”), erhält jetzt den zugänglichsten Teil der Serie serviert. Der ist immer noch hochkomplex, aber die Open-World-Struktur ermöglicht wie bei Elden Ring einen fließenden, motivierenden Auflevel- und Storyfortschritt. Ja, es gibt natürlich wieder Sackgassen-Bosse, die man fürs Weiterkommen besiegen muss. Aber auf dem Weg dahin hat man seinen Charakter und seine Kampfwerte normaler­weise ohne langen Grind gut aufgerüs­tet – wenn man die Gegend sorgfältig abgrast. Die beiden Kampfstile spielen sich hervorragend und bieten enorme Flexibilität, umfangstechnisch lieferte Nioh sowieso schon immer ein dickes Paket. Was Veteranen sauer aufstoßen könnte, ist das Recycling aus früheren Teilen: Standardgegner, Nebenbosse, Melodien und Grafik-Assets – vieles ist altbekannt. Andererseits erhalten Neueinsteiger ein tolles Best-of-Nioh.

Wertung

2 Grafik-Modi & PS5-Pro-Unterstützung
mehrere Kontroll-Layouts, die noch feiner anpassbar sind
2 Kampfstile: Samurai und Ninja
Charakter jederzeit umskillbar

Die besten Elemente der ”Nioh”-Serie zusammengeführt und mit einer offenen Welt sowie zwei motivierenden Kampfstilen angereichert – top!

Singleplayer89MultiplayerGrafikSound

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