Crimson Desert bricht mich im Test: Die Open World setzt neue Maßstäbe, doch ihre Größe erschlägt

Seit knapp 2 Wochen dürfen wir Crimson Desert bereits spielen. In unserem Erfahrungsbericht verraten wir euch, was das Open-World-Abenteuer von Pearl Abyss grandios gut macht und was uns regelmäßig gestört hat.

„Himmelhoch jauchzend, zu Tode betrübt“ – als hätte der olle Johann Wolfgang von Goethe schon vor ein paar hundert Jahren Crimson Desert gespielt. Denn genau so ging es mir mit dem neuen Spiel von Pearl Abyss (Black Desert) immer wieder und wieder und wieder.

Einerseits bin ich begeistert von dieser immersiven Welt – die setzt Maßstäbe: Die Grafik ist wunderschön, die Weitsicht der Knaller, überall gibt es etwas zu entdecken. Außerdem rocken die Kämpfe. Viele der Bosskämpfe fallen wunderbar abwechslungsreich und knackig aus. Die Rätsel sind keine Selbstläufer. Ganz oft hatte ich großen Spaß mit Crimson Desert.

Andererseits musste ich mich stundenlang durch die unintuitive Steuerung quälen, bis sie schließlich einigermaßen ins Blut übergegangen ist. Vieles in Crimson Desert ist darüber hinaus frustrierend untererklärt. Selbst als erfahrener Spieler denke ich mir immer wieder: Was will das Spiel von mir? Und dann stimmt auch die Balance nicht, wodurch manch eine Herausforderung unnötig frustrierend ausfällt.

Und dann ist dieser Kontinent auch noch so groß und vollgepackt mit Inhalten, dass man locker hunderte Stunden in Pywel verbringen kann. Toll für Open-World-Fans mit viel Zeit. Schlecht für alle, die nach spätestens 50 bis 60 Stunden die Credits sehen möchten.

All das drösel ich im Folgenden für euch etwas ausführlicher aus, damit ihr ab dem Release von Crimson Desert am 19. März 2026 eine für euch passende Kaufentscheidung treffen könnt. Über die Inhaltsangabe könnt ihr zu den für euch relevanten Abschnitten springen:

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Wer schreibt hier? Karsten Scholz ist der MMORPG-Experte bei MeinMMO. Er kennt also den Quasi-Vorgänger Black Desert sehr gut. Zudem fühlt sich Karsten auch in Open-World-Games (zuletzt hat er etwa Spider-Man 2 nachgeholt) und im Genre der Action-Adventure seit vielen Jahren sehr wohl.

Auf Crimson Desert freut sich Karsten bereits seit den ersten Trailern. In den vergangenen 2 Wochen hat er fast jede freie Minute auf dem Kontinent Pywel verbracht. Knapp 65 Stunden sind so zusammengekommen. Eine erste Erkenntnis: Um Crimson Desert durchzuspielen, muss er wohl noch einmal so viele Stunden investieren.

Was taugt die Story?

Eines der größten Fragezeichen stand nach den Anspielterminen und Trailern hinter der Qualität der Story von Crimson Desert. In der steht bekanntlich Hauptfigur Kliff im Fokus, dessen Graumähne-Clan zu Beginn des Spiels von den verfeindeten Schwarzbären zerschlagen wird.

Eine eurer Aufgaben ist es fortan, die in alle Himmelsrichtungen verstreuten Überlebenden zu finden, für diese eine neue Heimat aufzubauen und euch letztlich an den Schwarzbären zu rächen. Durch den Angriff ausgelöst, stolpert Kliff aber auch noch in einen größern Konflikt, der den gesamten Kontinent zerstören könnte.

Die Hauptgeschichte sowie diverse größere Nebenquests erzählt Crimson Desert immer wieder in aufwendig inszenierten Ingame-Sequenzen, die man zwar vorspulen, aber nicht abbrechen kann. Die englischen Sprecher leisten in den vollvertonten Dialogen meist tolle Arbeit.

Vor allem die ruppigen Graumähnen-Mitglieder sind mir dadurch als Kollektiv im Laufe der Zeit richtig ans Herz gewachsen – auch wenn der Clan nicht so spannend gezeichnet ist wie beispielsweise die Bande aus Red Dead Redemption 2.

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Bei der Hauptfigur gewinnt RDR2 dann sogar mit großem Abstand: Während ich mit Arthur Morgan bei seinem langen Ritt Tränen vergoßen habe, wirken die stoischen Reaktionen vom wortkargen Kliff zeitweise fast schon wie eine Parodie. Es kann noch so abgedrehtes Zeug um ihn herum passieren, mehr als ein „Mhmpf“ bekommt man aus dem Jon-Snow-Verschnitt oft nicht heraus.

Unterm Strich funktionieren die Geschichten aus Crimson Desert für mich aber sehr viel besser als es das Storytelling in Black Desert noch getan hat. Die Handlungsstränge hinter den Quests unterfüttern die verschiedenen Fraktionen und Persönlichkeiten mit Leben, reichern ihre Konflikte an und lassen mich so noch tiefer in die Welt von Crimson Desert eintauchen.

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