Ein neues Pferde-Spiel auf Steam fesselt mich mit genau dem, was ich in dem Genre nicht erwartet habe: Grind, schlimmer als in Diablo

Die Legende von Khiimori hat seinen Early Access auf Steam angetreten. MeinMMO-Redakteur Alexander Mehrwald hat sich das Adventure mit Survival-Mechaniken einmal angeschaut und war erstaunt, wie süchtig der Gameloop macht.

Als passionierter Wald- und Wiesen-Reiter musste ich „Die Legende von Khiimori“ natürlich anspielen. Das Gefühl von Freiheit, das die Trailer vermitteln, ließ mich unweigerlich an meine liebsten Zeiten mit Red Dead Redemption denken, in denen ich stundenlang mit meinem treuen Ross durch die bombastische Open World geritten bin.

Ich hatte hohe Erwartungen, da mir zuvor noch kein Spiel mit Fokus auf Reittiere begegnet war, das mich wirklich überzeugen konnte – geschweige denn mehr als ein Spiel war, das sich nur um Pferde drehte.

Doch was ich nicht erwartet hatte, war, dass hier vor allem auch eine Seite in mir geweckt wird, die ich sonst vor allem aus MMORPGs und Spielen wie Diablo von mir kenne: Der Gameloop machte mich schnell süchtig und der Grind-Hai in mir wollte immer mehr davon.

Wer schreibt hier? MeinMMO-Redakteur Alexander Mehrwald hat bereits seit Kindesbeinen an mit den verschiedensten Tieren zu tun – so auch mit Pferden. Bisher konnte ihn allerdings kein Pferdespiel wirklich packen. Im Gamer-Leben spielt er vor allem MMORPGs und sämtliche Arten von Rollenspielen, Action-Adventures sowie Tabletops.

Einen Eindruck zum Gameplay könnt ihr auch hier im Trailer gewinnen:

Als Kurier die Mongolei entdecken und grinden, was das Zeug hält

Aber fangen wir von vorn an. Die Legende von Khiimori ist ein Adventure mit Survival-Mechaniken, das viele auch als „Death Stranding mit Pferden“ bezeichnen. Es befindet sich seit dem 3. März 2026 im Early Access auf Steam.

Ihr schlüpft in die Rolle der Mongolin Naara. Ihr müsst als Kurierreiterin für eure Siedlung verschiedene Waren ausliefern, die Umgebung kartografieren, Ressourcen sammeln und euch dabei einen Namen bei anderen Siedlungen und Händlern machen.

Dafür erkundet ihr die große offene Welt und nehmt an verschiedenen Punkten Aufgaben an. Für erledigte Aufgaben erhaltet ihr Ruf und Ressourcen. Je höher euer Ruf bei einer Siedlung oder Person, desto mehr Vorteile könnt ihr an der jeweiligen Station mit den entsprechenden Ressourcen aufbauen und fortan nutzen. Ebenso schaltet jede Rufstufe auch neue Aufgaben für euch frei.

So hangelt ihr euch von Ort zu Ort und farmt unterwegs Ressourcen, die ihr entweder fürs Crafting, Quests, zum Handeln oder für Gebäude und Tools benötigen könnt. So könnt ihr mit einer Menge Steine oder Holz beispielsweise hilfreiche Brücken bauen oder mit den entsprechenden Zutaten Heiltränke oder verschiedene Puderbomben herstellen.

Mit der Zeit stellt sich eine sehr grindlastige Routine ein, die sich aber durch schnelle Erfolgserlebnisse wirklich belohnend anfühlt, so klein sie teilweise auch sein mögen. Schnell erwischte ich mich dann dabei, dass ich gerade erst eine Brücke gebaut hatte, um besser über den Fluss zu kommen – da entdeckte ich auch schon in der Siedlung dahinter das nächste Projekt, mit dem ich dort ein Lager bauen konnte.

Das viele Sammeln, Aufbauen und Leveln machte mir so viel Spaß, dass ich in wenigen Tagen etliche Stunden in die alte Mongolei versenkt hatte, ohne es zu merken. Gerade in Kombination mit vielen kleinen Geheimnissen, die es in der Open World zu entdecken gibt, und den verschiedenen Biomen stellte sich bei mir schnell das Gefühl von abenteuerlichen Reisen ein.

Auf der Karte plant ihr eure Routen für eure Missionen.

An vielen Ecken gibt es kleine Rätsel und Geheimnisse zu entdecken.

Für das Lager braucht man Ressourcen, die man sammeln muss.

Das Pferd im Fokus und trotzdem kein typisches „Pferdespiel“

Das alles erledigt ihr zu Pferd, und hier hört der Grind nicht auf. Ihr habt eine Auswahl aus verschiedensten Rassen und Fellfarben und jedes Gefährt kommt mit seinen eigenen Werten, Stärken und Schwächen daher. Und das ist auch wichtig, denn eure Quests führen euch in verschiedene Terrains und Biome, für die die Tiere jeweils unterschiedlich gut geeignet sind und euch dementsprechend Vorteile oder Nachteile für eure Missionen bringen.

Die notwendigen Pferde könnt ihr, abseits eures ersten Pferdes nach dem Tutorial, entweder bei einem Händler kaufen oder selbst züchten und die Fohlen großziehen. Um das meiste aus ihnen herauszuholen, müsst ihr hier clever kombinieren und eure Pferde vor allem auch trainieren. Das tut ihr, indem ihr sie als Reittier für eure Missionen auswählt, durch die Gegend reist und möglichst unterschiedliche Situationen hervorruft, indem ihr beispielsweise unterschiedliche Steigungen, Terrains und Beladungen der Satteltaschen nutzt.

Dabei sorgen kleinere Survival-Mechaniken dafür, dass ihr Hunger, Durst, Laune, Ausdauer, Leben und einige Statuseffekte wie Angst, Sauberkeit, Müdigkeit und so weiter im Auge behalten und euch um euer Tier kümmern müsst, während ihr die Mongolei bereist. Auf unterschiedliche Wetter- und Terrainbedingungen reagieren eure Pferde realistisch und können ausrutschen, mehr Energie verbrauchen oder Angst bekommen.

Jedes Pferd hat seine eigenen Stärken und Schwächen.

In der Zucht könnt ihr euch mit Stats und Genetik richtig austoben.

Und daneben sind die Fohlen auch einfach süß.

Doch auch wenn es zuerst so wirken mag, fühlt sich Die Legende von Khiimori keineswegs wie ein reines Pferdespiel an. Der Fokus liegt viel mehr auf dem grindigen Gameloop, auf der Erkundung der Map und dem möglichst optimalen Planen von Routen und Missionen.

Das Gewicht eurer Fracht sowie ihre Beschaffenheit spielen dabei ebenfalls eine große Rolle und bringen mechanische Tiefe mit sich. So müsst ihr eure Satteltaschen und euren Rucksack gleichmäßig verteilen, um im Sattel die Balance halten zu können. Sonst lauft ihr Gefahr, auf matschigen oder steinigen Böden sowie in engen Kurven zu rutschen und euch zu verletzen – oder kostbare Ware zu beschädigen.

Denn je nach Art der Ware ist eure Lieferung an Bedingungen geknüpft. So sind manche Güter zerbrechlich, andere dürfen nicht nass oder dreckig werden. Das gibt dem „Erkundungssimulator“ eine spielmechanische Tiefe, die das Spiel deutlich von typischen Pferdespielen abtrennt und mehr Entdecker- und Grindinggeist weckt als bloßes Umherreiten und Pferdezüchten.

Die richtige Gewichtsverteilung ist das A und O neben eurer Routenplanung.

Wenn Ware nicht nass werden darf, solltet ihr jedenfalls nicht schwimmen gehen.

Verschiedene Wetterbedingungen erschweren die Mission und bringen eine weitere Tiefe ins Gameplay.

Pferde verhalten sich auf unterschiedlichem Terrain ganz anders. Daneben sieht die Welt auch noch hübsch aus.

Es gibt auch Schattenseiten, die den Grindspaß schmälern

Doch auch wenn der Gameloop richtig süchtig macht mit seinem allseits präsenten Grind und den vielen kleinen Erfolgserlebnissen, gibt es einige Schattenseiten, die nach einiger Zeit immer wieder dazu geführt haben, dass ich doch ausgemacht und zu anderen Spielen gegriffen habe.

So gab es doch einige kleinere Bugs, die dennoch ärgerlich waren. So fiel mein treues Ross beispielsweise dann und wann einfach in die Untiefen der Open World, sobald ich aufstieg. Das ließ sich jedoch beheben, indem ich abstieg und wieder aufstieg. Manchmal reagierte auch die Steuerung nicht 100-prozentig akkurat, sodass mein Pferd das nächste Zelt knutschte, statt wie gewollt davorzuhalten.

Manchmal tauchten auch wichtige Items erst in meinem Inventar auf, nachdem ich es leerte, wofür ich im Vorfeld allerdings keine Benachrichtigung bekam und das Problem eher mit intelligentem Raten löste, als durch die Hilfe des Spiels.

Da hat die Bremse mal wieder nicht funktioniert.

Solche Bugs gab es häufiger – allerdings nichts, was sich nicht durch einen Neustart beheben lies.

Auch wirkt die Open World leider abseits der Points of Interest und einigen wirklich wenigen Wildtieren, denen ihr begegnen könnt, sehr leer. Das wird nach einer Weile leider langweilig, da man sich an der Schönheit der Natur einfach satt sieht und kaum auf Bedrohungen oder Schwierigkeiten außerhalb der Terrains trifft. Kennt man die einmal, kann man ziemlich sicher stumpf dagegenarbeiten und ohne weitere Probleme sein Ziel erreichen.

Ebenso frustrierte mich irgendwann, dass es auf der Karte wirklich wenige Punkte gibt, an denen man speichern kann. Denn damit das Spiel euren Fortschritt sichert, müsst ihr entweder lagern oder bestimmte Orte erreichen, und je nachdem, wohin es euch verschlägt, kann es auch schon mal gut 30 Minuten oder sogar eine Stunde dauern, bis ihr da mal ankommt.

Trotzdem darf man nicht vergessen, dass es sich hierbei um den Start in den Early Access handelt und die Entwickler noch einige Pläne haben, das Spiel durch Inhalte zu erweitern und auf Spielerfeedback und Probleme einzugehen. Ich für meinen Teil sehe hier jedenfalls eine Menge Potenzial, mit dem vor allem Abenteurer mit einer unstillbaren Entdeckerlust und jene, die einen gepflegten Grind nicht scheuen, definitiv ihren Spaß haben können.

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Freunde guter Storys sollten sich allerdings zweimal überlegen, ob sie schon zum Early Access einen Blick in Die Legende von Khiimori werfen wollen. Denn es gibt zwar derzeit einige vertonte und geleitete Passagen, doch wird es im Early Access keine ausgereifte Story geben. Und das hat einen guten Grund, wie uns die Entwickler im Interview verraten haben: Das deutsche „Death Stranding mit Pferden“ verzichtet zum Steam-Start auf eine Story, lässt euch eigene Geschichten schreiben

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