In einem Interview erklärte ein Publishing-Verantwortlicher von Crimson Desert, dass man den RPG-Begriff gar nicht mögen würde. Das bedeutet aber nicht, dass das Open-World-Abenteuer keine Rollenspiel-Elemente besitzt. MeinMMO verrät, was euch im Detail erwartet.
Ist Crimson Desert ein MMO? Bei der Ankündigung im Jahr 2019 wurde Crimson Desert noch als MMORPG-Projekt vorgestellt. Pearl Abyss wollte eine Art Nachfolger für Black Desert entwickeln.
Das hat sich über die Jahre jedoch gewandelt. Offiziell nennen die Entwickler das Spiel ein Open-World-Action-Adventure. Und tatsächlich wird es zum Release am 19. März keinen Multiplayer oder Koop geben. Crimson Desert bietet eine reine Singleplayer-Erfahrung.
Ist Crimson Desert ein Rollenspiel? In der aktuellen Ausgabe des Podcasts „Dropped Frames“ erklärte Will Powers, Director of Marketing für Crimson Desert, dass man intern auch den RPG-Begriff nicht mag.
Die Entwickler wollen es kein RPG nennen, weil sie bereits ein MMORPG haben. Mit dem Begriff RPG schürt man eine gewisse Erwartungshaltung. Beispielsweise, was eine Charaktererstellung angeht, ein Erfahrungspunkte- und Level-System und vergleichbare Dinge. Diese Sachen, die manch ein Spieler vielleicht erwarten würde [wenn der Begriff RPG fällt], gibt’s in Crimson Desert nicht.
Es gibt jedoch eine ganze Reihe von Rollenspiel-Elementen. Daher tun wir uns bei der Genre-Bezeichnung etwas schwer, weil wir die richtigen Erwartungen schüren wollen. Im Fokus von Crimson Desert steht auf jeden Fall die Open World. Für mich ist das die wahrhaftigste Version eines Open-World-Spiels, die ich bislang gespielt habe.
Will Powers im Podcast „Dropped Frames“
Autoplay
Rollenspiel oder kein Rollenspiel?
Im weiteren Verlauf des Podcasts geht Will Powers noch genauer auf einzelne Bereiche von Crimson Desert ein, wodurch deutlicher wird, wie viel Rollenspiel in dem Open-World-Abenteuer steckt.
Was für RPG-Elemente sind nicht in Crimson Desert drin?
In Crimson Desert steht der Protagonist Kliff im Fokus der Handlung. Zudem könnt ihr zwei weitere spielbare Charaktere im Laufe der Story freischalten. Einen Charakter-Editor, in dem ihr euch ein eigenes Alter Ego basteln könnt, gibt’s nicht.
Genauso wenig gibt es ein Klassen-System. Die drei spielbaren Charaktere besitzen jedoch unterschiedliche Kampfstile, Waffen und Fertigkeiten.
Ihr sammelt in Crimson Desert keine Erfahrungspunkte, steigt nicht im Level auf und verteilt auch keine Attributspunkte.
Es gibt in Crimson Desert keine Dialoge mit mehreren Auswahlmöglichkeiten und ihr trefft auch keine Entscheidungen, um den Verlauf der Story zu verändern.
Es gibt keine NPCs, zu denen ihr eine innige Beziehung bis hin zur Romanze aufbauen könnt.
Ihr könnt euch den gesamten Talk auch auf YouTube oder im Folgenden geben:
Was für RPG-Elemente stecken in Crimson Desert?
Es gibt ein Inventar-System (mit einer Obergrenze an Platz) und man sammelt Loot ein. Dieser Loot ist jedoch nicht zufallsabhängig, wie etwa in einem Diablo. Stattdessen gibt es viele einzigartige Ausrüstungsteile, die man sich über fest definierte Wege erspielen kann – etwa über Bosskämpfe.
Es gibt ein Crafting-System, für das man Blaupausen sammelt und mit dem man Ausrüstungsteile herstellen sowie aufwerten kann.
Über gemeisterte Herausforderungen, die Erkundung der Welt oder das Besiegen von Gegnern erspielt man sich sogenannte Abyss-Artefakte. Diese investiert man dann in einer Art Talentbaum, über den man zig neue Manöver sowie Verbesserungen für Kliff und die anderen spielbaren Charaktere freischalten kann.
Der Talentbaum soll verzweigt genug sein, um verschiedene Spielstile priorisieren zu können – man kann beispielsweise einen größeren Fokus auf Fernkampfangriffe legen, wenn man das möchte.
Es gibt nur einen Schwierigkeitsgrad und alle Gegner in der Welt haben einen fest definierten Stärkegrad. Wer an einer Stelle Probleme hat, kann woanders in der Open World weitermachen und später spürbar gestärkt einen erneuen Versuch wagen.
Darüber hinaus soll es abseits von Ausrüstung und Talenten diverse Möglichkeiten geben, die Charakterstärke von Kliff und den anderen Kämpfern in die Höhe zu treiben: etwa in Form von Bufffood oder erfarmbaren Verbrauchsgegenständen wie Wiederbelebungs-Items.
Wenn es um das Kampfsystem geht, sollen die Vorbilder sogar teils ins Fighting-Game-Genre reinreichen. Für eine Singleplayer-Erfahrung einzigartig sei laut Will Powers zudem die reine Zahl an Features, Systemen und Inhalten. Dieser Umfang sei nur möglich, weil Pearl Abyss in MMO-Größen denken würde und Crimson Desert zuerst auch als MMO konzipiert habe.
Tatsächlich erinnert uns das fast schon wahnsinnige Feature-Angebot von Crimson Desert an Where Winds Meet aus dem vergangenen Jahr, nur dass das Asia-RPG sogar einen optionalen MMO-Modus besitzt und im Koop gespielt werden kann.
Im selben Interview hat der Publishing-Verantwortliche übrigens mehr Details zur Monetarisierung von Crimson Desert verraten. Während das Vorgänger-Spiel Black Desert ein reines Service-Game mit Shop und Saisons ist, soll das Open-World-Abenteuer eine reine Premium-Erfahrung sein – Crimson Desert verspricht: Kein Cash-Shop, keine Mikrotransaktionen
Der Beitrag Erst verschwand das MMO in Crimson Desert, dann der Begriff des RPGs – Doch wie viel Rollenspiel steckt drin? erschien zuerst auf Mein-MMO.
