Der Hulk gehört zu den bekanntesten und ältesten Helden von Marvel. Immerhin hatte er seinen ersten Auftritt vor 64 Jahren. Doch er ist mehr als einfach nur ein grünes Monster.
Wie viele der legendärsten Marvel-Helden stammt der Hulk aus der Feder von Autor Stan Lee und dem Künstler Jack Kirby. Seinen ersten Auftritt hatte der Superheld im Comic The Incredible Hulk Nr. 1 im Mai 1962.
Wer die Filme kennt, der weiß wohl, dass eine Explosion den Wissenschaftler Bruce Banner in den Hulk verwandelt hat. Doch es steckt mehr dahinter, als man denkt.
Autoplay
Die Gamma-Energie stammt von einem Horrorwesen
Wie entstand der Hulk in der Welt von Marvel? Bruce Banner ist ein Nuklearphysiker, der sich vor allem mit der Gammastrahlung beschäftigt. Da ihm die Optionen ausblieben, arbeitete er für die Regierung in einer Wüste in New Mexico. Dort forschte er an der Gamma-Bombe, die sich mit der Atombombe vergleichen lässt, nur halt mit Gammastrahlung.
Eines Tages kam es zu einem Test der Gamma-Bombe. Doch ein Zivilist schlich sich in die Basis. Banner bat einen Kollegen, den Countdown für die Bombe aufzuhalten, doch er tat es nicht. Der Geheimagent der Sowjetunion wollte Banner damit töten. Banner rettete den Zivilisten, wurde aber von der Bombe getroffen. Daraus entstand der Hulk.
Lange Zeit war das die Geschichte hinter dem Hulk, doch mit der Entität „The One Below All“ (zu Deutsch: Der unter allen) gab man der Gammastrahlung eine weitere Ebene. Das ist quasi die dunkle Form des Gottes „One Above All“, der das Multiversum und alles darin kreiert hat.
Nachdem One Above All erfahren hat, dass Vinruviel, die Mutter allen Horrors, existiert, obwohl er sie nicht erschaffen hat, griff er sie an. Sie schaffte es dabei jedoch, ihn zu attackieren und mit ihrer dunklen Energie zu infizieren. Er verwandelte sich in One Below All, tötete all die Kinder von Vinruviel und sperrte sie in eine Leere ein, aus der sie nicht entkommen kann (Quelle: Marvel Database).
One Above All verwandelte sich zurück, doch seine dunkle Seite existiert weiter.
Grüne Türen und Avatare
Was hat der One Below All mit dem Hulk zu tun? Die Gamma-Energie ist im Marvel-Universum eine Form von Strahlung, die nur dank One Below All existiert. Wie Screen Rant beschreibt, ist es ein Mix aus göttlicher Kraft und der dunklen Energie der Mutter allen Horrors.
Nachdem sich One Above All zurückverwandelte, verschwand sein dunkles Alter Ego aber nicht. Die Entität One Below All existiert im Below-Place, dem untersten Rand der Realität. Dieser Ort wird mit Grünen Türen zur echten Welt verbunden. Diese sind fest verzahnt mit Gamma-Mutanten, also Wesen wie dem Hulk.
Als Bruce Banner von der Gamma-Bombe getroffen wurde, öffnete sich eine solche Tür und er starb eigentlich. Doch durch den Ort wurde er wiederbelebt und zum Hulk. Das Ziel der Entität ist es aber nicht, starke Helden und Schurken zu erschaffen.
One Below All kann selbst nicht handeln, nur in Form von Avataren, die mit seinem Ort verbunden sind. Er existiert nur für ein Ziel: alles Existierende zu zerstören.
Zwar ist die Lore-Erklärung für den grünen Helden schon spannend, doch auch die Inspirationsquellen für den Hulk sollte man sich anschauen.
Berühmte literarische Figuren als Vorbild für den Hulk
Wie kam Stan Lee auf die Idee zum Hulk? In einem Interview (via YouTube) verriet Comic-Legende Stan Lee, dass er ein Monster erschaffen wollte, das eigentlich der Gute ist, aber niemand es weiß. Dafür nahm er sich das Frankensteins Monster und die Novelle Der seltsame Fall des Dr. Jekyll und Mr. Hyde aus dem Jahre 1886 zum Vorbild.
Frankensteins Monster stammt aus dem Roman Frankenstein, oder Der moderne Prometheus von Mary Shelley, der 1818 erschienen ist. Stan Lee nennt im Interview als eine Inspiration explizit den Schauspieler Boris Karloff, der das Monster in der Verfilmung von 1931 verkörpert hat.
Frankensteins Monster ist eine Kreatur, die nie erschaffen werden wollte und von allen gefürchtet wird, obwohl sie nichts dafür kann. Das passt auch zum Hulk. Er ist ein anderes Bewusstsein von Banner mit eigenen Gefühlen. Er ist nützlich, wenn es darum geht, Schurken zu besiegen, doch abseits davon wird er für seine Kraft und Unberechenbarkeit gefürchtet. Mit diesem Widerspruch beschäftigt sich unter anderem die Comic-Reihe Planet Hulk.
Der Hulk ist einsam, und obwohl er Superheldenkollegen hat, wirkt er trotzdem wie ein Außenseiter.
Auf der anderen Seite steht Der seltsame Fall des Dr. Jekyll und Mr. Hyde. Dort geht es um Dr. Jekyll, einen klugen und respektierten Wissenschaftler. Er hat aber eine düstere Persona in Form von Mr. Hyde, die er mit einem Serum herausholen kann. Hyde ist gewalttätig und böse (Quelle: bbc.com). Während Jekyll anfangs noch die Kontrolle hat, verliert er sie im Verlauf der Novelle immer weiter.
Das ist die Parallele zu Banner. Wenn er der Hulk ist, hat er meist nicht die Kontrolle, doch seine Wut ist es, die ihn in dieses „Monster“ verwandelt. Hierbei stellt sich eben die Frage: Ist der Hulk wirklich eine eigene Identität oder ist es eine unterdrückte Persönlichkeit, die schon immer in Bruce Banner geschlummert hat und die durch die Gamma-Bombe freigesetzt wurde?
Obwohl der Hulk mit den kosmischen Wesen eine weitere Ebene bekommen hat, bleibt sein ungewolltes Monstersein ein wichtiger Teil seines Charakters. Damit hat er auch Parallelen mit dem Monster Godzilla. Die Riesenechse ist nur ein Opfer, auch wenn sie alles zerstört: Alle kennen Godzilla, aber die wenigsten wissen, was er wirklich ist
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