Spider-Man gehört seit über 20 Jahren zu Sony, doch damit das so bleibt, mussten sie wohl einige schlechte Filme veröffentlichen

Abseits vom Marvel Cinematic Universe veröffentlichte Sony die letzten Jahre eigene Filme mit Marvel-Figuren aus dem Kosmos von Spider-Man. Die kamen nicht sonderlich gut bei der Community an. Doch das müssen sie sogar, wenn sie die Figur behalten wollen.

Auch wenn Spider-Man die wohl ikonischste Figur von Marvel ist, ist er in den Filmen von Marvel eigentlich nur geliehen. Die Filmrechte von Spider-Man gehören eigentlich Sony Pictures Entertainment. Dazu gehören auch spezifische Figuren des Krabblers wie Venom, Mary Jane oder James Jonah Jameson.

Sony selbst leiht Spider-Man dem MCU quasi. Man arbeitete 2017 zusammen, um mit Spider-Man: Homecoming einen neuen Helden, gespielt von Tom Holland, einzuführen. So ist das auch bis heute. Man stritt sich 2019 zwar, konnte sich aber einigen, wie Variety damals berichtete.

Doch für die Rechte, die Sony seit über 20 Jahren besitzt, müssen sie auch selbst etwas leisten. Das ist wohl einer der Gründe, warum eines der seltsamsten Filmuniversen aller Zeiten überhaupt existiert.

Sony und der Kauf von Spider-Man

Wie hat Sony die Rechte überhaupt bekommen? Auch wenn Marvel heute ein großer Name in der Film- und Serienlandschaft ist, sah das in den 1990er-Jahren ganz anders aus. 1999 war der Comic-Publisher in einer finanziell schweren Situation. Um dem entgegenzuwirken, verkaufte man die Filmrechte einiger Figuren.

Sony kaufte Spider-Man, obwohl ihnen sogar alle Charaktere angeboten wurden. Man zahlte 5,9 Millionen Euro. Für Sony hat sich der Deal also anfangs sehr gelohnt, doch wie Forbes berichtet, hatte der damalige Vertrag auch bestimmte Forderungen.

2014 wurde Sony gehackt und damals wurde auch ein Vertrag geleakt. Forbes zitiert den Vertrag und erklärt, dass Sony wohl alle 5 Jahre und 9 Monate neue Filme veröffentlichen muss, damit die Rechte bei der Firma bleiben. Wenn Sony 3 Filme in 8 Jahren veröffentlicht, können sie sich 7 Jahre Zeit lassen.

Der Vertrag könnte sich zwar geändert haben, doch Sony hat die Rechte immer noch. Wenn man sich die letzten Filme anschaut, fehlt zwar Spider-Man, doch es gab trotzdem ein Spider-Man-Filmuniversum.

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Das Spider-Man-Universum ohne Spider-Man

Wie behält Sony weiterhin die Rechte? Sollte der Vertrag so immer noch gelten, muss Sony also weiterhin Spider-Man-Produktionen veröffentlichen. Das ist wohl auch einer der Gründe für das sogenannte Sonyverse (Sony’s Spider-Man Universe). Damit bezeichnet man die Sony-Filme über die Spider-Man-Figuren, die seit 2018 erscheinen und teilweise ziemlich schlecht bei Kritikern ankommen:

Venom (2018) hat bei 365 Kritiken einen Rotten-Tomatoes-Score von 31 %.

Venom: Let There Be Carnage (2021) hat einen Rotten-Tomatoes-Score von 58 % bei 283 Kritiken.

Morbius (2022) hat bei 287 Reviews einen Rotten-Tomatoes-Score von 15 %.

Madame Web (2024) hat bei 269 Reviews einen Rotten-Tomatoes-Score von 10 %.

Venom: The Last Dance (2024) hat bei 225 Reviews einen Rotten-Tomatoes-Score von 40 %.

Kraven the Hunter (2024) hat bei 160 Reviews einen Rotten-Tomatoes-Score von 15 %.

Zwar haben die Filme solide User-Scores, finanziell waren die meisten (bis auf Venom) nicht sonderlich erfolgreich. Kraven the Hunter, der letzte Film, spielte laut IMDb etwa nur 53 Millionen Euro ein, bei geschätztem Budget von 93 Millionen Euro. Das ist ein ziemlich harter Flop.

Auch wenn die Filme über Spider-Man-Figuren, ohne Spider-Man ziemlich seltsam wirken, ergibt es Sinn, wenn man die Marke behalten möchte. Spider-Man ist eine der bekanntesten Marvel-Figuren. Der 3. Teil des MCU, No Way Home, spielte etwa 1,6 Milliarden Euro (via IMDb) ein, und ist damit der 3. erfolgreichste Marvel-Film. Daran verdient auch Sony als Produktionsfirma ordentlich mit (Quelle: IGN).

Kraven ist zwar ein bekannter Spider-Man-Schurke, aber der Film funktionierte weder bei Kritikern, noch an der Kinokasse (Bildquelle: SonyPicturesGermany auf YouTube) .

Was sagt MeinMMO-Filmredakteur Nikolas Hernes zum Sonyverse? Auch wenn ich mit den Venom-Filmen durchaus Spaß hatte, ist die Idee, ein Spider-Man-Universum ohne Spider-Man zu machen, nicht ganz durchdacht.

Die meisten Schurken funktionieren wegen ihrer Dynamik mit dem Helden und nicht einfach als Schurken selbst, vor allem wenn sie den Zuschauern vorher nicht bekannt waren. Morbius und Madame Web sind nicht gerade bekannte Marvel-Schurken, die popkulturell relevant sind.

Wenn die Filme dann noch mäßig bis schlecht sind bzw. ankommen, kann das nur scheitern. Sony sollte sich auf Projekte wie das animierte Spider-Verse oder Ideen wie Spider-Noir konzentrieren.

Spider-Man wird weiterhin ins Kino kommen (und ins Streaming)

Wie geht es weiter mit Sony und Spider-Man? Aktuell sind keine weiteren Filme für das Universum mit Kraven, Madam Web und Morbius geplant. Sony setzt in Zukunft trotzdem weiterhin auf den Krabbler. 2027 soll der 3. Teil der Spider-Verse-Animationsreihe erscheinen. Die vorherigen beiden Filme waren nicht nur erfolgreich, sondern auch richtig gut.

Aber auch auf den Streamern geht Sony in eine neue Richtung. Mit Spider-Noir erscheint am 27. Mai eine neue Serie mit Nicolas Cage als Antihelden in einem anderen Universum.

Auf Seiten von Marvel und Disney gibt es für Fans auch neuen Stoff. Am 30. Juli 2026 erscheint Spider-Man: Brand New Day und setzt die Geschichte von Tom Hollands Peter Parker fort. Dieses Jahr soll auch die Animationsserie Your Friendly Neighborhood Spider-Man auf Disney Plus fortgesetzt werden.

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Doch wie findet ihr das Sonyverse? Habt ihr sie gerne geguckt, oder waren sie euch egal? Schreibt uns eure Meinung gerne in die Kommentare. Es gibt viele Varianten von Spider-Man, aber einige davon schaffen es wohl nie ins Kino: 7 absurde Varianten von Spider-Man, die niemals einen eigenen Marvel-Film bekommen würden

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