Sin and Punishment: Successor of the Skies – im Klassik-Test (Wii)

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Spiel:Sin and Punishment: Successor of the SkiesPublisher:NintendoDeveloper:TreasureGenre:ActionGetestet für:WiiErhältlich für:WiiUSK:12Erschienen in:6 / 2010

Berühmt ist Entwickler Trea­sure für seine erstklassigen 2D-Shoot‘em-Ups: Die Genre-Refe­ren­zen Ikaruga und Gradius V ­werden flankiert von Klassikern wie Gunstar Heroes und Radiant Silver­gun, hinzu kommen freakige Actioner à la Bangai-O oder Dynamite Headdy. Doch die Japaner beherrschen auch die dritte Dimension – ­sowohl in grafischer als auch spielerischer Hinsicht. Denn zum einen sieht Sin and Punishment: Successor of the Skies für einen Wii-Titel sehr gut aus, zum anderen beweist Trea­sure, dass auch 2010 das eigentlich so banale Prinzip eines Railshooters auf ganzer Linie begeistern kann.

Auf den Weg, den Eure Spielfigur­ nimmt, habt Ihr wie schon im Sega-Klassiker Space Harrier keinen Einfluss – Spieltempo und Pfad sind fest vorgegeben, Ihr seid mit Ausweichen und Abschießen beschäftigt. Im Gegensatz zum Vorgänger fesseln Euch die Entwickler nicht mehr an den Boden, dank Jetpack bzw. Hoverboard können die beiden spielbaren Charaktere jederzeit an jedem Punkt des zweidimensionalen Bewegungssektors verweilen – wir empfehlen ein Plätzchen, das ausnahmsweise nicht mit Projektilen eingedeckt wird. Außerdem entzieht Ihr Euch feindlichem Beschuss per Ausweichrolle; besonders wichtig ist hierbei, dass Ihr – ähnlich wie in Konamis Iso-Shooter Neo Contra – während des Rollvorgangs nicht getroffen werdet und so z.B. einen fetten Laser hervorragend umgehen könnt. Dank Nahkampfattacke haut Ihr heranstampfenden Robotern zusätzlich auf die Glocke oder – was viel wichtiger ist – schickt Projektile zu ihren Absendern zurück. Ob Ihr mit Bube Isa oder Mädel Kachi gegen die Aliens in die Schlacht ziehen solltet, hängt von Eurer bevorzugten Spielweise ab – je nach Figur habt Ihr einen fetten Alternativ-Schuss oder die praktische Mehrfach-Lock-on-Funktion an Bord.

In den knapp vier Stunden, die durchschnittliche Wii-Spieler für einen­ Durchlauf benötigen, begegnet Ihr unzähligen Standardfeinden, die Ihr nicht zwingend alle abräumen müsst. Ganz anders die Bossgegner: Die warten mit mehreren Verwandlungsphasen auf und haben es mit cleveren Angriffsmustern auf Eure 100 Punkte umfassende Lebensleiste
abgesehen. Zum Glück stöbert Ihr vor solchen Treffen meist ein Medipack auf, denn spätestens ab Level drei oder vier verlangen die Bosse blitzschnelle Reaktionen sowie das Auswendiglernen ihrer Muster.

Ein Endkampf hat uns besonders imponiert: Ein Boss bombardiert Euch mit Tetris-ähnlichen Steinen, die Euren Bewegungsspielraum massiv einschränken – sprengt deshalb die spärlich auftauchenden Explosiv-Brocken taktisch geschickt, um Euch durch Detonationen im Bomberman-Stil Platz zu verschaffen.

Zielen solltet Ihr übrigens per Remote – diese Option ist der ’alten‘ Steuermethode per Classic Controller oder Cube-Pad in puncto Schnelligkeit und Präzision weit überlegen.

Meinung

Matthias Schmid meint: Verglichen mit den sieben Jahren Verspätung des Vorgängers sind die sechs Monate, die Sin and Punishment: Successor of the Skies von Japan nach Europa gebraucht hat, richtig kurz. Trotzdem weiß ich nicht, warum ein halbes Jahr nötig war – an der Übersetzung ausufernder Dialoge kann es kaum gelegen haben. Von dieser überflüssigen Wartzeit abgesehen, gibt es fast nichts zu meckern an Treasures 3D-Shooter. Die Grafik ist abwechslungsreich und zu fast jeder Zeit richtig hübsch, die Steuerung makellos und die Endgegner­riege so illuster wie einfallsreich – das Kennenlernen der Angriffsmuster und Ausloten der Schwachstellen macht einfach Spaß. Auch die kurze Spielzeit ist kein Grund zur Kritik: Zum einen sind die wenigen Stunden prall gefüllt mit Explosionen, Action und guten Ideen, zum anderen reizen das Streben nach Perfektion und die höheren Schwierigkeitsstufen.

Wertung

8 Missionen, 2 spielbare Charaktere
kein echter Zweispieler-Modus (weil nur ein zweites Fadenkreuz auf dem Schirm ist)
abgedreht-wirre Story
viele sehr gute Bosskämpfe

Kurzes, dafür rassiges Polygon-Feuerwerk mit klasse Steuerung und ebenso einfallsreichen wie knackigen Bossen.

Singleplayer84MultiplayerGrafikSound

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