Simon the Sorcerer Origins – im Test (PS5)

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Spiel:Simon The Sorcerer OriginsPublisher:ININ GamesDeveloper:Smallthing StudiosGenre:AdventureGetestet für:PS5Erhältlich für:PS4, PS5, Switch, XOne, XSXUSK:6Erschienen in:12 / 2025

Der Adventure-Klassiker, der 1993 seinen Anfang nahm, kehrt im siebten Hauptteil der Reihe als Prequel zurück. Unter Aufsicht der Original-Entwickler trifft Retro auf Moderne.

Der rebellische Teenager ­Simon zieht mit seiner Familie in ein neues Haus und befindet sich kurz darauf in einer mittelalterlichen Fantasiewelt mit Trollen, Zauberern und sprechenden Gemälden. Ziel ist die Rückkehr nach Hause und nebenbei die Pläne des fiesen Zauberers Sordid zu durchkreuzen.

Audiovisuell punktet das Point’n’Click-Adventure sofort. Der neue, handgezeichnete Animationsstil ist zwar simpel gehalten, aber sehr charmant. Fans freuen sich zudem über die Rückkehr der deutschen Original­stimme Erik Borner. Für Neueinsteiger ist das gewöhnungsbedürftig, da Simon älter klingt, als es sein Äußeres suggeriert. Wir empfanden die englische Stimme (Chris Barrie, ebenfalls ein Rückkehrer) als passender.
Spielerisch liefert Origins ein gemischtes Bild. Geboten werden Euch 12 Kapitel, die in grob 3 Arealen stattfinden: einem Fantasiedorf, einer Magierschule und einem Sumpf. Eine Schnellreise per Karte erspart Euch manch ­lästigen Laufweg.

Auf Wunsch steuert Ihr ­Simon klassisch mit einem Cursor oder direkt per Analogstick. ­Befehlseingaben gibt es keine. Entweder schnappt sich Simon sofort die Gegenstände und packt sie in seinen magischen Hut oder kommentiert diese mal mehr oder weniger süffisant und schreckt auch nicht vor zahlreichen Witzen zurück, die die vierte Wand durchbrechen.

Die größte Schwäche ist leider das inkonsistente Rätseldesign, das alte Fehler wiederholt. Allgemein gilt: Simon gibt in vielen Fällen wenig bis gar keine Tipps. Das ist häufig kein Problem, doch so manche Lösung liegt alles andere als auf der Hand. Mehr als einmal mussten wir das ”Trial & Error”-Prinzip bemühen. Auch stießen wir auf Stellen, die erst ein Trigger-Event benötigten, bevor unser Lösungsansatz angenommen wurde. Ebenso gibt es Ungereimtheiten: Für eine Falltür benötigen wir eine Gabel, für einen Gullideckel einen spitzen Knochen. Wieso der Knochen nicht mit beiden Gegenständen funktioniert, wird an keiner Stelle erklärt.

Meinung

Steffen Heller meint: Vorab: Ich bin in den 1990ern ohne Simon aufgewachsen, weswegen die vielen offensichtlichen Verweise auf frühere Serienteile bei mir emotional wenig auslösen. Präsentation und Steuerung sind jedoch angenehm modern, sodass nicht nur alte Hasen abgeholt werden. Das größte Manko von Origins sind aber fehlende oder wenigstens minimal nützliche Tipps. Das ist mir insofern unbegreiflich, da Simon diese sogar ab und an liefert. Aber gerade an Stellen, bei denen ich nicht mal merke, was mir fehlt, lässt mich das Spiel eiskalt im Regen stehen. Verzeihlich wird es dadurch, dass Ihr nur schwer Items übersehen könnt und viele Schauplätze lediglich wenig Interaktionsmöglichkeiten bieten. Manch ein Ort ist überdies so leer, dass man diesen gleich hätte streichen können, um Laufwege zu sparen. Zwei Tipps von mir: Achtet auf Zeichnungen im Hintergrund und nicht nur beim Brauen von Zaubertränken spielt die richtige Reihenfolge Eurer Eingaben eine Rolle.

Wertung

Prequel spielt zeitlich vor Teil 1
Original-Simon-Sprecher mit an Bord
ohne interne Lösungshilfe

Der Charme und der Humor wurden wunderbar in die Gegenwart portiert. Leider ebenso manch alte Adventure-Krankheit.

Singleplayer72MultiplayerGrafikSound

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