Normalerweise zielt so ziemlich jeder in Warhammer 40.000 darauf ab, die Galaxie alleine zu beherrschen. Zusammenarbeit ist eine absolute Ausnahme. Umso mehr sticht deswegen ein scheinbar gefühlloser Zombie-Roboter heraus, der nicht nur Wert auf Geschichte legt, sondern sogar Menschen hilft.
In einer Welt, die von Krieg dominiert wird, ist Frieden eigentlich nicht möglich. Nicht dauerhaft zumindest und sogar das Volk, das eigentlich Frieden anstrebt, tut das mit brutalen Mitteln. Zusammenarbeit ist im besten Fall temporär.
Meistens werden solche kurzzeitigen Allianzen zwischen den einst so mächtigen Aeldari und dem Imperium der Menschheit geschlossen, die immer wieder zusammenarbeiten. Aber es gibt noch eine weitere, große Ausnahme: Trazyn den Unendlichen.
Trazyn gehört zum „Volk“ der Necrons, eine uralte Spezies, die vor Millionen von Jahren ihre fleischlichen Körper gegen Konstrukte aus lebendigem Metall eingetauscht hat. Anders als die meisten seines Volks ist Trazyn ein Sammler und Bewahrer.
Der Necron ist mittlerweile zur Legende geworden und das nicht nur in der Welt von Warhammer selbst, sondern auch in der Community. Allerdings genießt er hier einen etwas anderen Ruf.
Autoplay
Ein Dieb begeisterter Sammler und Bewahrer der Geschichte
Unter Fans gilt Trazyn vor allem als Dieb, weil er so gut wie alles „sammelt“ – zur Not mit Waffengewalt. Seine Sammlung ist die vermutlich größte in der ganzen Galaxie und umfasst seine gesamte Heimatwelt Solemnus, ein künstlicher Planet, der durch Naniten stetig erweitert wird. Angeblich kennt nicht einmal Trazyn selbst die Ausmaße seiner Galerie.
Nach der Biotransferenz, bei der die Necrons bzw. Necrontyr ihr Bewusstsein in das lebendige Metall gebannt haben, haben die meisten des Volks ihren freien Willen und die Fähigkeit verloren, Kunst zu erschaffen.
Das, sowie Trazyns ursprünglicher Beruf als Archivar, haben den Necronlord dazu gebracht, Gegenstände, Schriften, Personen und sogar Situationen zu sammeln, die er als bewahrenswert erwachtet. Sie sollen seinem Volk dienen, wenn es irgendwann erwacht, um die Galaxie kennenzulernen.
Obwohl Trazyn sich viele Objekte aus seiner Sammlung durch Kriege und Kämpfe beschafft hat, die oft von ihm selbst ausgegangen sind, ist er kein brutaler Räuber. Im Gegenteil: da ihm an der Bewahrung liegt, hilft er sogar manchmal.
Cadia fällt und ein Xenos kommt zur Hilfe
Sein vielleicht größtes Eingreifen in galaktischen Angelegenheiten ist der legendäre Fall der menschlichen Festungswelt Cadia. Streitmächte des Chaos haben hier während des 13. Kreuzzuges angegriffen und Abaddon selbst hat eine Weltraum-Festung auf den Planeten fallen lassen, um ihn zu zerschmettern.
Der Kreuzzug selbst hat Trazyns Sammlung in Teilen vernichtet, was ihn dazu gebracht hat, die Ursache zu ergründen. Dazu kam sogar die mächtigste Waffe der Galaxie zum Einsatz. Nachdem er das Chaos als Übeltäter ausmachen konnte – und weil er auf neue Stücke für seine Sammlung gehofft hat – kam er Cadia zur Hilfe.
In Zusammenarbeit mit den Menschen hat Trazyn dann versucht, Abaddon, den Champion des Chaos aufzuhalten… ohne Erfolg, offensichtlich. Trazyn hat sich sogar einfach aus dem Kampf teleportiert, als dieser aussichtslos erschien, und hat die Menschen im Stich gelassen.
Spannend ist jedoch die Art und Weise, wie Trazyn für die Verteidigung gesorgt hat. Die zeigt nämlich, was der notorische Dieb – äh, Sammler, so alles aufzubieten hat.
Die Soldaten aus Cadia haben sogar eigene Miniaturen:
Random Bullshit, go!
Im Krieg um Cadia hat Trazyn nicht nur mit seinen eigenen Waffen gekämpft, sondern auch haufenweise Stücke aus seiner Sammlung herbei beschworen, um die Black Legion zurückzuschlagen.
Um euch eine Idee davon zu geben, worum es sich so handelt, was Trazyn in seiner Sammlung hat, in der Galerie befinden sich Dinge wie:
eine Gruppe Harlequins, Aeldari, die dem Lachenden Gott folgen und so dem Chaos trotzen
ein Champion der Death Guard, Anhänger des Nurgle
Orks, die sich gerade mitten in einem Kampf befinden
mindestens ein Custodes, die Leibwächter des Imperators
Splitter der C’tan, der (ehemaligen) Götter der Necrons bzw. Necrontyr
ein Schwarmtyrant der Tyraniden
ein Thunder Warrior, die brutalen, aber mental nicht so stabilen Vorläufer der Space Marines
ein Clon des Chaos-Primarchen Fulgrim
mächtige Relikte aus der Vergangenheit, vor allem aus der menschlichen Geschichte
Einige Ausstellungsstücke, insbesondere die, die Situationen zeigen, sind allerdings nicht als eigentliche Gegenstände in der Sammlung, sondern in Form von Hologramme… die jedoch ein Bewusstsein haben.
Zu seinen vielleicht bemerkenswertesten Sammelstücken zählt Inquisitorin Greyfax, die er samt ihrer Entourage gefangen hat. Die Inquisition ist eine der gefährlichsten Organisationen des Imperiums, und so jemanden zu fangen ist mit Sicherheit nicht einfach. Hat übrigens auch nicht sonderlich lange gehalten: Greyfax ist irgendwann entkommen.
Von mechanischen Vernichtern zu vernünftigen Bewahrern
Ursprünglich waren die Necrons nur seelenlose Maschinen, die nur die Vernichtung alles biologischen Lebens in der Galaxie angestrebt haben. Das hat sich jedoch über die Jahre in der Lore geändert und Trazyn ist eines der besten Beispiele dafür.
Mittlerweile suchen die Necrons nach einer Möglichkeit, ihre Biotransferenz rückgängig zu machen und wieder lebendige Körper zu besitzen. Ob und wie das funktioniert, zeigt sich möglicherweise im Verlauf der kommenden Lore.
Von Trazyn dagegen könnt ihr bald noch mehr sehen, selbst ohne die Bücher zu lesen, die von ihm handeln, denn das Rollenspiel Rogue Trader bringt den Kleptomanen als DLC mit dem passenden Namen „The Infinite Museion.“
Auch, wenn Trazyn seine eigenen Gründe dafür hat, wenn er irgendwo einen Krieg anzettelt oder hilft, war gerade sein Eingreifen auf Cadia ein wichtiger Schlüsselmoment – auch wenn er das Schicksal nicht verhindern konnte. Denn die Welt ist mehr als nur ein Planet der Menschen: Der Fall von Cadia ist eine der größten Tragödien in Warhammer 40.000 – Was ist da passiert?
Der Beitrag In Warhammer 40.000 gibt es nur Krieg, aber ausgerechnet ein Dieb hat versucht, eine der größten Katastrophen der Menschen zu verhindern erschien zuerst auf Mein-MMO.
