Nach einigen schweren Jahren und Rückschlägen versucht Ubisoft, sich mit einer neuen Strategie aus der Krise zu befreien. Die dazu im letzten Monat enthüllten Sparmaßnahmen umfassen den Abbruch von fünf Videospielprojekten sowie zahlreiche gestrichene Arbeitsstellen. Auf diese drastischen Schritte folgte viel Kritik, sowohl von Fans wie auch von der Belegschaft, der sich Yves Guillemot, Chef des französischen Videospielriesen, in einem aktuellen Interview mit Variety gestellt hat und genauer erklärt, wie es mit dem Unternehmen nun weitergehen soll.
Anstelle seine Entwicklerteams als Abteilungen oder Tochterunternehmen zu sehen, wolle man fünf sogenannte „Creative Houses“ etablieren, die aus Experten in ihren jeweiligen Feldern bestehen und möglichst autonom handeln. Jedes dieser Kreativhäuser soll volle Verantwortung über die Marken und Entwicklungen übernehmen, die es beherbergt. Dies schließt auch den finanziellen Teil mit ein. Davon verspricht man sich klarere Strukturen, mehr Verantwortlichkeit, kreative Selbstständigkeit und so am Ende des Tages hoffentlich auch bessere Videospiele.
Vantage Studios, ein zuletzt eröffnetes Tochterunternehmen von Ubisoft, das sich um Assassin’s Creed, Far Cry sowie Tom Clancy’s Rainbow Six kümmern soll und vom chinesischen Tencent mitfinanziert wird, ist eines dieser neu geformten „Creative Houses“. Guillemot erklärt, dass man seit der Gründung im vergangenen Oktober hier schon die Früchte der neuen Unternehmensstruktur sehen und das Team fokussierter an seinen IPs arbeiten könne. Über Zeit erhoffe man sich davon eine bessere Planbarkeit für sein Line-up und eine stärkere Spielerbindung.
Die Ubisoft-Spitze verrät hierbei konkret, dass man vier Titel in der Assassin’s Creed-Reihe, welche sowohl Einzel- als auch Mehrspieler-Fans bedienen sollen, sowie zwei Far Cry-Projekte in Arbeit habe. Rainbow Six unterstütze man ebenso mit einer ambitionierten Roadmap für das 11. Jahr und dem Release der neuen Mobile-Version. An anderer Stelle enthüllte Ubisoft zudem, dass Martin Schelling, Jean Guesdon und François de Billy als neues Führungsteam für Assassin’s Creed bei Vantage Studios eingesetzt werden. Alle drei sind langjährige Serienveteranen.
Abschließend äußert sich Guillemot zu den Streiks und Bedenken der Mitarbeiter. Er räumt ein, dass sich Ubisoft in einem großen Wandel befinde, der sich auf die Struktur, das Geschäft und die Kultur des Unternehmens auswirke. Es sei nur natürlich, dass dies Fragen aufwerfe und für Spannungen sorge, besonders wenn es Menschen betreffe. Seine Aufgabe sei es nun, zuzuhören, verantwortungsbewusst zu leiten und Teams einzubinden. Gleichzeitig müsse man sehen, dass man sich in einer immer umkämpfteren und anspruchsvolleren Industrie befinde.
Denkt ihr, Ubisoft kann wieder zu Erfolg finden?
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