Ihr dachtet, ihr fangt in Pokémon GO nur Monster, doch in Wirklichkeit trainiert ihr einen realen Pizzaboten

Viele nutzen Pokémon GO als Zeitvertreib: Doch Niantic hat mit den Daten dahinter ein Netzwerk aufgebaut, das stellenweise genauer ist als das normale GPS-Signal. Ein Roboter-Lieferdienst nutzt dieses Netzwerk bereits, um Produkte auszuliefern.

Für viele ist Pokémon GO ein netter Zeitvertreib, wenn man ohnehin draußen unterwegs ist. Dabei teilt man die ganze Zeit Standortdaten und macht gelegentlich ein paar Fotos für die App.

Doch Pokémon GO ist weit mehr als „nur“ eine App zum Zeitvertreib. Niantic, die Firma dahinter, nutzt die Daten, um ein Netzwerk aus präzisen Standortdaten zu bauen. In den USA arbeitet man mit einem Auslieferdienst zusammen, um die Daten zu nutzen. Denn die Daten von Niantic sind teilweise genauer als das herkömmliche GPS-Signal. Das gilt vor allem für dicht bebaute Gebiete und Städte mit vielen Hochhäusern.

Niantic Spatial kann euren Standort fast zentimetergenau bestimmen

Wie macht Niantic das? Niantic Spatial hat über Jahre hinweg ein sogenanntes großes Geodatenmodell aufgebaut. Dieses Modell hat man mit über 30 Milliarden Bildern trainiert, die von den Spielern stammen. Das Besondere daran ist, dass Niantic den Ort der Personen auf wenige Zentimeter genau bestimmen können, weil man tausende Bilder zu Standorten besitzt, die alle zu unterschiedlichen Tageszeiten, Wetterbedingungen und Blickwinkeln aufgenommen würde. So erklärt Brian McClendon, CTO bei Niantic Spatial (via technologyreview.com):

Wir hatten weltweit über eine Million Orte, an denen wir Ihren Standort präzise bestimmen können. Wir wissen, wo Sie sich mit einer Genauigkeit von wenigen Zentimetern befinden, und vor allem, wohin Sie schauen.

Hinzu kommen noch Standortdaten, wie genau das Handy zu diesem Zeitpunkt gehalten, positioniert und bewegt wurde.

Das Unternehmen hat diesen genauen Datensatz genutzt, um ein Modell zu trainieren, das anhand dessen, was es sieht, genau vorhersagen kann, wo es sich befindet. Sogar an Orten außerhalb dieser Millionen von Hotspots, wo gute Quellen für Bild- und Standortdaten seltener sind.

Lieferdienste nutzen Niantics Daten, weil diese genauer als GPS-Daten sind

Von wem werden diese Daten jetzt genutzt? Die Firma Coco Robotics setzt in Los Angeles, Chicago, Jersey City, Miami und Helsinki rund 1.000 Roboter ein, um Lebensmittel oder andere Lieferungen zu übernehmen. Egal bei welchen Wetterbedingungen.

Das Problem ist jedoch, dass das GPS-Signal in Innenstädten oft zu ungenau ist. Denn das Signal wird von Gebäuden reflektiert. In dicht bebauten Gebieten oder Städten mit vielen Hochhäusern wird das dann schnell zu einem Problem. So sagt McClendon von Niantic:

Der urbane Canyon ist der schlechteste Ort der Welt für GPS. Wenn man sich den blauen Punkt auf dem Handy ansieht, sieht man oft, wie er 50 Meter abdriftet, was einen in einen anderen Block in eine andere Richtung auf die falsche Straßenseite bringt.

An genau dieser Stelle kommt dann Niantic Spatial zum Einsatz: Niantic Spatial bietet an dieser Stelle besonders präzise und genaue Standortdaten, die vorher tausende Nutzer etwa mit Pokémon GO gesammelt haben. Mehr oder weniger seid ihr dafür „verantwortlich“, dass der Lieferdienst seine Pizza pünktlich zum Ziel bringen kann, weil ihr eure Standort- und Bilddaten mit Niantic geteilt habt.

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Was Pokémon GO und dessen Daten im Alltag leisten können, zeigt auch ein anderes Beispiel: So hatte eine Frau ihren Ehemann im Supermarkt verloren. Dank Pokémon GO konnte sie ihren Mann im Geschäft schnell wiederfinden: „Ich fühlte mich wie ein Genie“: Frau nutzt Pokémon GO, um ihren verlorenen Ehemann im Supermarkt zu finden

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