Der Trailer zu dem Film von Peaky Blinders hat die Vorfreude von MeinMMO-Autorin Johanna geweckt, was vor allem am Cast liegt. Gleichzeitig wird sie auch wieder an ihre Hass-Liebe zu Thomas Shelby erinnert.
Nachdem Hauptdarsteller Cillian Murphy ankündigte, für einen „Peaky Blinders“-Film in die Rolle des Thomas Shelby zurückzukehren, war meine Vorfreude groß. Jetzt gibt es endlich einen Trailer und der sieht einfach fantastisch aus.
Kurz hatte ich nämlich Bedenken, dass Netflix den Film in einen Cashgrab verwandeln möchte. Schließlich ist Peaky Blinders eine sehr beliebte Serie. Doch der gezeigte Cast spricht für sich und ließ alle meine Zweifel verschwinden. Wir haben natürlich Cillian Murphy selbst, aber auch Rebecca Furgerson (Dune), Barry Keoghan (Saltburn) und Stephen Graham (Adolescence).
Auf den Charakter Thomas Shelby freue ich mich ebenfalls, dann wiederum auch nicht. Denn ich weiß immer noch nicht, ob ich ihn lieben oder hassen soll. Gerade das macht ihn so interessant für mich.
Den Trailer zum Film könnt ihr euch hier anschauen:
Autoplay
Thomas Shelby treibt mich in den Wahnsinn
Wir kennen alle die epischen Zusammenschnitte im Internet von Szenen von Thomas Shelby. Wie er rauchend in Slow Motion durch die Straßen von Birmingham geht oder lässig von einem explodierenden Gebäude wegschlendert.
Für Leute, die Peaky Blinders nicht geschaut haben, mag Thomas Shelby einfach wie ein cooler Protagonist wirken, der allen anderen überlegen ist. Keine Frage, der Gangster-Boss hat seine epischen Momente, wo man denkt: „Ja man, was für ein cooler Charakter. Er ist so ein Badass.“ Doch mindestens genauso oft, wenn nicht sogar öfter, denke ich mir: „Du bist so ein Arsch.“
Thomas Shelby schafft es, die Grenzen meiner eigenen Moralvorstellung auszutesten und mich mit mir selbst diskutieren zu lassen, ob bestimmte Handlungen jetzt gerechtfertigt sind oder nicht. Dem Gangster-Boss zuzuschauen, ist fast schon anstrengend.
Sein Intellekt macht ihn überlegen, aber auch kalt
In unzähligen Momenten wird der Eindruck vermittelt, jetzt sei es um Thomas Shelby auf die ein oder andere Art geschehen. Sein Gegenspieler hat ihn geschlagen, doch dann kommt die Auflösung, dass Thomas Shelby abermals einen Schritt voraus war.
Er ist schlau und noch hat niemand seinen Intellekt final geschlagen. Seine Intelligenz ist eine seiner größten Stärken, sorgt aber auch gleichzeitig für seine schlimmsten Momente.
Denn es führt häufig zur Apathie seinerseits. Er behandelt andere Charaktere wie Schachfiguren. Dabei macht er auch vor seiner eigenen Familie nicht Halt. Er weiht sie nicht in seine Pläne ein und zwingt sie mehr oder weniger, das zu tun, was er möchte.
Das kann zu witzigen Situationen führen, wie beispielsweise als er seinen kleinen Bruder dazu bringt, zu heiraten, und jeden einweiht, außer ihn selbst. Auf der anderen Seite führt es auch zu Situationen wie am Ende der 3. Staffel, in der Thomas Shelby seine Familie wissentlich von der Polizei mitnehmen lässt.
Klar kann man sagen, dass es das Beste für die Familie im Großen und Ganzen ist, besonders nett ist es trotzdem nicht.
Sein unstillbarer Ehrgeiz
Eine Sache kann man Thomas Shelby nicht vorwerfen: Faulheit. Der Mann zieht durch. Eigentlich hätte sein älterer Bruder Arthur Shelby an seiner Stelle als Familienoberhaupt sein sollen. Allerdings ist er mental zu instabil, um eine Führungsrolle einzunehmen.
Mit seiner Intelligenz und seinem Ehrgeiz ist Thomas Shelby der perfekte Kandidat dafür. Doch sein Ehrgeiz ist gleichzeitig ein unstillbarer Durst.
Es scheint fast schon egal, was Thomas Shelby erreicht; enormen Reichtum und Einfluss: Er sucht sich das nächste Ziel. Für dieses Ziel setzt er dann wieder alles aufs Spiel und wendet seine moralisch fragwürdigen Taktiken an.
Die Weitergabe von Trauma
Thomas Shelby war im Ersten Weltkrieg. Er ist ein schwer traumatisierter Mann, was man vor allem in der ersten Staffel sieht. Die Erlebnisse des Krieges suchen ihn heim und er kann sie nur mit Drogen leiser machen.
Hilfen wie Therapie waren zu der Zeit eher non-existent, sodass Thomas Shelby nicht hätte lernen können, damit umzugehen. Hinzu kommen noch geltende Geschlechterrollen: Als Mann Gefühle zu zeigen, war zu dieser Zeit wohl eher nicht möglich, da es direkt als Schwäche gesehen wurde.
Das erlittene Trauma arbeitet Thomas Shelby nicht auf, er gibt es weiter. Er mordet und wendet allgemein skrupellose Gewalt an. Wer ihm im Weg steht, wird vernichtet.
So habe ich auf der einen Seite Mitleid mit ihm, keiner sollte solche mentale Schäden erleiden müssen, auf der anderen Seite finde ich es abstoßend, dass er auch Teil des Problems ist.
Thomas Shelby ist kein einfacher Charakter. Er ist vor allem nicht eindimensional, was vor allem an der Leistung von Cillian Murphy liegt, aber auch an den Autoren.
Der Gangster-Boss bleibt für mich einer der besten und interessantesten Charaktere in der modernen Filmgeschichte, auch wenn ich ihn hass-liebe oder gerade deswegen. Für mich ist Peaky Blinders ein absolutes Must-Watch. Wenn ihr euch die Zeit bis zum Peaky-Blinders-Film verkürzen möchtet und ihr die Hauptserie schon durch habt, können wir euch diese 5 ähnlichen Serien empfehlen: 5 Serien wie Peaky Blinders
Der Beitrag Peaky Blinders kehrt bald auf Netflix zurück, erinnert mich an die größte Hass-Liebe, die ich jemals empfunden habe erschien zuerst auf Mein-MMO.
