Für Baldur’s Gate 3 geht es bald auf die TV-Bildschirme. Doch nicht allen schmeckt das, denn es könnte das Spiel-Erlebnis verfälschen.
Es ist noch immer schwer in Worte zu fassen, wie groß der Erfolg von Baldur’s Gate 3 wirklich war. Immerhin gelang es dem Spiel, das eher nischige Genre der CRPGs in den Fokus vieler Gamer zu rücken und ganz neue Leute für diese Art von Spiel zu begeistern. Ein Erfolg, der auch dazu führte, dass Baldur’s Gate 3 eine TV-Adaption bekommen wird und zwar unter der Führung von Craig Mazin, der auch schon The Last of Us für HBO verfilmt hat.
Doch einer der Chefs von Larian, den Entwicklern hinter Baldur’s Gate 3, hat hier große Bedenken.
Vor der Serie von Baldur’s Gate 3 hat Craig Mazin an The Last of Us gearbeitet:
Autoplay
Worum wird es in neuen Serie? Die Serie zu Baldur’s Gate 3 soll nicht die Geschichte des Spiels erzählen, sondern beim „Danach“ ansetzen – also nach dem Ende des Spiels, wenn die Bedrohungen durch Gortash, das große Gedankenschinder-Hirn und die Parasiten bereits bewältigt wurden. Wir werden also zu sehen bekommen, wie sich die Heldinnen und Helden des Spiels weiterentwickeln und wohin es sie nach ihrer Reise verschlägt.
Aber genau das ist ein Umstand, der nicht allen gefällt, wie etwa Michael Douse von Larian.
Was kritisiert Douse? Douse hat sich bei der Ankündigung auf X deutlich skeptisch gezeigt und meinte, dass er einen „Crash Out“ haben werde, also mal ordentlich Dampf ablassen möchte. In weiteren Beiträgen erklärte er der Community dann, was es damit auf sich habe: Eine Serie, die Baldur’s Gate 3 verfilmt und danach ansetzt, könnte einen ziemlich sonderbaren Beigeschmack haben.
Denn die Serie werde bestimmte Ereignisse kanonisieren müssen, also „offiziell“ machen – also Entscheidungen, die man als Spielerin oder Spieler vielleicht ganz anders getroffen hat. Dadurch würde eine Art von Spieldurchlauf zum „echten Spieldurchlauf“ werden und könnte das Spiel-Erlebnis der Fans mindern.
Außerdem hat er die Sorge, dass es den Serienmachern nicht wirklich gelingen wird, die Tonalität der Spiel-Vorlage zu treffen, das würde wiederum die Arbeit der Entwickler am Spiel nicht ausreichend würdigen.
Später fügte er noch an: „Unsere Geschichten sind durch starke Kameradschaft und Entschlossenheit entstanden. Ich habe [das Team] betrachtet, als sie geschrieben und immer mehr geschrieben haben und durch Respekt für das Publikum und das [Quell-]Material erschufen sie das beste Zeug, das ich je gespielt habe. Ich hoffe, dass [die TV-Serie] das gleiche Maße an Gründlichkeit erlaubt.“
Chef von Larian ist entspannter, ist gespannt auf die Serie
Deutlich entspannter sieht es allerdings Swen Vincke, der Chef von Larian. Er habe mit Craig Mazin gesprochen und erklärte auf X, dass Mazin „gefragt habe, ob er mal zum Entwickler-Studio kommen könne, um mit uns zu sprechen“. Aus dem Gespräch schloss Vincke, dass Mazin ein großer Fan sei und das sorge bei ihm für Hoffnung. Weiter erklärte er in einem anderen Post:
Wir haben unglaublich hart daran gearbeitet, dass Baldur’s Gate 3 seinem Vermächtnis gerecht wird. Die Charaktere und Geschichten sind das Ergebnis von vielen Teams, die zusammengearbeitet haben und ich glaube, dass ich für alle sprechen kann, wenn ich sage, dass sie es cool finden und hoffen, dass auch das nächste Projekt mit der gleichen Menge an Leidenschaft angenommen wird.
Die Enden von [Baldur’s Gate 3] wurden erschaffen, damit sie als narrativer Nährboden für neue Abenteuer dienen können. Es gibt viele Richtungen, in die sich das entwickeln könnte.
Freut ihr euch auf eine Serie zu Baldur’s Gate 3 von den Machern von The Last of Us? Oder glaubt ihr, dass man ein so großes Spiel mit so umfangreichen Entscheidungen und verschiedenen Enden gar nicht sinnvoll in einer Serie weiterführen kann, ohne viele Fans zu vergraulen?
Falls ihr nach Baldur’s Gate 3 eine gewisse Leere verspürt – dieses Spiel hier könnte sie füllen.
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