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Tony Hawk, Nyjah Huston und wie ihr sonst noch alle heißt: Ihr mögt mal die ganz großen Skateboard-Stars gewesen sein, aber gegen den Protagonisten von Skate Story wirkt ihr so fad wie ein Stück trocken Brot. Denn hier steht ein Dämon aus Glas und Schmerz auf dem Rollbrett und macht im Auftrag des Teufels die Ebenen der Unterwelt unsicher.
Genau genommen ist es Eure Aufgabe, zum Mond zu reisen und ihn zu verspeisen, damit als Gegenleistung Eure Seele befreit wird. Über Sinn und Unsinn der Handlung wie auch die verschiedenen skurrilen Gestalten, die Euren Weg kreuzen, sollte man nicht zu viel grübeln, sondern das Ambiente einfach auf sich wirken lassen. Dabei hilft die spektakuläre audiovisuelle Präsentation: Die verschiedenen Bereiche der Unterwelt sind in düster-abstrakte Formen gegossen, akzentuiert mit Neon-Farbspritzern und eindringlichen Kontrasten. Für den Soundtrack steuert die experimentelle Band Blood Cultures eigens komponierte Songs bei, die klangvoll zwischen Psychedelic und Chillwave wabern.
Hinter dem außergewöhnlichen Drumherum steckt ein fast schon ”geerdetes” Spielprinzip, das sich der Konzepte des Street Skateboarding annimmt und dabei ein gutes Stück mit skate. vergleichbar ist. Soll heißen, hier stehen keine wilden Tricks und Sprünge wie etwa bei einem Tony Hawk auf dem Programm, sondern ”normalere” Ollies, Manuals, Grinds, Kicks und Flips. Meist haltet Ihr dafür eine Schultertaste und drückt dann den Kreisknopf, was ein wenig Eingewöhnungszeit bedarf. Eure Fertigkeiten werden je nach bevorstehender Aufgabe gefordert: Mal gilt es, lineare Passagen bis zum nächsten Tor schadlos zu überstehen, in offeneren Arealen wird auch mal einfach nach irgendwas gesucht, großen und kleinen Gegnern setzt Ihr mit Trickcombos zu. Dass Euer gläserner Skater bei Kollisionen schnell in seine Einzelteile zerbröselt, ist in der Regel keine große Sache, wird er doch umgehend wiederbelebt. Allerdings gibt es immer wieder Aufgaben, bei denen Euch ein Zeitlimit im Nacken sitzt.
Meinung & Wertung
Ulrich Steppberger meint: Gerne würde ich hier mein positivstes Gesicht aufsetzen, aber uneingeschränkt hat mich Skate Story nicht überzeugt. Dass die Geschichte zwischen faszinierend und völlig verworren schwankt, trägt irgendwie zum Charme des Gesamtwerks bei. Die hyperstylishe Grafik wie auch der coole Soundtrack sind über nahezu alle Zweifel erhaben, zumal nach einigen Patches nun die Technik keine spürbaren Macken mehr hat. Aber spielerisch gibt es doch ein paar Reibungspunkte, die ich einfach nicht ganz ignorieren kann. Eher weniger stört mich dabei, dass sich die Abwechslung in Grenzen hält, aber bei der Steuerung hätte ich mir eine Prise mehr Handlichkeit gewünscht. Mit dem Ausführen der Skateboard-Tricks konnte ich mich bis zum Ende nie ganz anfreunden. Insbesondere, weil der rechte Daumen ständig zwischen Sprungknopf und Kamerasteuerung wechseln muss, da sonst die Übersicht leidet und man noch öfter als eh schon zu Bruch geht. Aber wenn Ihr ein Faible für außergewöhnliche Inszenierung habt, lohnt sich Skate Story auf jeden Fall.
Beeindruckend inszenierter Mix aus Skateboard-Tricks und Action-Experiment, aber spielerisch nicht ganz so stark.
Singleplayer74MultiplayerGrafikSound
