Alte Maps nach Battlefield 6 zu bringen, erfordert mehr Arbeit, als viele Spieler ahnen. DICE-Producer Phil führt im Interview mit MeinMMO aus, wieso das so ist.
Das ist der aktuelle Stand bei Battlefield 6: In Battlefield 6 ist vor einer Woche Season 2 gestartet. Das Update brachte neben einigen neuen Waffen und dem Little Bird auch eine neue Map, die in Deutschland spielt. Eine zweite neue Karte soll im Verlauf der Season folgen.
Die neue Karte „Kontaminiert“ kommt derweil gut bei der Community an. Im Interview mit MeinMMO erzählte Philipp Girette, Producer bei DICE, dass die Entwickler euer Feedback wahrgenommen haben, und berichtete, wie die Entscheidungsfindung bei der Map war.
Außerdem erklärte Philipp, wie es mit der Rückkehr von alten Karten weitergeht und warum sie die alten Karten nicht so schnell in Battlefield 6 implementieren können, wie es sich viele Spieler wünschen.
Autoplay
Eine Map für „All out Warfare“ und eine für CQB-Fans
MeinMMO: Magst du dich vielleicht erstmal für unsere Leser vorstellen?
Philipp Girett: „Ich bin Phil, arbeite für DICE seit, ich glaub’, jetzt werden es bald 4 Jahre. Ich bin jetzt ungefähr 13 Jahre in der Industrie, habe Gamedesign in Deutschland studiert, bin dann nach ein paar Jahren nach Schweden gegangen und habe da jetzt auch schon eine lange Weile gearbeitet.
Bei DICE bin ich verantwortlich für die Seasons, bin also Seasons-Produzent. Das heißt, ich arbeite mit allen Teams zusammen. Wir haben zum Beispiel Teams, die machen die Fahrzeuge, wir haben Teams, die machen die Waffen, die Maps, Core Combat, da da da da da. Mit all denen rede ich, aber meine Aufgabe ist viel mehr festzustellen, was brauchen wir in jedem Patch oder in jedem Beat in einer Season, wie lange ist ‘ne Season, um wirklich sicherzustellen, dass da quasi alles aus einer Sprache spricht.
Das heißt, ich bekomme quasi alles zu sehen, was wir in unserem Spiel machen, bin aber kein Experte von wirklich allem. Aber das macht sehr, sehr viel Spaß, weil es natürlich sehr schön ist, wenn man nicht nur tief im Detail ist, um jetzt jede Schraube von ‘nem neuen Jeep oder so zu sehen, sondern tatsächlich alles, was so ins Spiel reinkommt, auch von Marketing oder Trailerproduktion oder Battle Pass und so weiter. Das ist ziemlich cool.“
MeinMMO: Wir bekommen in Season 2 jetzt zwei deutsche Maps. Wie war die Entscheidungsfindung dahinter, in so ’ne militärische Einrichtung in einer Berglandschaft zu gehen, statt beispielsweise ’ne große Stadt wie Berlin oder so zu nehmen?
Philipp Girett: „Ja, also die Hauptentscheidungsfindung hier war natürlich, Europa mehr einzubeziehen. Ist ja auch in der Narrative vom Spiel groß mit dabei mit NATO und da ist die Hauptmotivation quasi, ’n neues Biom den Spielern zu präsentieren. Das heißt: ‘ne neue Landschaft, eher europäisch veranlagt, wo man auch ‘n bisschen was von eben, wie du schon gesagt hast, der Berglandschaft sehen kann, den Wäldern und so weiter, dass man sieht: ’Ah ja, okay, das ist jetzt woanders als Gibraltar oder New York‘ oder so.
Ich glaub’, die erste deutsche Map, die Battlefield hatte, war ja eh Berlin in 1942, vor langer, langer, langer Zeit. Und hier, was wir machen wollten mit der ersten Map Contaminated, die in der ersten Phase erscheint, die ist quasi größer veranlagt. Das heißt, man hat sowohl Indoor-Kämpfe als auch Outdoor-Kämpfe für Infanterie, aber natürlich auch Zugang zu mehreren Fahrzeugen und Vehikeln, Hubschrauber ebenfalls.
Das heißt, die Contaminated-Karte ist quasi eher so für Leute, die sehr, sehr gerne Conquest, Breakthrough oder Escalation spielen. Die Leute, die richtig gerne ‘All Out Warfare’-Infanterie und -Fahrzeuge spielen, dafür ist die Karte da. Die zweite Karte, Hagenthal Base, spielt ja im Untergrund, quasi Untergrund-Contaminated, und ist dann eher inspiriert von Maps wie Locker, Metro. Also sehr, sehr darauf aus, dass man diese Close-Quarters-Infanterie-Kämpfe hat.“
Die Rückkehr von alten Maps ist nicht so leicht, wie ihr denkt
MeinMMO: Weil wir gerade auch schon so ein bisschen bei Metro und Locker und sowas waren und Battlefield ja eine riesige Auswahl an Maps hat, von denen sehr viele sehr beliebt sind: Können wir uns auf noch mehr zurückkehrende Maps freuen?
Philipp Girett: „Ja, in Labs haben wir ja bereits angefangen, Golmud zu spielen. Also wir sehen das Feedback, dass die Spieler auch gerne wieder viel größere Karten sehen wollen, und wie du schon gesagt hast, gibt es ja in der Battlefield-Historie einige, auf die man zurückgreifen könnte.
Es ist nicht so einfach, dass wir quasi einfach sagen: ‘Okay, hier ist eine alte Karte, die machen wir jetzt ins neue Spiel rein.‘ Da ist sehr, sehr viel Arbeit dahinter. Aber wir hören das Feedback. Wir fangen jetzt wieder sehr früh an, für neue Karten zu testen, wie eben Golmud, und das ist so quasi der erste Stein, über den wir sprechen können. Aber natürlich gibt es hinter den Kulissen noch mehr.“
MeinMMO: Ich habe mal gelesen, dass die Arbeit an einem Remaster/Rework ist, als würde man bei einem Kartenhaus eine Karte austauschen – also, man kann dabei schnell viel kaputtmachen. Ist das mit dem Rework einer Battlefield-Map vergleichbar?
Philipp Girett: „Ja, das auf jeden Fall, weil du hast natürlich Systeme wie zum Beispiel eben Licht oder die Assets in der Karte. Wenn wir jetzt einfach irgendeine alte Karte nehmen, sind die Texturen, na ja, in der wesentlich kleineren Auflösung, als wir es jetzt gewohnt sind. Das heißt, wenn wir jetzt Karten nehmen von vor 5 Jahren, 10 Jahren oder fast noch älter, muss man ja alles überarbeiten quasi, und dann muss man auch sicherstellen, dass es mit der Geschwindigkeit funktioniert, wie wir das jetzt machen.
Wir haben ja Vaulting zum Beispiel auch drin, was du über bestimmte Sachen einfach drüberspringen kannst. Und da gibt es lauter so Systeme und Mechaniken, die schnell vergessen werden, wenn man sagt: ‘Hey Leute, machen wir doch einfach jetzt ‘ne Karte, die wir schon hatten, und bringen die ins neue Spiel rein.’ Da ist wirklich sehr, sehr, sehr viel Arbeit dahinter, sowohl visuell, dass es eben mit den neuen Grafiken gut aussieht, als auch einfach Systeme wie zum Beispiel dieses Vaulting oder wo die Bots entlanglaufen, Navigationssysteme und all solche Sachen.“
Persönliche Einschätzung von Dariusz: Die Worte von Phil machen mir als Battlefield-Fan natürlich Hoffnung, dass der Shooter in Zukunft eine richtig starke Auswahl an Maps hat – mit starken neuen Karten und der Rückkehr einiger Klassiker. Meine liebste Zeit in der BF4-Ära war Jahre nach dem Release, als ich nach längerer Pause zu einer riesigen Auswahl verschiedener Maps zurückkehrte. Ich hoffe sehr, Battlefield 6 wird mir irgendwann eine ähnliche Ära bieten.
Falls ihr allerdings noch unsicher seid, ob sich für euch aktuell schon die Rückkehr zu Battlefield 6 lohnt, schaut gerne in meinen Anspielbericht auf MeinMMO rein. Dort habe ich euch meine Eindrücke zur Season zusammengefasst: Battlefield 6: Ich habe Season 2 für euch angespielt – Lohnt sich die Rückkehr?
Der Beitrag Entwickler von Battlefield 6 verrät uns im Interview, warum es nicht so leicht ist, alte Maps zurückzubringen, wie ihr vielleicht denkt erschien zuerst auf Mein-MMO.
