Project Motor Racing – im Test (PS5)

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Spiel:Project Motor RacingPublisher:GIANTS SoftwareDeveloper:Straight4 StudiosGenre:RennspielGetestet für:PS5Erhältlich für:PS5, XSXUSK:Erschienen in:1 / 2026

Kaum ein anderes Rennspiel hat zuletzt einen derartigen Shitstorm im Netz verursacht, schließlich sollte Project Motor Racing der geistige Nachfolger von Project CARS werden, sind hier doch viele der damaligen Entwickler am Werk. Die Ernüchterung folgte an Tag 1 mit einem Spiel, das mehr einem Early Access als einem Vollpreistitel glich. Zum Test stand die aktualisierte Version 1.07 zur Verfügung, die zumindest einige grobe Schnitzer ausbesserte.

Doch von vorn: Für seinen hoch angesetzten Realismus bauten die Macher auf die Mithilfe von Rennfahrern wie Ben Collins oder Johnny Herbert. Ergo entfaltet PMR seinen Fahrspaß erst so richtig mit einem Lenkrad. Gängige Hardware wird hierbei unterstützt. Allerdings ist das Force Feedback standardmäßig viel zu kümmerlich und die Wagen fühlen sich schwammig an. Erst mit entsprechendem Set-up reagieren die Vehikel nachvollziehbar. Mit Controller ist der Realismus-Anspruch ebenso spürbar, auch wenn Ihr damit noch schneller ins Rutschen kommt. Das Gute ist jedoch, dass der Grenzbereich recht weit gefasst ist: Das Fahrzeug verliert gerne Grip, lässt sich aber umgehend wieder einfangen.

Die wahre Stärke der Sim ist der abwechslungsreiche Fuhrpark, der mit seinen 70 Vehikeln kein Vergleich zu einem Gran ­Turismo ist, aber anspruchsvoller zu fahren ist. Im Aufgebot finden sich aktuelle LMDh-Hyper­cars oder GT3-Wagen genauso wie klassische GT1- und LMP-Vehikel wie der Mazda 787B oder der Lister Storm. Diese punkten auch soundtechnisch, die Motorenklänge einiger Wagen (etwa beim BMW M3 GTR) wirken dagegen fehl am Platz. Auf Straßenwagen wurde bewusst verzichtet. Auch schön, dass es unterschiedliche Streckenverhältnisse gibt. Sonne, Regen, Zeitbeschleunigung und sogar Jahreszeiten samt entsprechenden Temperaturen lassen sich einstellen. Zudem funktioniert der Multiplayer-Modus mit 32 Teilnehmern und Cross-play-Funktionalität. Hier absolviert Ihr Ranglisten-Rennen oder erstellt eigene Lobbys.

Also, wo hakt es bei PMR? Zum einen an der aggressiven Gegner-KI, die Euch gerade am Start ziemlich ignoriert und gerne abschießt. Obendrein heimst Ihr unverschuldet Strafsekunden ein. Das wurde mit den letzten Updates ein wenig besser, dennoch solltet Ihr beim Überholen vorsichtig sein. Vor allem auch, da es kein Gegner-Radar gibt. Ergo seht Ihr im Cockpit nicht, wo sich Kontrahenten um Euch herum befinden. Schließlich ist die Aufmachung recht nüchtern, obwohl der Karriere-Modus nett gemacht ist. Denn hier absolviert Ihr Meisterschaften, zu denen Ihr zuerst ein passendes Gefährt erwerbt. Zudem müsst Ihr das Startgeld und Schäden aus eigener Tasche bezahlen.

Meinung

Thomas Stuchlik meint: Project Motor Racing hätte die Rennsimulation des Jahres werden können, wird aber von vielen Kinderkrankheiten geplagt. Denn aktuell wirkt es befremdlich, Vollpreis für ein unfertig wirkendes Raser-Spektakel zu blechen. Die Ansätze von PMR gefallen mir dennoch: Die Fahrphysik ist nach viel Einstellarbeit gut nachvollziehbar. Auch die klassischen Rennwagen sind ohne Fahrhilfen eine fordernde Angelegenheit. Doch die dumm agierenden Computergegner eliminieren so manchen Spielspaß mit ihrer ruppigen Fahrweise. Das vermasselt gerade Solo-Spielern die Freude. Aktuell ist das Rennspiel kaum empfehlenswert, besser Ihr wartet noch einige Updates ab. Dann dürfte auch die Wertung höher ausfallen.

Wertung

70 Rennwagen verschiedener Epochen
18 Strecken in diversen Layouts
Solo-Karriere mit Budget-Planung
Cross-play zwischen Konsole und PC

Das Rennspiel hat viel Potenzial, ist aber noch unausgereift – wenn die Entwickler weiter daran arbeiten, kann daraus eine ernsthafte Sim werden.

Singleplayer67MultiplayerGrafikSound

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