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Koch Media meint es gut mit Nippon-affinen Zockern: Wie bei Fragile Dreams, dem Wii-RPG Rune Factory Frontier und bald No More Heroes 2 fungiert der Publisher auch bei Way of the Samurai 3 als deutscher Vertriebspartner.
Dass der dritte Teil von Acquires Nischen-Serie in PAL-Gefilden landet, ist ein Glücksfall für Freunde des feudalen Japans: Die Geschichte rund um die Geschicke eines ehrbaren Kriegers kommt ohne magischen Hokuspokus aus, sondern konzentriert sich auf das Leben und Kämpfen im Nippon des 16. Jahrhunderts. Euer selbst erstellter Samurai streift durch eine wenige Areale kleine Spielwelt und kann sich dabei drei Parteien anschließen: Heuert bei einem grausamen Warlord an, steht den schutzlosen Dorfbewohnern bei oder schließt Euch den Banditen an.
Wie schon in den Vorgängern unterscheidet sich der Spielablauf grundlegend von beinahe allen anderen Genrevertretern: Anstatt einer linearen Story zu folgen, gestaltet Ihr die Handlung selbst. Eure gewählten Dialogoptionen und geschlossenen Allianzen haben tatsächlich Einfluss – Ihr kämpft und plaudert Euch zu über 20 verschiedenen Enden; da stört es nicht, dass ein einmaliger Durchlauf nur zwei bis vier Stunden dauert.
Teil 3 übertrifft seine Vorgänger in fast jeder Hinsicht – die Anzahl der sammelbaren (und neuerdings auch selbst erstellbaren) Klingen ist gigantisch; praktischerweise gewinnt das an sich simple Kampfsystem durch die waffenspezifischen Manöver an Tiefgang. Seid Ihr nicht mit handfesten Streitereien beschäftigt, erledigt Ihr Aufträge für die NPCs (Unterhose der Dorfältesten suchen, Wachen verprügeln, entlaufene Kinder finden), stehlt Lebensmittel, heuert einen Partner an, bestreitet pfiffige Minispiele, kauft in den Läden ein oder haltet in Eurem Quartier Mittagsschlaf. Nach dem Durchzocken greift die intelligente Wiederspiel-Logik: Ihr könnt Euren Samurai mit freigeschalteten Frisuren und Kleidern aufhübschen, Euren Erfahrungslevel übernehmen und sogar Geld, Items und Waffen in ein neues Spiel transferieren.
Meinung
Matthias Schmid meint: Way of the Samurai 3 ist ein Schwergewicht mit hartem Einstieg: Von der klugen Idee, über die Karte in andere Gebiete springen zu können, abgesehen, ist die Bedienung kompliziert und zwingt Euch viel zu oft ins Menü, Grafik und Animationen sind ebenfalls nicht taufrisch. Habt Ihr Euch aber mit dem einzigartigen Spielablauf vertraut gemacht, wird das Erledigen der Aufträge, das Sammeln von Waffen und das Aufspüren der alternativen Enden zur Sucht.
Wertung
über 20 Enden & unzählige Schwerter
charmant-lustige deutsche Text-Dialoge
Riesenumfang trotz kleiner Spielwelt
So ungewöhnlich wie umfangreich: technisch solides Samurai-Abenteuer mit Witz und ganz viel Wiederspielwert.
Singleplayer76MultiplayerGrafikSound
