Thor ist der langweiligste Avenger in Marvel, doch ausgerechnet ohne Kräfte gefällt er mir richtig gut

Thor als Charakter im Universum von Marvel gehört für MeinMMO-Redakteur Nikolas Hernes trotz seiner Kräfte zu den langweiligen Mitgliedern der Avengers. Doch ein neuer Comic ändert das komplett, weil er ihm seine Superkräfte nimmt.

Die Avengers haben mit der Zeit viele mächtige Helden unter ihnen versammelt. Einer der stärksten ist dabei wohl Donnergott Thor, der auch im MCU eine wichtige Rolle hat. Auch wenn ich seinen letzten Film mochte, gehört er als Figur eher zu den langweiligeren Helden – ja, auch neben Leuten wie Hawkeye.

Das liegt vor allem daran, dass er als Gott von Asgard meist keinen direkten Bezug zu den Menschen hat, denen er hilft. Er wirkt immer außerweltlich, erhaben und weit weg von der Menschheit.

Genau diesen Aspekt macht der neue Comic Der sterbliche Thor Nr. 1 ganz anders und bietet eine der besten Interpretationen des Charakters, die irgendwann auf die große Leinwand kommen sollte.

Der sterbliche Thor Nr. 1 wurde uns von Panini als redaktionelles Rezensionsexemplar zugeschickt.

Ohne Erinnerungen, ohne Zauberhammer

Worum geht es in Der sterbliche Thor Nr. 1? Direkt zu Beginn lernt man Sigurd Jarlson kennen. Er ist ein recht muskulöser Typ, der sich an nichts erinnert, aber gut mit einem Hammer umgehen kann. Er lebt in einer kleinen Wohnung in New York und will einen Job.

Wenn man die Rückseite liest und sich den Charakter genau anschaut, weiß man: Das ist Thor. Er und andere Götter Asgards wurden wohl vergessen und bei den Avengers ist Beta Ray Bill, den wir euch schon mal in einem Artikel vorgestellt haben.

Thor bewirbt sich für einen Bauarbeiterjob bei der Firma Roxxon, lehnt aber ab, weil er kein Streikbrecher sein möchte. Andere tun es ihm gleich und fiese Typen sollen ihn deswegen verprügeln. Doch Sigurd kann auch ohne Fähigkeiten mit einem (regulären) Hammer umgehen und kann sich gegen die Angreifer wehren.

Damit beginnt nicht nur seine Reise in New York, auch ein größerer Kampf mit Roxxon nimmt seinen Anfang.

Das klingt nach einer simplen Geschichte, doch Autor Al Ewing und Zeichner Pasqual Ferry zaubern daraus einen Auftakt, den auch das MCU gebrauchen könnte.

Das Cover von Der sterbliche Thor Nr. 1

Ein nahbarer Typ, hinter dem so einiges steckt

Was macht den Comic so gut? Allein der Titel Der sterbliche Thor hat direkt mein Interesse geweckt. Was bedeutet es für den ehemaligen Donnergott und wie flechtet man die Mythologie in die Geschichte ein? Anders als im ersten Thor-Film des MCU muss Thor hier nicht lernen, wie die Menschen leben, er ist einer dieser Menschen.

In New York gehört er zu normalen Arbeitern, und wie es öfter in solchen Storys passiert, kämpft er gegen eine Firma, die Mitarbeiter ausbeutet und Böses im Hintergrund plant. Das ist allein schon interessant, weil man solch geerdete Geschichten kaum noch im MCU findet und selbst in den Comics meist nur bei Helden wie Daredevil, die sich nicht mit Thanos oder Doctor Doom anlegen können.

Thor wird sein erhabener Status als Gott genommen, aber nicht sein Heldentum, für die Menschen zu kämpfen, die ausgebeutet werden. Das hat einen poetischen Charakter. Dazu passen auch die Zeichnungen von Ferry. Die Kampfszenen sind visuell klar, überraschend explizit in ihrer Darstellung, und sie repräsentieren einen Thor ohne Fähigkeiten echt gut. So nutzt er etwa einen normalen Hammer mit Gummiseil, um ihn wie der bekannte Gott hin- und herzuschwingen.

Aber ganz verzichtet man auf die Mythologie nicht, denn die Frage steht im Raum, was mit Thor überhaupt passiert ist und wie andere bekannte Figuren seiner Familie in die Geschichte hineinpassen. Wer aber mehr von der Mythologie im 1. Band erwartet, könnte enttäuscht werden. Ich fand aber die ersten sterblichen Abenteuer so fesselnd, dass ich direkt Lust auf mehr hatte und die Reihe weiterverfolgen werde.

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Neuinterpretationen sind wichtig

Der sterbliche Thor zeigt bereits im ersten Band, wie wichtig es ist, dass man Figuren neu interpretiert. Man muss sie nicht austauschen oder fallen lassen, aber damit sie modern bleiben, muss man mit ihnen experimentieren, sie in neue Situationen stecken, die nicht nur aus noch mächtigeren Feinden bestehen.

Dabei besteht natürlich immer die Gefahr, die Essenz einer Figur zu verlieren, doch ohne Risiko können keine spannenden Geschichten entstehen. Der Auftakt von Der sterbliche Thor ist aber ein toller Anfang, von dem sich DC und Marvel auch in der Film- und Serienwelt eine Scheibe abschneiden könnten.

Wie kann ich Der sterbliche Thor lesen? Der neue Band von Panini, der am 10.03.2026 erschienen ist, ist ein guter Einstieg und enthält die Einzelhefte Thor (2025) 1 bis 3. Die einzelnen Hefte gibt es auch in englischer Variante als digitale Version oder als Import auch physisch. Die Mutantin Storm bekam letztes Jahr eine neue gute Story: Eine unterschätzte Heldin in Marvel bekommt endlich die Geschichte, die sie verdient

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