Wer Crimson Desert bereits anspielen konnte, klagt über die Steuerung. Die komplexe Tastenbelegung soll unintuitiv sein und von bekannten Standards abweichen. Hinter dieser Schwäche steckt jedoch eine klare Design-Philosophie.
Was ist das Problem mit der Steuerung von Crimson Desert? Bereits bei den Anspiel-Events auf der gamescom klagten die Kollegen, wie komplex und unintuitiv die Steuerung von Crimson Desert ist. Das Action-Adventure weicht von etablierten Genre-Standards ab und überfordert die Spieler mit zahllosen Funktionen, für die man gleich mehrere Tasten auf dem Controller gleichzeitig drücken muss.
Die Tastenbelegung in den Kämpfen erinnert mit den zig Kombos, Würfen und Waffenangriffen sogar an Fighting Games wie Street Fighter. Aber auch außerhalb der Gefechte müsst ihr ungewöhnliche Tastenkombinationen drücken, um beispielsweise mit NPCs oder Objekten in der Spielwelt zu interagieren.
Autoplay
Das jüngste Preview-Event zeigt zum einen, dass die Entwickler nach der Kritik im Detail zwar Anpassungen vorgenommen haben, ihrer grundsätzlichen Design-Philosophie aber treu bleiben. Zum anderen ist jetzt klar, dass die Spieler nicht nur deshalb überfordert waren, weil sie seinerzeit einen bereits recht fortgeschrittenen Charakter spielen durften – die Überforderung setzt sofort zu Spielbeginn ein.
GameStar-Kollege Michael Obermeier, der etwa 6 Stunden lang in Crimson Desert reinspielen durfte, erklärt auf YouTube etwa:
Diese Steuerung überfordert einen am Anfang ziemlich. Ich würde sagen, es braucht sehr, sehr viel Eingewöhnung, und ich dachte mir die ganze Zeit, während ich gespielt habe: Gott, ich bin ja so ein Depp. Ich krieg’ das ja überhaupt nicht gebacken. Wie peinlich ist das denn.
Dann habe ich aber danach mit den anderen Leuten, die da waren, geredet […], und alle, mit denen ich gesprochen habe, meinten, das mit der Steuerung ist aber ganz schön knifflig. Das erfordert ganz schön viel Einarbeitung.
Das ging offensichtlich nicht nur Michael und seinen Gesprächspartnern so, auch in jedem anderen Preview-Bericht vom 4. März 2026 ist die Steuerung von Crimson Desert als eine der größten, wenn nicht sogar die größte Schwäche ein Thema.
Auf dem YouTube-Kanal von GameStar-Talk ist auch schon ein Plausch zum Preview-Event mit Michael Obermeier erschienen – schaut vorbei:
Eine Schwäche mit System
Warum ist die Steuerung so wie sie ist? In verschiedenen Interviews haben sich die Entwickler bereits zur Kritik an der Steuerung geäußert und ihre Design-Philosophie hinter der komplexen Tastenbelegung erklärt.
Man wolle den Spielern im Kampf die maximale Freiheit und Zugriff auf eine Vielzahl von Manövern gewähren (Quelle: gamereactor.eu). Die damit einhergehende Komplexität sei kein Problem, sondern ein Feature – Skill soll belohnt werden.
Sowohl im Kampf als auch außerhalb der Gefechte könne man mit ungewöhnlich vielen Objekten in der Spielwelt auf unterschiedliche Weise interagieren. Das wäre nicht mit einer einfachen 1-Tasten-Belegung abbildbar (Quelle: insider-gaming.com).
Spieler würden die zahllosen Funktionen und Moves erst nach und nach erlernen, wodurch sie sich schrittweise mit der komplexen Steuerung vertraut machen können (Quelle: YouTube-Interview mit Marketing-Lead Will Powers).
Nach 6 Stunden mit Crimson Desert hat auch Kollege Michael eine Ahnung davon, warum die Steuerung so sein muss wie sie ist:
Vielleicht ist das ein Problem, das sich nach 20, 30 Stunden in Wohlgefallen auflöst, weil man sich dann einfach daran gewöhnt hat, und weil einem nach dieser Zeit auch erst klar wird, warum Sachen so „merkwürdig“ belegt sind, weil wenn man dann alle Fähigkeiten oder alle Features gleichzeitig hat, dann ergibt das vielleicht alles Sinn. […]
Michael Obermeier auf GameStar-YouTube
Zu diesen Features gehört es beispielsweise, dass man sich mit einem Zelda-esken Greifhaken Objekte schnappen und diese durch die Luft navigieren kann, was man etwa für Rätsel oder Physik-Spielereien in der Welt braucht.
Man setzt im Kampf aber auch Nah- und Fernkampfwaffe ein, schaltet über den Talentbaum immer neue Aktiv-Skills frei, wählt aus Kreis-Menüs Ausrüstung und Verbrauchsgegenstände aus, man kann schleichen, springen sowie klettern und und und.
Ob sich Crimson Desert mit Maus und Tastatur auf PC besser steuern wird, scheint unwahrscheinlich – da die Entwickler bei jeder Gelegenheit einen Controller empfehlen. Und da sie trotz der Kritik hinter ihrer Design-Philosophie stehen, wird sich an der grundlegenden Steuerung bis zum Release wohl auch nicht mehr viel ändern. Was den Spielern der Preview-Version sonst noch aufgefallen ist, erfahrt ihr hier: Previews zu Crimson Desert sind da – Das sagen erste Kritiken zum Action-Game mit MMO-Umfang
Der Beitrag Alle klagen über die größte Schwäche von Crimson Desert, doch die Entwickler sagen: Das muss so erschien zuerst auf Mein-MMO.
