Deutschland setzt auf eine simple Idee, um eines der Probleme der erneuerbaren Energien zu lösen: einen See mit Sonnenpanelen zu bedecken

Deutschland setzt auf eine neue Idee bei der Energiewende: Photovoltaik-Anlagen, die auf dem Wasser schwimmen. Das Problem vom fehlenden Platz wird damit zumindest teilweise gelöst.

Was für eine Anlage wurde in Bayern eröffnet? In Gilching bei München schwimmt seit vergangenem Jahr eine neue Art von Solaranlage auf einem Baggersee. Der Ansatz ist dabei ebenso simpel wie genial: Statt wertvolle Flächen an Land zu verbrauchen, nutzt man einfach ungenutzte Wasserflächen. Denn Baggerseen und künstliche Gewässer bieten viel freie Flächen (SZ, Futurezone).

Die Grundprämisse wurde bereits im Mai 2024 von der Firma Sinn Power vorgestellt (SZ). Die konkrete Idee: Die PV-Module sind nicht wie üblich flach montiert, sondern stehen in vertikalen Reihen auf dem Wasser. Laut eigenen Angaben handelt es sich um die weltweit erste vertikal schwimmende Solaranlage (Sinn Power).

Energie kommt, wenn sie benötigt wird

Warum setzt man auf vertikale Module? Durch die senkrechte Ausrichtung sollen die Module besonders in den Morgen- und Abendstunden effizient arbeiten, wenn die Sonne flach einfällt. Außerdem verringert sich der Wartungsaufwand: Die stehenden Panele sind weniger anfällig für Verschmutzung durch Staub oder Vogelkot. (Sinn Power).

Die einzelnen Reihen sind durch Wasserstreifen voneinander getrennt, damit genug Licht für die Stromproduktion durchkommt. Mit einer Bedeckung von nur 4,65 % der Wasseroberfläche bleibt die Anlage laut Herstellerangaben obendrein weit unter der gesetzlich erlaubten Grenze von 15 % gemäß Wasserhaushaltsgesetz (WHG).

Welche Risiken gibt es bei solchen Anlagen? Tatsächlich bringt die Bauweise auch Herausforderungen mit sich: Die aufrecht stehenden Solarpanels sind durch ihre Form besonders anfällig für starken Wind. Um diesem Risiko zu begegnen, hat Sinn Power eine eigene Lösung entwickelt: das sogenannte „Skipp-Float“-System (Sinn Power). Dabei handelt es sich um einen 1,6 Meter langen Unterwasserkiel, der der Anlage Stabilität verleiht – ähnlich wie bei einem Segelboot, bei dem die Panele quasi als Segel wirken, die es auszugleichen gilt (Xataka).

Noch offen ist hingegen, wie sich die Nutzung durch Tiere oder die unvermeidbare Beeinträchtigung durch Wind und Wetter langfristig auf die Effizienz der Anlage auswirken werden. Bisher sind jedoch keine größeren Probleme seit dem Start der Anlage bekannt.

In China werden derartige Anlagen bereits auf offener See im großen Stil umgesetzt (via El Confidencial). Allerdings handelt es sich dabei eben nicht im vertikal sondern horizontal ausgerichtete Panele.

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Vertikal, schwimmend, effizient – die Anlage in Gilching zeigt, dass innovative Photovoltaik-Technik auch jenseits klassischer Landplatzierung funktionieren kann. Ob sie sich unter realen Bedingungen dauerhaft bewährt, bleibt abzuwarten. Fraglich bleibt auch, wie standhaft die Panele unter den neuen Bedingungen selbst sind: Nicht alle Solarpaneele sind gleich standhaft, doch ein Trend ist erkennbar

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