Ein Publisher will einem Studio keine 250 Millionen zahlen und der Chef fragt ChatGPT um Hilfe. Das Ergebnis ist eine Niederlage vor Gericht. Der Konflikt zwischen Publisher und Entwickler schwelt schon seit 2025. Es geht um Geld, Reputation und um Spieler.
Der Publisher Krafton kaufte im Jahr 2021 den Entwickler Unknown Worlds für 500 Millionen US-Dollar. Gleichzeitig hatte man vereinbart: Wenn sich euer neues Spiel Subnautica 2 hervorragend verkaufen sollte, dann zahlen wir noch einmal 250 Millionen US-Dollar extra. Das nennt man im Firmensprech auch „Earn-out“.
Interne Prognosen sahen dann wohl auch tatsächlich danach aus, dass Subnautica 2 erfolgreich werden würde. Krafton hätte damit natürlich den vereinbarten Bonus auszahlen müssen. CEO Changhan Kim soll daraufhin mithilfe von ChatGPT nach Wegen gesucht haben, diesen Bonus zu vermeiden, statt den Rat seiner eigenen Juristen zu befolgen. Und genau das ging jetzt wohl nach hinten los.
Den gesamten Gerichtsverlauf lest ihr direkt beim Gericht von Delaware (PDF-Datei) nach. Hier lassen sich auch Chatverläufe und Anfragen des CEOs einsehen.
Hier seht ihr den Trailer zu Subnautica 2:
Autoplay
Chef nutzt ChatGPT, um Vertrag zu lösen, erleidet vor Gericht vernichtende Niederlage
Was tat der CEO? Auf Basis der ChatGPT‑Vorschläge richtete er ein internes „Project X“ ein, plante eine „Übernahme“ von Unknown Worlds und versuchte, die Gründer loszuwerden, um die 250 Millionen US-Dollar Bonus nicht zahlen zu müssen.
Dazu gehörte auch ein von ChatGPT entworfenes öffentliches Statement an die Fans, welches heute noch auf Reddit einsehbar ist. Die Reaktionen der Spieler auf diesen Post fielen aber alles andere als positiv aus.
Im Juni 2025 verschob man außerdem den Release von Subnautica 2 auf 2026 und betonte gleichzeitig in einer Stellungnahme gegenüber IGN.com, dass diese Entscheidung nichts mit „vertraglichen oder finanziellen Erwägungen“ zu tun habe.
Die Gründer des Studios wurden schließlich gefeuert, doch diese klagten gegen die Entscheidung und das mit Erfolg: Denn ein Gericht ordnete nun an, dass sie wieder eingesetzt werden müssen; der CEO steht mit seiner Taktik juristisch und mit Blick auf seine Reputation ziemlich schlecht da. Das geht aus den oben genannten Gerichtsakten hervor und davon berichtet das Magazin Kotaku.com.
Besonders ärgerlich: Die eigenen Anwälte hatten den Chef vor diesen Schritten gewarnt und erklärt, dass die ganze Aktion rechtlich riskant sei und ziemlich aussichtslos sei. Der Chef arbeitete mit Maria Park, der Leiterin der Unternehmensentwicklung bei Krafton, und der Rechtsabteilung des Unternehmens daran und Park erklärte eindeutig:
„Daher können wir praktisch nicht viel gewinnen, außer einer Bestrafung durch eine einfache Kündigung, während ich befürchte, dass wir uns dem Risiko von Klagen und Reputationsschäden aussetzen könnten.“
Es gibt aber auch positive Beispiele, bei denen ChatGPT dem Nutzer einen echten Vorteil verschaffen kann: Ein Familienvater verkauft sein Haus komplett mit Hilfe von KI in nur fünf Tagen. Von der Planung bis zur Farbwahl der Wände übernimmt ChatGPT fast alles: Ein Mann verkauft sein Haus, lässt sich von ChatGPT sagen, wie er die Wände streichen soll: „Erwartungen übertroffen“
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